Für Stefan Ambrosini ist keine Herausforderung zu gross

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Der Oftringer Stefan Ambrosini lacht, nachdem er auf dem Gornergrat angekommen ist. (Bild: Peter Birrer)

Beruflich spult Stefan Ambrosini täglich zig Kilometer ab, er ist Chauffeur und sitzt oft lange im Lastwagen. Auf Achse ist der 47-Jährige aber auch in seiner Freizeit: Er ist ein passionierter Läufer, dem scheinbar keine Distanz, kein Wettkampf, keine Herausforderung zu happig ist. Am Samstag ging er am Gornergrat Zermatt Marathon über die Ultra-Distanz an den Start, also: von St. Niklaus hoch auf den Gornergrat, von 1116 m ü. M. auf 3089 m ü. M. Das bedeutet auch: 45,595 Kilometer zurücklegen.

Er verspürt ein tiefes Glücksgefühl

Als Ambrosini oben ankam, war sein Gesicht nicht gezeichnet von Strapazen, nein, er strahlte. Er hatte zum fünften Mal teilgenommen und in 6:37.24 Stunden die persönliche Bestzeit um zwei Minuten verbessert. Für ihn, der in diesem Jahr schon 3500 Trainingskilometer in den Beinen hat, war es vor allem gegen Ende ein Krampf. Aber jeder Schweisstropfen, den er vergoss, lohnte sich, weil er ein tiefes Glücksgefühl verspürte. Und genau das treibt ihn an, die Lust, Grenzen auszuloten und zu verschieben, Dinge zu erreichen, die nicht jeder erreicht – und nach einem gelungenen Wettkampf sagen zu dürfen: «Wow, du hast wieder etwas Grosses vollbracht.» Er sagt: «Du kannst Millionär sein, aber dir solche Emotionen nicht einfach in der Migros kaufen.»

Ambrosini fing vor einem Vierteljahrhundert mit Laufen an. Er entwickelte eine Leidenschaft für anforderungsreiche Strecken, oder Aussenstehende würden vermutlich sagen: Verrückt, was der Oftringer mit Zürcher Wurzeln alles macht. Im Mai bestritt er den «ultrabielersee». Distanz: 200 Kilometer. Zeit: 26 Stunden. Eine Woche vor Zermatt bewältigte er den Vallemaggia Trail über 42,195 Kilometer – eine Woche nach Zermatt ist er am Eiger Ultra Trail über 101 Kilometer dabei.

Der Körper hat sich an die Anstrengungen gewöhnt

Er läuft und läuft, und es macht den Anschein, als bräuchte er keine Erholung. «Mein Körper hat sich an die Anstrengungen gewöhnt», sagt er, «ich benötige nicht viel Zeit, um zu regenerieren. Ich weiss, was ich mir zumuten kann und wozu ich fähig bin. Und ich weiss sehr wohl, wann eine Pause angebracht ist.» Ein Trainingsplan existiert nicht, Ambrosini läuft, wenn ihm der Sinn danach steht, «da brauche ich keine externen Tipps».

Im August geht es wieder ins Wallis, diesmal nach Zinal, wo Ambrosini beim Trail du Besso an den Start geht, einem Wettkampf, den die Organisatoren als «ultimative Herausforderung» ankündigen. Schliesslich geht es hoch auf über 3000 m ü. M., und alles in allem sind 55,8 Kilometer zurückzulegen.

Angeeignet hat sich Ambrosini einen bemerkenswerten Willen. «Auch wenn die Lage einmal hoffnungslos aussieht: Ich gebe niemals auf», sagt er. Und er hat auch nicht vor, sich langsam nur noch auf überschaubare Distanzen zu konzentrieren. Er erzählt davon, wie er einmal schon um den Bodensee gelaufen ist: 260 Kilometer in 52 Stunden. Und er berichtet, dass er zwei Tage nach dem Gornergrat Zermatt Marathon wieder die Laufschuhe schnürt, um sich in Form zu halten: «Sonst wird es langweilig.» 

 

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