Gewalt an deutscher Sprache

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Gedanken zur Analyse «Ein- und Ausfälle zum Thema Sprache» von Beat Kirchhofer. (Ausgabe vom 22. Juli.)

In einer aufschlussreichen Analyse zum Thema deutsche Sprache weist Beat Kirchhofer unter anderem auf die Auswüchse der so genannten «Gendergerechtigkeit» hin. Die Sprache verändert sich, doch haben sich die Tageszeitungen, auch das Zofinger Tagblatt, dem modischen Trend noch nicht unterworfen. Nun scheint es aber, dass doch auf diesen Zug aufgesprungen wird. Im Bericht über ein Bundesgerichtsurteil (Ausgabe vom 23. Juli) steht zweimal «die obersten Richterinnen» und einmal «die Bundesrichterinnen». Falls das Gremium nicht nur aus Frauen bestand, gleicht diese Aussage einer Vergewaltigung der deutschen Sprache.

Dürfen wohl Schüler künftig die Werke der grossen Dichter Goethe und Schiller oder der Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller nicht mehr lesen? Auch die Bibel müsste im Religionsunterricht zur Seite gestellt werden, weil Geschwister vielfach Brüder genannt werden.

Veränderungen hat es immer gegeben, dich die extreme «Geschlechterneutralität» tut der deutschen Sprache unnötigerweise Gewalt an.

Lydia Büchler-Karrer, Zofingen

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