Verwirrendes Inserat: Der «Löwen» steht zum Verkauf – oder etwa doch nicht?

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Restaurant Goldener Löwen Lanna Thai. (Quelle:Facebook)

Als «Restaurant im Herzen von Olten» war der «Löwen» gleich auf mehreren Internet-Plattformen wie comparis.ch oder immoscout24 ausgeschrieben. Zum Verkauf standen 120 Quadratmeter Gewerbefläche zu einem Preis von 120'000 Franken. Der zu erwirtschaftende Jahresumsatz wurde mit zwischen 600'000 und 700'000 Franken veranschlagt. Tönte eigentlich alles ganz vernünftig. Allerdings hat diese Geschichte einen Haken.

Der Mitbesitzer der Liegenschaft an der Hauptgasse 6 in Olten wusste von dieser Verkaufsabsicht nichts, wie er auf Anfrage dieser Zeitung zu verstehen gab. Warum und wie die schon elf Tage alte Offerte ins Internet gelangte, war ihm nicht bekannt. Nachdem er comparis.ch über diesen merkwürdigen Vorfall informiert hatte, liess der grösste Schweizer Online-Vergleichsdienst daraufhin das Inserat auf seiner Plattform verschwinden. Auch immoscout24 hatte das Inserat überprüft. «Man kann nie hundertprozentig sagen, ob es sich tatsächlich um ein gefälschtes Inserat handelt», so immoscout24 gegenüber der Redaktion, und bestätigte, dass ihnen, untypisch für Fake-Inserate, eine Gebühr entrichtet worden sei.

Es bleiben jedoch noch weitere Fragen offen. Wer hat diese Offerte erstellt und weshalb? «Der Kundendienst darf aufgrund der Datenschutzregelung keine persönlichen Angaben zum Inserat machen», lässt sich immoscout24 zitieren. Der Liegenschaftsmitbesitzer weiss nämlich nicht, wer seine Liegenschaft verkaufen möchte. «Ich habe auch keine Ahnung, weshalb jemand so etwas macht», ergänzt er. Und: Es habe auch noch keine Reaktionen zu diesem mysteriösen Verkaufsangebot gegeben. Kein Wunder, denn das Inserat enthielt gar nicht seine persönlichen Angaben. Zurzeit will der Miteigentümer keine Anzeige erstatten, sofern dieser Fall sich nicht wiederholt.

Das stösst aber auf ein weiteres Problem. Wie der Kundendienst von immoscout24 weiter mitteilt, bezieht comparis.ch kostenpflichtige Inserate unter anderem auch von immoscout24. Dies ermöglicht comparis.ch ohne weiteres, Inserate zu entfernen, was sie in diesem Fall gleich taten. Problematischer ist es bei immoscout24. Warum? Der Inserierende hatte dorthin Geld überwiesen, was immoscout24 zur Publikation verpflichtet. Und so müsste der Kläger, in diesem Fall der Miteigentümer – sofern seine Liegenschaft nicht widerrechtlich verkauft werden soll, Anzeige erstatten, damit die Polizei eingeschaltet werden kann. «Es wird häufig versucht, Interessenten hinters Licht zu führen», so immoscout24. Aber das Unternehmen habe zudem keine Kapazität, jedes Inserat auf seine Richtigkeit hin zu überprüfen. Sie würden aber Kontakt mit dem Eigentümer aufnehmen.

Nun ist es geklärt. Gestern, also noch am gleichen Tag, wurde der Redaktion mitgeteilt, dass der Inserierende die Adresse seiner Lokalität nicht offenlegen wollte. Deshalb gab er, nach Recherche in Google Maps, eine in Olten zentrale Adresse an – eben die des «Löwen». Viel Rummel um nichts, könnte man fast schon sagen.

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