Hans Arnold: Gemeindeschreiber mit Leib und Seele

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Hans Arnold zuhause. Der ehemalige Gemeinschreiber Wikons hat Erinnerungen aufgeschrieben für den Anlass «Kultur im Spycher» am Sonntag. H.B.
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Hans Arnold in seinem Garten (H.B.)

Auf Einladung der «Kulturgruppe im Spycher» werden die Besucherinnen und Besucher am Sonntag vieles erfahren über das Leben des ehemaligen Gemeindeschreibers Hans Arnold. Ein wenig Einblick gab es im Gespräch mit dieser Zeitung bereits im Vorfeld: «Ich erzähle aber noch nicht alles», sagte er zum Einstieg mit einem schelmischen Augenzwinkern.

Hans Arnold ist 1945 in Wikon geboren und aufgewachsen. Die Primarschule besuchte er ebenfalls in Wikon. «Speziell dabei ist sicher das alte Schulhaus, dort wo sich heute der Waldspielplatz befindet.» Auf der Gemeindekanzlei von Reiden absolvierte er die Lehre und schwärmt noch heute vom Verwaltungs-Unterricht – zusätzlich zur Berufsschule – bei Toni Zihlmann in Willisau. «Dieser Gemeindeschreiber verstand es wie kein anderer, bei uns die Freude an der Arbeit zu wecken.» Nach Zwischenstationen beim Militär und dem Bankverein Zofingen hätte er sich auch eine Karriere als «Bänker» vorstellen können. «Als nach dem Abverdienen des Fouriers die Kanzlei Wikon einen Mitarbeiter suchte, galt es für mich noch die Prüfung als Gemeindeschreiber zu bestehen.» Ab dem Jahr 1966 war Hans Arnold dann Mitarbeiter des früheren Gemeindeschreibers Christian Joss, vorerst mit einem mündlichen Arbeitsvertrag. Es sei eine spannende Zeit des Übergangs gewesen mit vielen Neuerungen, war weiter zu vernehmen.

Schreibmaschine von 1928

Kaum zu glauben sind dann die Erzählungen von alten Einrichtungen und von den engen Räumen der Kanzlei Wikon an der Reiderstrasse mit einem Schalter. «Es gab keine Bürostühle, eine Schreibmaschine Underwood Jahrgang 1928 und eine Rechnungsmaschine.» Speziell erwähnte Arnold den alten Vervielfältiger. «An dem machte ich mich bei jedem Gebrauch so schmutzig, dass ich die Kleider jeweils wegwerfen musste.»

Fast unvorstellbar für heutige Verhältnisse waren sicher auch die Aufgaben des jungen Gemeindeschreibers. «So etwa auch die lange vernachlässigten Steuermahnungen.» Das Mahnen der Säumigen hätte nicht überall Anklang gefunden, erwähnte Arnold schelmisch. Die Aufgaben im Laufe der Jahre beschreibt er so: Als Gemeindeschreiber sei er in erster Linie Sekretär des Gemeinderates gewesen. Beim Zurückblicken sei auch noch zu erwähnen, dass erst ab 1971 das Frauenstimmrecht eingeführt wurde. Das Besondere daran sei aber, als nur die Männer stimmberechtigt waren, gab es eine sehr hohe Wahlbeteiligung. Er berichtete von Wanderurnen, die aber unter seiner Regie bald abgeschafft wurden, und dem offiziellen Wahlbüro auf dem «Wiggerschloss». «Die Schwestern des Klosters kamen immer in alphabethischer Reihenfolge an die Urne», wusste er zu berichten. Er skizzierte die unterschiedlichen und wichtigsten Aufgaben und Abteilungen.

Kein einziger Arbeitsloser

«Viele Jahre gab es keine Arbeitslosen in Wikon.» Die Bauplanung war ein wichtiger Teil der Arbeit. Bauland sei eingezont und wieder ausgezont worden. Auch das Bauwesen wurde immer komplizierter. Die Einwohnerkontrolle habe sich verändert – auf dem Schloss oben gebe es keine Bewohner mehr und im Dorf hätten sie dafür zugenommen. Als sehr aufwendig erwähnte er die Arbeit mit den Steuern.

Nach seiner Pensionierung vor rund zehn Jahren hat sich Hans Arnold, zusammen mit seiner Frau Margrit, eine Auszeit genommen. «Während sechs Monaten haben wir eine Sprachschule in Neuseeland besucht», berichtet er begeistert. Seine Frau konnte schon Englisch, er sei ein absoluter Anfänger gewesen. Noch heute schwärmt er von der tollen Atmosphäre in der Sprachschule und den Mitschülern aus Tschechien, Südamerika und Asien. Auf die Frage, ob er sich auch heute noch für die Gemeindepolitik interessiere und vor allem sich daran beteilige, kam die klare Antwort: «Interessieren tut es mich schon, ich besuche aber keine Gemeindeversammlung mehr.» Er könne nicht garantieren, dass er schweige, wenn ihn etwas aufrege. «Ich finde, es braucht keinen ‹Ehemaligen›, um zu sagen, wie die Geschäfte heute erledigt werden müssten.»

Wikon: Kultur im Spycher, Sonntag, 30. Juni, 17 Uhr.

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