Aarauer Unternehmen «Kern» lieferte Objektive für den harten Mondeinsatz

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Astronaut Edwin «Buzz» Aldrin vor dem Sonnenwindsegel, das bei Mission 11 noch vor der US-Flagge aufgestellt wurde – nicht zu sehen: Omega-Uhr und Aarauer Kamera. Bilder: zvg
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Eine der Kameras von Kern (links oben) in einer Apollo-Kapsel.

Die Anstrengungen der USA, Menschen auf den Mond zu bringen, waren ebenso enorm wie die Kosten. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an die Lieferantinnen von Equipment und Forschungsideen. Zu Letzteren gehörte das Sonnenwindsegel der Uni Bern. Sonnenwind ist ein Teilchenstrom – quasi ein milder Sandsturm. Seine Partikel wurden ganz trivial mit einer Alufolie eingefangen. Die Nasa war von diesem Experiment derart begeistert, dass bei Apollo 11 – bedingt durch die sehr kurze Aufenthaltsdauer auf dem Mond – erst das Sonnenwindsegel aufgestellt wurde und dann die US-Flagge.

Kern lieferte die besten Objektive für Filmkameras

Die Omega-Uhr auf dem Mond ist eine Legende und aktuell in einer Werbekampagne omnipräsent. Kaum jemand aber kennt den Beitrag von Kern Aarau. Ja, das war die Zirkelschmiede, deren Erzeugnisse wir aus der Schule kennen – aber auch Herstellerin von Vermessungsinstrumenten.

Mit ihnen erwarb sich Kern höchste Kompetenz in der Herstellung von optischen Linsen. Mit deren Qualität mussten sich die Aarauer nicht vor Zeiss verstecken, dessen Objektive für die auf dem Mond eingesetzten Hasselblad-Fotokameras genutzt wurden.

Kerns Stärke war das bewegte Bild. «Bolex»-Filmkameras waren mit Kern-Objektiven ausgestattet. Solche orderte die Nasa in grosser Zahl – Kern galt als Mass der Dinge. Film ergänzte die TV-Kameras, welche nur komprimierte Live-Bilder liefern konnten – die Bandbreite der Funkübermittlung liess nicht mehr zu.

Auch die Astronauten hatten solche Kameras «auf Mann», und in den Raumfahrzeugen filmten sie zur Dokumentation. Dies auf Filmkassetten mit 120 Metern Aufnahmematerial. Leiter des Nasa-Projekts bei Kern Aarau war Walter Zürcher. Er ist 2018 im Alter von 89 Jahren verstorben. 2009 bezeichnete der Konstruktions- und Entwicklungsingenieur die Zusammenarbeit mit der Nasa als Meilenstein in seiner beruflichen Laufbahn. Und er hatte auch eine Anekdote auf Lager: «Die Nasa hat mir einen Film der Mission 8 – die Umrundungen des Mondes zu Weihnachten 1968 – zugeschickt. Er war unscharf. Der Fehler lag jedoch nicht in Aarau, sondern wurde vom Kopierwerk verursacht.»

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