Mundart: Wenige Worte reichen, um unsere Herkunft aufzuzeigen

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Hand aufs Herz: Wie gut sprechen Sie und ich Dialekt respektive haben wir einen originären? Im Internet gibt es zur Überprüfung entsprechende Tools. Sehr gut ist «Piz Allegra». Allerdings ist die Seite derzeit schwierig aufzurufen. Ähnlich aufgebaut ist dialects.from.ch. Hier muss man zehn Worte aus der Hochsprache in seinen Dialekt übersetzen.

Dabei hilft einem jeweils eine Anzahl von Vorschlägen. Eine Datenbank ordnet die gemachten Angaben einer Schweizer Karte zu, auf der dargestellt wird, wo in etwa die anfragende Person mundartlich zu verorten ist. Die wenigsten Kantone haben eine sprachliche Einheit vorzuweisen. Und Wohnsitznahme in anderen Kantonen mit Übernahme einzelner Begriffe führt auf der Karte oft zu einem speziellen Bild – nur wenige Leute lassen sich klar einer scharf umzirkelten Region zuordnen. Kennt man einige typische Begriffe aus der Zofinger Mundart, ist man noch lange kein Zofinger.

Beispiele aus dieser? Es geht nicht – es got ned.; heute – höt; Fenster – Feischter; gestern –geschter, Abend – Obe, gehorchen – fouge; jeweils – jewils; Holzsplitter – Houzschpletter. Das sind Worte aus dem Dialekt der Stadt. Die Übergänge zwischen einzelnen Dörfern und insbesondere Talschaften sind fliessend, die Nuancen für geübte Ohren unüberhörbar. Ein Zofinger wäre entrüstet, würde man seinen Dialekt in denselben Topf mit jenem eines «Choomer» (Kulmer) werfen oder gar mit dem Aarauer Dialekt. Der ist «berüchtigt» für sein spitziges «Au». Aber auch das ist am Stumpfwerden. Je besser die Verkehrsverbindungen in Richtung Zürich, desto mehr nimmt ein Sprachgut überhand, das an die Schriftsprache anlehnt. Für Dialekte im ganzen Kanton wird klar, dass bei dessen Gründung zusammengefügt wurde, was nicht zusammengehört hat.

Im Berner Aargau spürt man die Verwandtschaft mit dem «Bärndütsch», der Fricktaler hat sprachlich einiges gemeinsam mit dem Baselbieter. Im Limmattal sind starke Annäherungen an «Züridütsch» zu erkennen. Unterschiede sind angesichts der massiven Zuwanderung aus dem östlichen Nachbarkanton abgeschliffen. Beispielsweise sagt ein Badener der Farbe Gelb nicht gääl, sondern geel. Und ein Badener ist ein Bademer, was das dortige Tagblatt allerdings nie respektiert hat.

Am längsten halten sich in unserer Mundart Bezeichnungen für Dinge, die im täglichen Gebrauch der städtisch geprägten Zuwanderer kaum eine Rolle spielen. Ein Beispiel ist die Pflanzenwelt und dort der Löwenzahn. Die deutsche «Pusteblume» heisst ab Aarau in Richtung Zofingen Weyfäcke. In den regionalen Mundarten des Aargaus gibt es aber auch die Namen Chrottepösche, Chetteneblueme, Schyssmaltere, Tätschblueme, Eiertätsch, Söi-Stöck, Mooreblueme (eine Moore ist ein weibliches Schwein) und andere Namen mehr.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
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