Saure Gurken, Sommerloch und Wahlen

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Wenn die E-Mail-Flut zum Rinnsal austrocknet – dann ist Sommerflaute oder -loch, Saure-Gurken-Zeit eben. Saure Gurken sollen für den Hochsommer stehen? Ja, das bestätigt ein Briefwechsel mit keinem Geringeren als mit Johann Wolfgang von Goethe – Dichterfürst und Geheimrat in Weimar. Dort oblag ihm auch die Direktion des Hoftheaters.

Der Komponist Carl Friedrich Zeller schrieb am 31. Juli 1821 aus Berlin an Goethe: «Unser Theater ist jetzt wieder lavierend, wie immer in der Saure-Gurken-Zeit.» In der Tat: «Sauregurkenzeit» kommt aus Berlin, wo die Flaute in früheren Zeiten jeweils mit dem Aufkreuzen ambulanter Händler aus dem Spreewald zusammenfiel, die das Essiggemüse feilboten.

Eine mit eigenen Augen gesehene Realität ist das Sommerloch. Es liegt bei Rüdesheim. Honi soit qui mal y pense – das Sommerloch entspringt nicht einem ausgiebigen Besuch der Tavernen in der Drosselgasse. In Deutschland gibt es nicht nur zwei Frankfurt, sondern auch zwei Rüdesheim. Eines am Rhein und jenes in der Nähe der 417-Seelen-Gemeinde Sommerloch – Rüdesheim an der Nahe. Das ist ein linker Nebenfluss des Rheins, in welchen die Nahe bei Bingen – die heilkundige Hildegard lebte hier – mündet.

Übrigens: In England heisst die Sommerflaute «Season of the very smallest potatoes». – Angesichts des bevorstehenden Brexit bekommt diese Metapher ungewollt eine neue Bedeutung.

Zurück in den Aargau. Umso dünner der Nachrichtenfluss, desto mehr Raum in den Zeitungsspalten bekommt, was sich in diesen Tagen Wichtiges und weniger Wichtiges auf der politischen Bühne tut. Das wissen Medien- und Politfüchse. So gelang es letzte Woche dem von der SVP nicht mehr für den Nationalrat nominierten Luzi Stamm, sich wieder ins Gespräch zu bringen. Dies sekundiert vom Brugger Unternehmer und Präsidenten des bürgerlichen Forums perspective.ch Otto H. Suhner.

Perspective.ch hatte letzte Woche ein grösseres Inserat geschaltet, in welchem 18 Kandidatinnen und Kandidaten aus SVP und FDP als echt bürgerliche Leute zur Wahl in den Nationalrat empfohlen werden – unter ihnen Luzi Stamm.

Hat Stamm Unterschlupf auf der Seniorenliste des durch die SVP ebenfalls in den Ruhestand verabschiedeten Maximilian Reimann gefunden? Dies wurde nach den jüngsten Eskapaden von Luzi Stamm– die Kokain-Geschichte – von Reimanns Gruppierung vehement dementiert.

Was heisst das? Wandelt Stamm auf den Spuren von Kathy Riklin? Die 66-jährige Zürcher CVP-Nationalrätin wurde nach zehn Jahren im Amt von ihrer Partei ausgemustert – und tritt nun auf einer eigenen Liste an.

Ob er wirklich nochmals antritt, sei noch nicht entschieden, sagt Stamm. Dies auch deshalb, weil seine Frau sehr hoffe, dass er endlich den Ruhestand geniesst. Die Wahlchancen auf einer solitären Stamm-Liste sind nicht berauschend. Das Verteilprozedere für ein Restmandat ausgeklammert, sind im Aargau für einen Sitz im Nationalrat 1/16 der abgegebenen Stimmen nötig.

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