Die Pensionskassen lassen Wohnungen auf Vorrat bauen

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«Unverbaubare Sicht, sonnig und ruhig» heisst es in einem aktuellen Online-Wohnungsinserat aus Reiden. Die 4,5-Zimmer-Wohnung hat Vorzüge: grosszügige Gestaltung, grosse Terrasse, Parkett im Wohn-/ Essbereich und eine offene moderne Küche. Das alles ist bereits für 1650 Franken zu haben. Der Preis offenbart das Problem, dass man in Reiden Wohnungen nicht mehr so einfach losbringt. Reiden hatte am 1. Juni mit 118 Wohnungen erneut den höchsten Leerwohnungsbestand im unteren Wiggertal.

«Das Problem existiert nicht nur im Wiggertal», sagt Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP), «es ist ein Stadt–Land-Phänomen.» Die Pensionskassen haben laut Kunz einen Anlagenotstand, der dazu führe, dass viele Wohnungen «auf Halde» gebaut werden. Das sei zwar volkswirtschaftlich nicht sehr sinnvoll. «Wenn ein Investor ein Bauprojekt bringt, das bewilligungsfähig ist, können wir das aber von Gemeindeseite nicht aufhalten», sagt Kunz.

Immerhin, gibt er zu bedenken, hat sich die Gemeinde Reiden verbessert: «Vor einem Jahr standen 134 Wohnungen leer, aktuell sind es 118.» Der Grund für die vielen Neubauten ist laut dem Gemeindepräsidenten, dass die Gemeindeversammlungen von Reiden vor Jahrzehnten zu viel Bauland eingezont haben. Mit der Änderung der Bau- und Zonenordnung, die laut Kunz im Herbst startet, soll das teilweise korrigiert werden. Reiden ist eine Rückzonungsgemeinde im Kanton Luzern. Es stehen aber nicht nur neue, sondern auch viele ältere Wohnungen in Reiden leer. Einen Grund sieht Kunz darin, dass Bewohner teilweise aus ihren Altwohnungen ausziehen und in neu erstellte Mietwohnungen oder eine Eigentumswohnung umziehen.

Frei werdende Wohnungen stehen länger leer

«Das Angebot an Wohnungen steigt stärker als die Nachfrage», sagt auch Andreas Wapf von der Treuhandfirma Truvag. Die Truvag verwaltet in Reiden viele Wohnungen, im Auftrag von Wohnbaugenossenschaften und privaten Besitzern von Mehrfamilienhäusern. «Die Vermietung ist anspruchsvoller geworden wegen des grossen Angebots», erklärt Wapf. Eine frei werdende 4,5-Zimmer-Wohnung habe man früher problemlos weitervermieten können. «Heute muss man mit einem Leerstand von zwei bis drei Monaten rechnen.» Weg gingen die Wohnungen alle irgendwann. Laut Wapf müssten Besitzer manchmal «nachhaltig denken» und mit dem Preis runtergehen, damit die Wohnung nicht leer stehe. Zudem seien Neubauwohnungen für Mieter preislich ebenfalls attraktiver geworden. «Mancher sagt sich, er zahlt lieber 200 Franken mehr für einen neuen Standard, als in eine alte Wohnung zu ziehen.»

«Lofts kann man gut vermieten und 2,5-Zimmer-Wohnungen ebenfalls», sagt Georg Graweid von der Firma Luna Immobilien AG, welche elf Altbau-Wohnungen und drei Geschäftslokale in Reiden vermietet. Bei grösseren Wohnungen sei es schwieriger. Ein Grund, dass Wohnungen in Reiden nicht so schnell weggehen, könnte laut Graweid auch die Steuerbelastung sein. «Die Steuern sind in Reiden höher als in den Nachbargemeinden Dagmersellen und Wikon.»

Marketing: Die Gemeinde hat Nachholbedarf

Punkto Standortmarketing hat Reiden Nachholbedarf, erklärt Gemeindepräsident Hans Kunz. Das Erscheinungsbild der Gemeinde-Website ist seit der Fusion 2006 nicht mehr angepasst worden. Momentan ist die Gemeinde mit einem beratenden Marketingprofi daran, einen neuen Auftritt zu planen. Denn Reiden hat durchaus Vorzüge, die man noch besser vermarkten könnte und die ein Grund für Auswärtige sein könnten, in die Gemeinde zu ziehen. Hans Kunz erwähnt die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, aber auch die Nähe zum Autobahnkreuz A2/A1. «Wenn man hier wohnt, kann man problemlos in Basel, Bern oder Zürich arbeiten», so Kunz. Er erwähnt auch eine gute Schule mit engagierten Lehrern sowie ein aktives Vereinsleben. «Unsere Musikgesellschaft ist seit Jahrzehnten Spitzenreiter im Kanton Luzern.» Dazu kämen gute Sportanlagen und bis 2020 eine sanierte Badi Reiden mit Frei- und Hallenbad.

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