Schwindendes Grundwasser wegen Hitzesommer: Gemeinden rufen zum Wassersparen auf

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Wer belächelt wird, weil er mit einem dreckigen Auto herumfährt, sollte erwidern: «Ich spare nur Wasser. Das sollten Sie auch tun.» Bild: iStockphoto
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Obwohl ein saftig grüner Rasen schön anzuschauen ist, sollte man wegen der anhaltenden Trockenheit auf Rasensprenger verzichten und Pflanzen nur zurückhaltend giessen. Bild: iStockphoto

Die Lage sei kritisch, aber nicht prekär. Das sagte der Aargauer Grundwasser-Spezialist Christoph Mahr Ende Juni zur AZ.

Er befürchtete, dass vor allem Seitentäler wie das Suhrental oder Teile des Fricktals Probleme bekommen könnten, weil sich das Grundwasser nach dem trockenen Sommer 2018 nur minim erholt hatte.

Mahr sollte recht behalten. Diese Woche hat die Gemeinde Magden im Fricktal die Bevölkerung gebeten, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Wegen der anhaltenden Trockenheit sei der Grundwasserspiegel stark abgesunken, während der Wasserverbrauch im Juni gleichzeitig einen Rekordwert erreicht habe.

Autos und Vorplätze sollten deshalb nicht gewaschen werden, Swimmingpools nicht befüllt und Rasen, Sträucher und Gärten nur minimal oder gar nicht bewässert werden.

In den Sommerferien sinkt der Wasserverbrauch

Magden ist nicht die erste Aargauer Gemeinde, die auf die Trockenheit reagiert. Hägglingen im Freiamt hat die Bevölkerung bereits im Mai gebeten, Wasser zu sparen. Brunnenmeister Paul Huser sagt, dieser Aufruf gelte nach wie vor. «Die Einwohnerinnen und Einwohner sollten nur das Nötigste brauchen.» Huser ist überzeugt, dass viele Hägglinger den Aufruf ernst nehmen. Aktuell gehe der Wasserverbrauch zurück. «Das liegt aber sicher an den Sommerferien», sagt Huser.

Neben Hägglingen hat auch Bettwil Anfang Juli einen dringenden Aufruf zum Wassersparen erlassen. Es herrscht zwar noch kein Wasser-Notstand, die Gemeinde wollte aber vorsorgen. In Dottikon und Unterlunkhofen wurde die Bevölkerung ebenfalls für das Thema sensibilisiert.

Am Mittwoch folgte dann noch die Freiämter Gemeinde Beinwil.

In den Gemeindenachrichten wird informiert, dass der Grundwasserspiegel aufgrund der geringen Niederschläge gesunken sei und der Gemeinderat die Bevölkerung bitte, sparsam mit dem Wasser umzugehen.

Vorbeugen, bevor das Wasser knapp wird, scheint angesichts des bisherigen Wetters und der Prognosen sinnvoll zu sein. Schon der Juni war laut Meteonews aussergewöhnlich sonnig, warm und trocken.

An allen Wetterstationen überschritten die Durchschnittstemperaturen das klimatische Mittel von 1981 bis 2010, heisst es in einer Mitteilung. An der Messstation in Aarau betrug die Durchschnittstemperatur im Juni 19,6°C, was 2,5°C wärmer ist als das klimatische Mittel. Auch geregnet hat es weniger. Während im Juni durchschnittlich 112,2 mm Regen fallen, waren es dieses Jahr nur 49,7 mm. Warm und trocken geht es auch weiter. Am Wochenende werden Temperaturen um die 30 Grad erwartet.

Kanton sieht noch keinen Handlungsbedarf

Beim Kanton beobachtet der Führungsstab die Entwicklung der Trockenheit, damit er nötigenfalls eingreifen könnte. «Im Moment besteht noch kein Handlungsbedarf», sagt Andreas Märki, Fachspezialist für Grundwasser und Geologie beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt.

Ein Eingreifen des Kantons hänge von den Grundwasserständen oder Quellerträgen bei den grossen Trinkwasserfassungen ab. «Daneben ist denkbar, dass die Wasserversorgungen den Kanton zum Eingreifen auffordern», sagt Märki. In erster Linie seien aber die Wasserversorger der Gemeinden für die Verteilung des Trinkwassers verantwortlich.

Trinkwasserversorgung hat Priorität

Das Wassernutzungsgesetz gibt dem Kanton die rechtliche Grundlage, die Fördermengen bei Grundwasserfassungen zu reduzieren. Das Umweltdepartement könnte laut Gesetz zum Schutz vor Übernutzung des Grundwassers die Entnahmemenge beschränken. «Bei einer Reduktion der Fördermengen werden die Anliegen der Trinkwasserversorgung am höchsten gewichtet», sagt Märki. «Das heisst, es müssten zuerst die Brauchwassernutzungen gedrosselt werden.»

Die Bestimmungen der eidgenössischen Verordnung über die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Notlagen kommen laut Märki erst bei einer extremen Krisensituation zur Anwendung. Dann, wenn die normale Trinkwasserversorgung, etwa als Folge von Naturereignissen, Störfällen oder kriegerischen Handlungen, erheblich gefährdet, eingeschränkt oder verunmöglicht wäre. Im Gesetz sind für solche Situationen Mindestmengen an Trinkwasser vorgesehen, die verfügbar sein müssen.

 

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Wassermangel

Alex Grendelmeier
schrieb am 18.07.2019 15:22
Das war bereits 1952 auch in unserer Region der Fall. Rasenspritzen war untersagt.
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