Wind auf der Bahn, Spektakel beim Speerwurf bei Spitzenleichtathletik Luzern

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Mujinga Kambundji unterbot auf der Allmend über 200m die WM-Limite. (Bild: A. Wey)

Hatte das Wetter vor vier Tagen an der Athletissima in Lausanne bei den Sprintern für Glücksgefühle und auf der Bahn für schnelle Zeiten gesorgt, blieben solche Bestleistungen in Luzern fast gänzlich aus. Zwei Faktoren gaben den Ausschlag zu Ungunsten des Meetings in Luzern: Da war das Feld, das in der Innerschweiz nicht so stark besetzt war wie noch am Diamond-League-Meeting in der Westschweiz - und da war vor allem der Wind.

Fast ein Schweizer Rekord

Dieser bremste sogar die angereisten Topstars auf der Bahn zu stark aus, was auch die jamaikanische Hürdenläuferin Janeek Brown zu spüren bekam. Die schnellste Läuferin des Jahres über die 100 m Hürden (12,40) blieb in Luzern über sechs Zehntel hinter ihrer Jahresweltbestleistung zurück. Beim Sieg der Nigerianerin Tobi Amusan (12,89), der Commonwealth-Games-Siegerin des letzten Jahres, belegte Brown nur den 4. Platz. Auch die Routine des bald 37-jährigen Jamaikaners Asafa Powell konnte die Verhältnisse in Luzern nicht austarieren. Angetreten war der ehemalige Weltrekordhalter, um über die 100 m einmal mehr - es wäre für ihn das 99. Mal gewesen - unter 10 Sekunden zu bleiben. In 10,17 Sekunden beendete Powell den Wettkampf im 4. Rang, derweil auch Sieger Simbine Akani (10,06) aus Südafrika die 10-Sekunden-Schallmauer nicht durchbrach.

Gleich bei ihrem ersten Saisonstart über 200 m schaffte die Bernerin Mujinga Kambundji mit einer Zeit von 22,90 Sekunden die WM-Limite. In Luzern reichte diese Leistung zu Rang 3. Dies war nicht das einzige Highlight aus Schweizer Sicht. Julien Wanders verbesserte seine persönliche Bestmarke über 3000 m um 6,73 Sekunden auf 7:43,62 Minuten. Die Zeit reichte zum 3. Rang, auf den äthiopischen Sieger Tadese Worku verlor er lediglich 38 Hundertstel. Zum Schweizer Rekord von Markus Ryffel aus dem Jahr 1979, dem ältesten bei den Männern, fehlten 2,57 Sekunden.

Speerwurf-Wettkampf mit Erinnerungspotenzial

So sehr der Wind seinen Einfluss auf der Bahn negativ geltend machte, so gering beeinflusste er die Speerwerferinnen und Speerwerfer. Sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen war ein hochkarätiger und hart umkämpfter Wettkampf prognostiziert worden - dies bewahrheitete sich. Im Feld der Männer machten wie erwartet die deutschen Überflieger Thomas Röhler und Andreas Hofmann den Sieg in einem spannenden Finish untereinander aus. Olympiasieger und Europameister Röhler drehte den Wettkampf mit seinem letzten Versuch auf 86,51 m zu seinen Gunsten. Der Konter des EM-Zweiten Hofmann, der vor Röhlers Versuch mit 84,71 m noch geführt hatte, geriet für den Sieg um sechs Zentimeter zu kurz (86,45).

Bei den Frauen triumphierte mit der Australierin Kelsey-Lee Barber keine der absoluten Topfavoritinnen. Die 27-Jährige entriss der weissrussischen Europameisterin von 2016, Tatiana Chaladowitsch, den Sieg aber ebenso im letzten Versuch wie Röhler später Hofmann. Christin Hussong, die vergangenes Jahr an den Heim-EM in Berlin Gold gewonnen hatte, klassierte sich mit einem Wurf auf 64,62 m im 3. Rang. Olympiasiegerin Sara Kolak aus Kroatien schaffte es als Vierte nicht auf das Podest.

Mehr Wert noch als der Sieg hat für Barber, wie dieser zustande gekommen war. Die 67,70 m, die bei ihrem letzten Versuch gemessen wurden, bedeuteten nicht nur für sie persönlich einen Bestwert. Barber warf den Speer 1,30 m weiter, als dies vor ihr in Luzern je eine Athletin getan hatte. "Das ist einfach nur grossartig. Ich werde mich für immer an den Wettkampf in Luzern erinnern", sagte sie an der Rangverkündigung.

Hier geht es zu den Ergebnissen aus Luzern.

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