Fischerhebung: Felchen und Egli dominieren im Sempachersee

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Sempacherseefelchen sind die «Brotfische» der Berufsfischerei.
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In Ufernähe wird ein Bodennetz aufgezogen. (Bild: Pascal Vonlanthen)

Felchen und Egli dominieren als Fischarten im Sempachersee. Das macht das Gewässer attraktiv für die Berufs- und Angelfischerei. Bei einer standardisierten Befischung wurden 20 Arten nachgewiesen, davon auch überraschend viele Welse.

Diese Fischarten leben im See (sortiert nach Häufigkeit): Egli, Felchen, Rotauge, Kaulbarsch, Sonnenbarsch, Rotfeder, Alet, Gründling, Brachse, Wels, Schleie, Blicke, Barbe, Hasel, Laube, Forelle, Zander, Karpfen, Hecht, Kamberkrebs, Blaubandbärbling und Hybridform (Rotauge/Brachse).

Wels nicht heimisch im Sempachersee

In keinem anderen See in der Schweiz wurden bei Befischungen im Rahmen des «Projet Lac» ausserdem ähnlich viele Welse gefangen, heisst es im Schlussbericht zu den Untersuchungen vom September 2018. Der Wels ist eine der fünf nicht einheimischen Fischarten im Sempachersee. Insgesamt fingen die Forscher 1386 Fische. Im Vergleich zu anderen Seen sei der Sempachersee überdurchschnittlich ertragreich.

Die Felchen unterliegen jedoch einem starken Befischungsdruck und ihr natürliches Aufkommen sei durch den aktuellen Seezustand geschmälert. Ihre Rekrutierung werde deshalb durch Besatzmassnahmen gestützt. Dies hat Tradition. Waren früher im Sempachersee nämlich noch zwei Felchenarten verbreitet, ging deren Population im 19. Jahrhundert zurück, womöglich, weil im Jahr 1806 zum Zweck der Landgewinnung der Seespiegel dauerhaft um rund 1,8 Meter abgesenkt wurde. Um dem Rückgang entgegenzuwirken, wurden seit den 1880er-Jahren Felchen aus verschiedenen Ursprüngen eingesetzt und es kam zu einer Hybridisierung der Sempacher Felchen. Beeinträchtigt wurde der See auch durch Dünger. Negativer Höhepunkt war das Jahr 1984, als beim grossen Fischsterben 26 Tonnen Fische verendeten.

Fortan nahm der Phosphatgehalt dank weiterer Abwasserreinigungsanlagen, einer Seebelüftung und Massnahmen in der Landwirtschaft langsam wieder ab. Die negativen Auswirkungen werden durch Belüftung und die Zufuhr von Sauerstoff gemindert. Trotzdem tritt in der Tiefe jährlich ein Sauerstoffdefizit auf, das ein natürliches Aufkommen von tiefenangepassten Fischarten schmälert, wie es im Schlussbericht heisst. Das Ufer des Sempachersees erweise sich als weniger stark verbaut als bei anderen Seen und sei vielerorts naturnah. Bei der strategischen Planung der Seeuferrevitalisierung sei aber darauf zu achten, dass biologische Hotspots im See, bei Zu- und Ausflüssen, prioritär angegangen werden.

Kanton Auftraggeber der Studie, Bund zahlt daran

Die Artenzusammensetzung der Fischgemeinschaft eines Gewässers stelle einen hervorragenden Indikator für dessen Status als Ökosystem dar, heisst es in einer Mitteilung des Kantons. Die Fischvielfalt sei zwar bekannt gewesen, viele Arten würden aber gar nicht befischt. Um ein Gesamtbild der Bestände im See zu erhalten, hat die Dienststelle Landwirtschaft und Wald die vom Bund finanziell unterstützte Untersuchung in Auftrag gegeben. Was sie kostete, steht nicht. Die aktuelle Erhebung zeige auf, dass sich die grossen Investitionen der see-internen Massnahmen (Sauerstoffeintrag, Belüftung und Zirkulationshilfe) wie auch der see-externen Massnahmen (Phosphorprojekte, Abwasserreinigungsanlagen etc.) zur Seesanierung lohnten. (sda/ben)

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