Hans Ernis Witwe spendet an Megger Schweine-Bauer für Stall-Umplatzierung

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Der Landwirt Kaspar Hofer aus Meggen muss seinen Schweinestall umplatzieren, da dieser zu nahe an der Wohnzone liegt. Seit geraumer Zeit streiten sich ein Villa-Besitzer und die Bauernfamilie Hofer über den Gestank des Schweinestalls. Foto: Keystone/Urs Flüeler

Die Witwe und die Tochter des 2015 verstorbenen Luzerner Kunstmalers Hans Erni haben auf Ricardo ein Bild für 11 060 Franken sowie mehrere Lithografien versteigert. Das Spezielle daran: Der Erlös geht an einen Bauer aus Meggen, der seinen Schweinestall umplatzieren muss.

Am Montagmittag um 12 Uhr lief die Auktion ab. Das Originalbild mit dem Stierkopf ging für 11 060 Franken weg. Der Mindestpreis lag bei 5000 Franken. Nicht alle der insgesamt 38 Lithografien, die zu ersteigern waren, fanden einen Käufer. Geboten wurden – je nach Sujet – einige hundert Franken pro Lithografie.

Zur Versteigerung kam es, weil ein Bauer aus Meggen seinen Schweinestall umplatzieren muss, da dieser zu nahe an der Wohnzone liegt. Ein Anwohner wehrte sich wegen des Gestanks. Seit geraumer Zeit streiten sich der Villa-Besitzer und die Bauernfamilie Hofer um den Gestank des Schweinestalls.

Proteststurm gegen die Gemeinde

Der Bauer fühlte sich in seiner Existenz bedroht und beabsichtigt nun, mittels Crowdfunding, den Neubau eines Stalles zu ermöglichen. Die Familie des verstorbenen Kunstmalers Hans Erni, die mit der betroffenen Bauernfamilie befreundet ist, unterstützt ihn dabei. Das ersteigerte Geld geht an die Spendenaktion «Rettet Hofers Hof». Bereits am 30. Juni gab es einen Solidaritätsumzug vom Dorf Meggen hinauf zum Hof.

Diese Entscheidung der Familie, die Öffentlichkeit um Hilfe zum Erhalt ihres Betriebs zu bitten, habe hohe Wellen geschlagen und endete in einem Proteststurm gegen die Gemeinde, schrieb der Gemeinderat von Meggen in einer Medienmitteilung. Die heute bestehende Ortsplanung der Gemeinde Meggen im besagten Gebiet sei die Folge der Aktivität der Bauernfamilie, betont der Gemeinderat. Diese habe zwischen 1957 und 1966 knapp 7000 Quadratmeter Land ihrer Liegenschaft zur Erstellung von Wohnbauten veräussert. Zum Zeitpunkt der ersten Zonenplanung im Jahr 1977 sei diese Landfläche also bereits mehrheitlich überbaut gewesen, schreibt der Gemeinderat weiter. Die Gemeinde musste dieses Gebiet zwangsläufig einer Bauzone zuweisen. «Durch den Verkauf von Bauland legte die Familie den Grundstein für die Anbindung der Siedlung an ihren Landwirtschaftsbetrieb», betont der Gemeinderat.

Die Umstellung von Mast- zu Zuchtschweinen und die Erweiterung der Schweinehaltung führte zu einer Intensivierung der Geruchsbelastung. Ein Anwohner reichte die Geruchsklage ein. Die Gemeinde forderte ein nachträgliches Baugesuch ein, damit die Schweinehaltung zusammen mit den baulichen Veränderungen in einem Verfahren behandelt werden kann. Im Dezember 2018 verfügte der Gemeinderat, dass die Schweinehaltung im bestehenden Stall stillgelegt werden müsse.

Umstrittene Schweinescheune in Schachen muss stillgelegt werden

Frappierend ist, dass das Bundesgericht gestern Montag das Urteil zu einem ähnlich gelagerten Fall veröffentlichte. Demnach muss die Scheune eines Schweinemastbetriebs mitten im Werthensteiner Ortsteil Schachen stillgelegt werden. Und zwar innert drei Monaten. Dies hat das Bundesgericht jüngst entschieden. Gleichzeitig entschied das Bundesgericht in einem separaten Urteil, dass aufgrund der Mindestabstände auch kein Neubau einer Schweinescheune möglich sei. Die Geruchsemissionen im Siedlungsgebiet hätten immer wieder zu Beanstandungen aus der Bevölkerung geführt, schreibt der Gemeinderat von Werthenstein in einer Medienmitteilung zu den am Montag veröffentlichten Urteilen. Er nehme «mit Wohlwollen» zur Kenntnis, dass die Emissionen im Dorf in absehbarer Zeit ein Ende nähmen. Die kantonale Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) hatte die Stilllegung bereits 2017 verfügt. Dagegen beschritt der betroffene Landwirt den Rechtsweg. (sda/rzu)

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