72 neue Wohnungen auf dem EWL-Areal

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Visualisierung des Bauprojekts: Der geplante Quartierplatz rund um das «Rote Haus» (Mitte), links das Sheddachgebäude, rechts der Wohnhof.zvg
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Industriestrasse mit Bachgärten (zVg ewl)

Das Gaswerkareal oder moderner EWL-Areal in der Neustadt unweit der Langensandbrücke umfasst 20 000 Quadratmeter Fläche. Es soll in den nächsten Jahren überbaut werden, wobei man der industriellen Vergangenheit des Gebiets Rechnung tragen will: Das sogenannte Rote Haus soll erhalten und aufgewertet werden. Es diente einst der Gasproduktion. Heute ist es eine Lagerhalle und soll dereinst Kultur und Gastronomie beherbergen.

Doch alles schön der Reihe nach: Das Siegerprojekt der Gesamtleistungsstudie für das Areal im Herzen Luzern steht jetzt fest. Das Team Arge Halter AG/Eberli Sarnen AG plant ein urbanes und ökologisches Projekt namens «Rotpol» mit Wohnen, Dienstleistungen und Sicherheit – für total 200 Millionen Franken. Insgesamt 72 2½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen sind geplant, teilten die Stadt Luzern, die ABL Allgemeine Baugenossenschaft Luzern und EWL Energie Wasser Luzern gemeinsam mit. Sie realisieren das Projekt zusammen und gründeten im Dezember 2018 dafür die EWL Areal AG. Zusammen mit dem 81 Zimmer umfassenden Pflegezentrum der Viva Luzern entstehe auf dem Areal «Wohnraum für verschiedene Bedürfnisse und Lebensformen», heisst es weiter. EWL und die bereits ortsansässigen städtischen Dienstabteilungen Tiefbauamt, Geoinformationszentrum GIS und Umweltschutz ziehen auch in die neuen Räumlichkeiten ein.

Viel Platz für öffentliche Dienste

Zudem werden künftig die Feuerwehr der Stadt Luzern, die Zivilschutzorganisation Pilatus, die Stadtgärtnerei und Stützpunkte für das Strasseninspektorat auf dem Areal angesiedelt. Als weitere mögliche Nutzer seien der Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals, eine integrierte Leitstelle der Luzerner Polizei und des Sanitätsnotrufs 144 Zentralschweiz sowie die Leitstelle der VBL eingeplant. Die bauliche Vergangenheit und das industrielle Erbe des Gaswerkareals blieben im Projekt «Rotpol» mit dem Erhalt des «Roten Hauses» präsent, heisst es weiter. Die Architektur kreiere rund um das «rote Haus» einen Quartierplatz im Herzen des Areals. Ziel der Überbauung ist, dass die Aussenräume von den Anwohnern wie auch von den Mitarbeitern aller Bereiche gemeinsam genutzt werden können.

Die Seewassernutzung nimmt beim Projekt eine zentrale Rolle ein. Das Zusammenspiel von thermischer Energieversorgung durch einen Mix aus Seewasser-, Solarenergie- und Abwärmenutzung soll den Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken.

Abstimmung im Jahr 2021

Als nächste Schritte sollen der Gestaltungsplan, das Vorprojekt und das Bauprojekt erarbeitet werden. In der Stadt Luzern stimmt das Volk 2021 über die städtische Finanzierung dieses Projekts ab. Läuft alles nach Plan, ist der Baustart der ersten Etappe für 2022, der zweiten 2024. die neuen Mieter sollen 2026 die Wohnungen, Pflegeplätze und Büros beziehen können.

Übrigens: Momentan spielt das EWL-Areal eine wichtige Rolle im Luzerner Kulturleben. Noch bis 13. Juli spielt die berühmte Verwechslungskomödie «was ihr wollt» auf dem Areal. Thomas Hürlimann hat die Shakespeare-Komödie neu interpretiert und die Winternacht aufs ökologische Eisfeld gelegt. (sda/ben) 

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