Sommernachtskonzert: Musikalisch aufgetischt – und nur vom Besten

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Das Oltner Sommernachtskonzert des Oratorienchores Olten brachte Gioachino Rossinis «Petite Messe solennelle» in die Friedenskirche. © Remo Fröhlicher

Für das diesjährige Sommernachtskonzert der Chorgemeinschaft von Oratorienchor Olten und Oratorienchor Cantica Nova Worb stand ein Spätwerk von Gioachino Rossini auf dem Programm. Sie führte unter der Leitung von Christoph Moser die «Petite Messe solennelle» auf.
Die «Missa solemnis» ist das in der Kirche mit Chor und Orchester pompös gefeierte Hochamt an hohen Festtagen. Eine «Petite Messe solennelle», ein kleines Hochamt, kann es deshalb eigentlich gar nicht geben. Der italienische Komponist, mit etwas Ironie und Koketterie, bezeichnete sein Werk aber selber so. Klein war allenfalls der Ort und Rahmen der Uraufführung 1864, die Privatkapelle des Pariser Bankiers Graf Alexis Pillet-Will und seiner Gemahlin Louise. Und klein ist das «Orchester»; die Begleitung besteht weder aus Orgel noch Bläsern, sondern aus einem Harmonium und zwei Klavieren. In der Friedenskirche kam am Sonntagabend dann aber nicht ein Harmonium zum Zug; vielmehr wurde dessen Part von Lea Gasser, die auch an der Musikschule Olten unterrichtet, mit ihrem Akkordeon übernommen. Ihr schönes Spiel kam speziell beim Solostück «Ritournelle», einem Refrain zwischen Credo und Sanctus zum Tragen.

Die «Petite Messe solennelle» wurde dem Kirchenritus gemäss mit dem Kyrie eröffnet. Die ersten Takte spielte das Klavier, dann setzten Akkordeon und Chor ein, um zu einem Tutti anzuwachsen. Beim zweiten Satz, dem Christe eleison, nahm sich das Ensemble bereits wieder zurück, indem der gut aufgestellte, sehr harmonisch klingende Chor nun die Melodie ohne Instrumentalbegleitung a cappella sang.

Ein Lobgesang

Der zweite Teil, das «Gloria», ist ein Lobgesang zu Ehren Gottes. Er hebt denn auch mit Klängen an, welche an jubelnd-feierliche Fanfaren gemahnen. Für die folgenden Sentenzen wechselten sich Chor und Solisten in wechselnden Kombinationen ab. Das Domine Deus sang der Tenor Joaquín Asiáin solo, begleitet nur von Pawel Mazurkiewicz am Flügel. Das zweite Tasteninstrument spielte Yeon-Jeong Müdespacher. Das Lied Qui tollis peccata mundi gestalteten die beiden Frauenstimmen Rebekka Maeder (Sopran) und Judith Lüpold (Alt) gemeinsam. Wieder als Solo intonierte der Bariton Wolf H. Latzel das Quoniam tu solus sanctus. Dafür schöpfte dann der aus 90 Sängerinnen und Sängern bestehende Oratorienchor beim pompösen Schlusspunkt des Goriateils aus dem Vollen.

Durch die wechselnden Besetzungen blieb die Spannung während des ganzen, fast anderthalbstündigen Werkes erhalten. Mit den vereinten Oratorienchören aus Worb und Olten sowie den hervorragenden vier Solostimmen und Instrumentalisten setzte Dirigent Christoph Moser die von Gioachino Rossini vorgegebenen Motive zu einem wahrhaft abgerundeten Konzerterlebnis um.

Nach Rossini ist auch das Rezept für ein Filet benannt, welches mit Trüffel verfeinert wird. Das könnte einen verführen, die Aufführung in der Oltner Friedenskirche mit Prädikaten aus der Welt der Feinschmecker zu umschreiben. Das wäre aber selbst bei einem geistlichen Opus, das auch tänzerisch-leicht daherkommt, wenig passend. Daher so viel: Musikalisch aufgetischt haben die Mitwirkenden nur vom Besten.

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