«Die Mondlandung war überall das Thema Nummer eins»

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Die Zofinger Autorin Margrit Schriber war bei der ersten Mondlandung 30. «Sie haben einen Affen in die Umlaufbahn geschossen. Die Menschheit stand im Zenith. Sonde um Sonde schlug ein Loch in den Mond. Dann kamen die Astronauten. Die HELDEN. Wie ungelenke Maden hüpften Neil Armstrong und Buzz Aldrin aus dem Mondorbit, schlenkerten übermütig im Staub und pflanzten eine US-Flagge. Ich sah alles mit eigenen Augen. Ein dreissigjähriges Bürofräulein im taillierten Wollkostümchen, das sich tagtäglich mit Blaupausen und Dreckfingern abmühte, während andere den Weltraum eroberten. Halbe Nächte hing ich an den Lippen des Wissenschafters Bruno Stanek in meinem Fernsehkasten und liess mir den Griff nach den Sternen erklären. «Mann im Mond, so long,byebye,guteNacht!» (mrs)
Beat Kirchhofer, Senior Editor, und damals Schüler der 5. Klasse. «Schulferien und ich hatte den Freipass, bei den Nachbarn so viel und so lange Apollo am TV zu sehen, wie ich wollte. Am meisten beeindruckt hat mich der Start der 111 Meter hohen Saturn. Dann Landung und Stunden später erste Bilder vom Mond. Geisterbilder – ich glaubte, durch den Köper von Armstrong hindurchzusehen. Da ist ein Land, das zum Mond fliegen, aber keine anständigen TV-Bilder liefern kann? Das Gegenteil ist der Fall – wie ich heute weiss. Überhaupt Live-Bilder sehen zu können, war 1969 eine enorme Leistung. Die Bilder konnten angesichts der Datenmenge nur komprimiert übertragen werden – und dies geschah in Echtzeit.» (bkr)
Wirtschaftsförderer Andreas Brändle aus Wikon war damals Teenager. «Die Mondlandung ist untrennbar mit dem Kennedy-Attentat verbunden. Ich war im Kindergarten, als Kennedy starb. Ich wusste nicht, wer Kennedy war, aber dass es ein aussergewöhnliches Ereignis war. Im Kalten Krieg haben wir uns mit den Amerikanern solidarisiert und identifiziert. Die jahrelange Vorbereitung der Mondlandung habe ich beobachtet. Und natürlich auch die Landung. Bruno Stanek war unser Reiseleiter und Erklärer. Tags darauf berichtete die NZZ detailliert auf mehreren Seiten. Ich habe alle Tagesberichte über diese Expedition bis zum letzten Komma gelesen und jahrelang aufbewahrt. Erst vor kurzem fielen sie einer internen Räumungsaktion zum Opfer.» (rzu)
Doris Lüscher aus Zofingen war bei der ersten Mondlandung 18 Jahre alt. «1969 habe ich als 18-jährige Kantischülerin zusammen mit meiner Freundin für vier Wochen als Pflegehelferin im Inselspital gearbeitet. Normalerweise standen wir um 5 Uhr auf für die Arbeit. Am 21. Juli hatten wir aber frei. So sassen wir ab 2 Uhr morgens vor dem Radio und warteten gespannt auf Nachrichten. Als dann Neil Armstrongs Worte «Ein kleiner Schritt für mich aber ein grosser für die Menschheit» ertönten, waren wir fassungslos. Was genau die Mondlandung für die Menschheit bedeutete, erschloss sich uns erst viel später. Aufgewühlt krochen wir nochmals unter die Bettdecken. Ob ich vom Mann auf dem Mond träumte, weiss ich nicht mehr.» (rzu)
Heidi Bono aus Zofingen war bei der ersten Mondlandung 27 Jahre alt. «Als Tochter und auch Ehefrau eines Journalisten habe ich mich, zusammen mit meiner «Entourage», sehr für die Mondlandung interessiert. Wir hatten noch nicht lange ein eigenes Fernsehgerät, und das lief natürlich dauernd. Alles haben wir gehört und gelesen, über den Start, die Landung und die ersten Worte des Astronauten. Mein Mann hat zudem von einer späteren USA-Reise und einem Besuch in Cape Canaveral ein Verpflegungspaket nach Hause gebracht, so wie es für die Astronauten auf dem Transport mitgeführt wurde. Vor allem die Kinder in der Familie hat das fasziniert und sie wollten immer davon essen. »(h.b.)
Rolf Günter aus Zofingen beschäftigten als 28-Jährigen andere Dinge. «Für mich, damals 28 Jahre alt, und meine kleine Familie standen ganz andere Dinge im Vordergrund. Das Studium und vor allem wirtschaftliche Probleme. Mich hat der ganze Rummel rund um die Mondlandung einfach nicht fasziniert. In der Familie lebte auch der 1885 geborene Grossvater. Er war absolut hingerissen von diesem Ereignis und freute sich über die Verheissung, dass man auf dem Mond vieles entdecken würde. Immer wieder sagte er: Dass ich das noch erlebe und es möglich ist, so weit von der Erde wegzukommen. Alle mussten wir seinen Lobreden zuhören, ob wir wollten oder nicht.» (h.b.)
LN/ZT-Redaktor Marc Benedetti war 1969 im Kindergarten. «Aua, man fühlt sich alt, wenn man als Auskunftsperson zu einem Ereignis befragt wird, das 50 Jahre zurückliegt. Woran ich mich aber genau erinnere: Ich war zu dieser Zeit in Allschwil im Kindergarten und sechs Jahre jung. Ich weiss noch, dass ich damals aus Illustrierten Bilder des Mondes und der Mondlandung ausschnitt und zu einer Collage zusammenklebte. Das grosse Ereignis faszinierte mich. Die Welt war damals fortschrittsgläubig, optimistisch und nicht so miesepeterig wie heute. Die Collage muss nach dem Mondlandungstag entstanden sein. Im Juli 1969 war ich mit der Familie in der Bretagne in den Ferien. Ob wir die Mondlandung am Fernseher schauten? Who knows! »(ben)
Heiner Hoerni aus Zofingen war am 21. Juli 1969 im Militär. «Als 31-jähriger Oberleutnant war ich am Abverdienen bei der Übermittlungs-RS in Kloten. Für das Ereignis haben wir in der Ausbildungshalle Monitore aufgestellt, damit die Rekruten das Ereignis verfolgen konnten. Es konnten nicht alle gleichzeitig schauen, aber wir haben darauf geachtet, dass alle das Spektakel verfolgen konnten. Jede der verschiedenen Phasen wurde kommentiert. Ein sehr emotionaler Augenblick war das Aussteigen – die meisten Rekruten haben vor Begeisterung geschrien. Thematisch hat der Anlass, der einem technischen Wunder gleichkam, sehr gut zur Übermittlungs-RS gepasst – das Thema war bis zum Ende präsent.» (h.b.)
Ruth Jakob aus Zofingen absolvierte die Handelsschule in La Neuveville. «Als junge 24-jährige Frau habe ich die Handelsschule in La Neuveville besucht. Während der Zugfahrt von Biel wurde tagelang über nichts anderes gesprochen. Am Abend habe ich dann ständig Fernsehen geschaut – noch nicht jedermann hatte damals ein eigenes Gerät. Alle wurden von grossen Emotionen gepackt und die Eltern mussten die Kinder am Abend regelrecht ins Bett zwingen. Vor allem in Erinnerung ist mir auch heute der Ausstieg aus der Raumkapsel und der erste Fussabdruck. Zehn Jahre später besuchte ich den Ort Cape Canaveral in den USA, dort wo das Kennedy Space Center stationiert ist – da konnte ich alles noch mal in Erinnerung rufen.» (h.b.)
Der Zofinger Siegfried Stich ist Organisator des Kulturplatz Strengelbach. «Ob ich einen Wecker gestellt habe, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls hörte ich mit meiner Frau mitten in der Nacht Radio. Gebannt horchten wir der Berichterstattung über die Mondlandung der bemannten Apollo 11 der USA. Ich kann mich noch genau an die Stimme von Neil Armstrong erinnern. Meine Frau und ich waren sehr berührt – ich hatte Hühnerhaut. Die Mondlandung war auch das Gesprächsthema Nummer eins in der Kantine gewesen. Ich arbeitete damals, 34-jährig, bei der Ritex AG, der ehemaligen Kleiderfabrik in Zofingen. Ich dachte damals: Jetzt gehts richtig los mit der Raumfahrt – jedenfalls noch extremer, als es dann, rückblickend betrachtet, war.» (rzu)
Vor 50 Jahren hat Walter Bloch (65) seine KV-Lehre begonnen. «Die Mondlandung verfolgte bei uns die ganze Familie vor dem Fernseher. Ich erinnere mich, dass es ein eher zähes Warten war. Worauf eigentlich? Sollte die Mondlandung die Welt verändern? Für mich hatte die ganze Mission etwas Surreales. Ich hatte ja keine Vorstellung davon, was «der grosse Schritt für die Menschheit» bedeuten soll. Die irdische Realität war damals viel spannender, schliesslich begann ich langsam zu begreifen, dass da viel Unentdecktes sein musste beim anderen Geschlecht. Und wenn ich mich mit meinem 2-Gang-Puch in die Umlaufbahn um Mümliswil begab, war das zwar keine TV-Sondersendung wert, aber für meine persönliche Entwicklung irgendwie nachhaltiger. »(wbl)
Wolfgang Gänssler aus Oftringen war damals 24 Jahre alt. «Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus – die riesigen Kästen von Computern steuerten mit Präzision die Mondlandefähre auf den Erdtrabanten. Die Technik und die Präzision faszinierten mich als 24-Jährigen. Noch mehr bibberte ich aber bei der Rückkehr mit: Hoffentlich geht alles gut, dachte ich. Durch die Medien war man auch damals gut informiert, wie der ganze Vorgang ablaufen soll. Bewegtbilder dazu habe ich aber erst wenige Tage später im Kino gesehen – beispielsweise wie Neil Armstrong seinen Fuss auf den Mond setzte. Trotz der Begeisterung für dieses Ereignis war ich schnell wieder im Alltag – schliesslich musste ich arbeiten und hatte eine junge Familie.» (rzu)
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