Unterirdische Güterbahn könnte im Aargau Strasse und Schiene entlasten – Regierung pocht auf Bundesverfahren

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Die Transportbehälter 20 bis 40 Meter unter dem Boden sind unbemannt. Sie fahren mit rund 30 km/h. Sie sollen zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. © Visualisierungen: CST
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So könnte das unterirdische Gütertransportsystem "Cargo sous terrain" aussehen. (Archiv) © KEYSTONE/LOGLAY/NITIN DESIGN
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Das geplante Netz (Bild: Cargo Sous Terrain). © CH Media

Schon vor Jahrzehnten entstand die Idee einer Swissmetro, einer unterirdischen Bahnverbindung durch die Schweiz. Sie wurde nach langen Diskussionen begraben. Jetzt liegt eine neue Idee vor: Die einer unterirdischen Transportbahn, «Cargo Sous Terrain» (CST). Wie es der Name sagt, geht es hier nicht um Personen-, sondern nur um Warentransport.

Die erste Etappe von CST soll von Zürich durch den Kanton Aargau nach Härkingen (Standort Post-Paketverteilzentrum) führen. In Betrieb gehen soll sie nach den ehrgeizigen Plänen der Promotoren schon im Jahr 2030.

Promotoren wollen diese Güterbahn privat finanzieren

Die Kosten für die geplante 67 Kilometer lange erste Etappe fallen laut Patrik Aellig, Medienverantwortlicher von «Cargo Sous Terrain», mit 3 Milliarden Franken weniger hoch aus als die ursprünglich kommunizierten 3,55 Milliarden Franken. Die genaue Linienführung durch den Aargau sei noch offen, sagt Aellig.

Klar sei aber, dass man sich an den bestehenden Logistikzentren orientieren wolle. Im Aargau bestehen solche zum Beispiel in Suhr und Schafisheim. Zwischen Zürich und Härkingen-Niederbipp sind zehn sogenannte Hubs (Be- und Entladestellen) geplant, und zwar in den Räumen ZürichLimmattal, Aargau Ost, Aargau West, Gäu und Härkingen.

Aellig weiter: «Wir stehen dazu, dass diese Gütertransportbahn, die im Endausbau weiter nach St. Gallen, Basel, Luzern, Bern-Thun und bis Lausanne-Genf führt und 33 Milliarden Franken kostet, privat finanziert werden soll.»

Der Bundesrat sondiert derzeit die Stimmung bei den betroffenen Kantonen. Die diese Woche beendete Vernehmlassung soll zudem zeigen, ob CST die nötige Unterstützung hat. Aufgrund der Rückmeldungen will der Bundesrat entscheiden, ob er das Projekt und die Schaffung einer Gesetzesgrundlage weiter unterstützt.

Hauptbetroffen von der ersten Etappe wären die Kantone Zürich, Aargau und Solothurn. Dazu liegt jetzt die Stellungnahme der Aargauer Regierung vor. Sie begrüsst den auf privater Basis finanzierten unterirdischen Gütertransport gemäss CST-Konzept.

Angesichts der bereits stark ausgelasteten Verkehrsinfrastruktur auf Schiene und Strasse sieht sie in der Vision einer unterirdischen Gütertransportlogistik «eine Chance für einen Beitrag zur Bewältigung der künftigen Güterverkehrsströme». Das innovative Vorhaben hätte zudem eine grosse Strahlkraft und könnte den Technikstandort Schweiz und die Standortattraktivität des Aargaus stärken, glaubt sie.

In Bezug auf die raumrelevanten Auswirkungen lägen allerdings noch keine ausreichenden Grundlagen vor, um das Vorhaben in der kantonalen Verkehrsplanung zu integrieren, heisst es weiter. So sei etwa noch nicht klar, welche Entlastungswirkung auf dem Strassennetz und welche zusätzliche Belastung im Umfeld der Hubstandorte zu erwarten ist. Oder wie die Güter in den Städten feinverteilt werden sollen.

Regierung pocht auf ein Bundesverfahren

Der Aargauer Regierungsrat findet weiter, eine Infrastruktur mit nationaler Ausdehnung setze im Endausbau zwingend ein einziges, bundesrechtliches Bewilligungsverfahren voraus. Im föderalistischen Umfeld wäre ein Vorhaben gestützt auf kantonale Bewilligungen kaum realisierbar: «Der Kanton Aargau ist dezidiert der Meinung, dass die Zuständigkeiten für das Bewilligungsverfahren und die Planung untrennbar verbunden sind.»

Man erwarte ein klares Bekenntnis des Bundes zu diesem Vorhaben, heisst es in der Stellungnahme weiter. Der Kanton fordert zudem, dass der Bund für CST analog zum Eisenbahngesetz eine Infrastrukturkonzession erteilt.

 

Lesen Sie das Interview mit Baudirektor Attiger 

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