«De Tell begleitet eus as Jamboree»

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Nationalheld Wilhelm Tell ziert das Delegationsmaterial von Andrin Häuselmann (Zupy) und Joel Aeschlimann (Tui). (Bild: Lukas Aecherli)

Am Montag geht für Andrin Häuselmann und Joel Aeschlimann ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. Nach vier Jahren voller Vorfreude und intensivem Sparen fliegen die Brittnauer Pfadfinder am Montag um die Mittagszeit ins Weltpfadilager in die USA. Am 12-tägigen World Scout Jamboree – so wird das zirka 45 000 Teilnehmer umfassende Pfadilager in West Virginia genannt – erwartet die beiden 14-Jährigen ein abwechslungsreiches Programm. «Es gibt beispielsweise einen Kulturabend, an dem wir den anderen Teilnehmern das Jassen sowie typische Schweizer Wörter beibringen werden», erzählt Andrin, dessen Pfadiname Zupy ist. Weiter sind Diskussionen über den Umweltschutz und die Menschenrechte geplant. «Es ist sicher gut, wenn man diese Themen auch im Hobby vertieft», meint Joel und unterstreicht damit sein Interesse an den Diskussionsthemen.

Gross ist auch die Freude auf den Kontakt mit anderen Pfadfindern. «Es ist spannend, die Kultur anderer Länder kennenzulernen und zu spüren, wie diese ticken», sagen die beiden Brittnauer. «Obwohl wir nur einen Bruchteil der Sprachen verstehen, werden wir viele Kontakte knüpfen», sind sie sich sicher.

Keine Angst, den Sohn in die USA gehen zu lassen

Wie sämtliche 1150 Teilnehmer der Schweizer Delegation, welche unter dem Motto «De Tell begleitet eus as Jamboree» steht, sind auch Andrin und Joel Mitglieder eines kantonalen Trupps. Innerhalb des Aargauer Trupps – er nennt sich «RAGUSA», in Anlehnung an die für den Kanton typischen Rüeblis (R), den Herkunftsort (AG) und den Austragungsort (USA) – haben sich die beiden Jugendlichen während mehrerer Tage auf ihre Reise vorbereitet. «Wir kamen zusammen, haben uns kennengelernt, Lagerregeln besprochen, den Umgang mit anderen Kulturen angeschaut und vieles mehr», resümieren die beiden Pfadfinder die Vorbereitungszeit.

Die Vorbereitungszeit ist nun aber vorbei; jetzt gilt es ernst. In weniger als 48 Stunden sind Andrin und Joel auf ihrem Weg in die USA und fernab ihrer gewohnten Umgebung. Angst, ihr Kind alleine nach Übersee gehen zu lassen, hat Andrins Mutter, Corinne Häuselmann, nicht: «Ich weiss, was auf die Jungs zukommt. Ich nahm im Jahr 1998 am Jamboree in Chile teil.» Dieses «unvergessliche Erlebnis», wie es Andrins Mutter beschreibt, ist auch der Grund für Andrins und Joels Interesse am Weltpfadilager. «Immer wieder blätterte ich das Fotoalbum meiner Mutter durch und wollte selbst an einem Weltpfadilager teilnehmen», sagt Andrin, der auch Joel – in der Pfadi Tui genannt – zu begeistern vermochte.

Solidarische Finanzierung für alle Pfadfinder

Das Ziel ins Auge gefasst, sparten die beiden Pfadfinder während vier Jahren für die Auslandsreise: «Wir haben das ganze Weihnachts-, Geburtstags- und Sackgeld zur Seite gelegt», so die Jugendlichen. Denn die Teilnahme – samt Lagerbeitrag, Vorbereitungs-, Ausrüstungs-, Reise- und Verpflegungskosten – kostet stolze 4600 Franken.

Um sämtlichen Pfadfinder der Welt die Teilnahme am Jamboree zu ermöglichen, hänge der eigentliche Lagerbeitrag vom Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Landes ab, weiss Corinne Häuselmann. «Da die Schweiz ein sehr vermögendes Land ist, fällt der Lagerbeitrag für Andrin und Joel dementsprechenden viel höher aus», erklärt sie weiter.

Rückreise über die Hauptstadt der USA

Im Anschluss an das 12-tägige Weltpfadilager in West Virginia geht es für den Aargauer Trupp für drei Tage nach Washington DC. Der Abstecher über die Metropole dient logistischen Zwecken, wie Corinne Häuselmann weiss: «Damit die 45 000 Pfadfinder aus 150 Ländern den Luftverkehr nicht blockieren, gibt es jeweils Vor- und Nachprogramme. Diese sollen die Pfadfinder im Land und auf die verschiedenen Flughäfen verteilen.» Ungeachtet des logistischen Hintergrundes der Reise freuen sich die beiden Pfadfinder auf den Besuch der Metropole: «Es ist schon sehr cool, die Hauptstadt der USA zu besichtigen.»

Voller Vorfreude und gespannt auf das Jamboree und den anschliessenden Aufenthalt in Washington DC, sind sich Andrin Häuselmann und Joel Aeschlimann schon jetzt sicher, dass die nächsten Wochen zu einem «einzigartigen Ereignis» werden.

Weltpfadilager – ein Treffen unter Freunden

Jamboree – so nennen Pfadfinder ihre grossen Lager. Der vermutlich aus einer afrikanischen Sprache stammende Begriff bedeutet «Treffen unter Freunden».

Bereits zum 24. Mal treffen sich Pfadfinder aus aller Welt zum World Scout Jamboree. Erstmals im Jahr 1920 in der Olympia Arena in London durchgeführt, findet die diesjährige Austragung im Summit Bechtel Reserve in West Virginia statt. Die in der letzten zehn Jahren renaturierte Tagebaumine ist speziell auf grosse Pfadianlässe ausgelegt und bietet den Jugendlichen diverse Angebote.

Bei Aktivitäten wie Klettern, River Rafting, Kayaking oder Standup Paddleboarding können sich die Pfadfinder auf dem über 4000 Hektaren grossen Gelände austoben.

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