«Ich wollte mich eigentlich schon vor längerer Zeit einbürgern lassen»

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Als Antonio Tafaro 1972 als 18-Jähriger von Italien in die Schweiz kam, traf er in Dagmersellen auf ein kleines Bauerndorf. Dort fand er Arbeit. Mittlerweile hat sich das Dorf zur Zentrumsgemeinde im Luzerner Wiggertal gewandelt. Und zu Tafaros Bürgerort.

Um im Rahmen unserer Serie «Einbürgerungen» über dieses Thema zu sprechen, öffnet Tafaro die Tür zu seinem Zuhause am sanften Hügel des Kreuzbergs, erzählt von seinen Erfahrungen und seiner Geschichte bei einem Kaffee aus der italienischen Espressokanne.

«Da war ich schon ein bisschen nervös»

Ihm sei es wichtig gewesen, sich einbürgern zu lassen, sagt Tafaro gleich vorweg. «Ich identifiziere mich mit der Schweiz – und das schon lange.» Schliesslich habe ihm die Schweiz vieles mitgegeben und nicht Italien. Zeit für den ganzen Einbürgerungsprozess und dessen Vorbereitung fand er dann aber doch erst vor zwei Jahren. «Ich wollte mich eigentlich schon vor längerer Zeit einbürgern lassen.» Während seiner Erwerbszeit kümmerte er sich aber nebenbei noch um seine erste Frau, die später verstarb. «Deshalb ist es nun ein bisschen spät geworden.»

Im März 2017 reichte Tafaro dann schliesslich sein Einbürgerungsgesuch ein. Es erfolgten Gespräche mit der Einbürgerungskommission. Das übliche Prozedere. «Sie wollten beispielsweise wissen, wie ich Personen in der Gemeinde kennenlerne und wie ich mich fürs Dorfleben einsetze», sagt Tafaro, der sich in der Integrationsgruppe Espera und bei den Gartenfreunden Stängelmatte in Dagmersellen engagiert. Beim Endgespräch sass er dann schliesslich etwa zehn Kommissionsmitgliedern gegenüber. «Da war ich schon ein bisschen nervös», sagt Tafaro. Sechs Monate nach der Eingabe des Gesuchs erhielt er den entscheidenden Anruf der Präsidentin der Bürgerrechtskommission, dass sein Gesuch gutgeheissen wurde. Auch seine Tochter wurde gleichzeitig eingebürgert. Durch die Einbürgerung habe sich in seinem Leben nicht viel verändert, sagt der Doppelbürger.

Tafaro ist in Potenza aufgewachsen

Tafaro ist in der italienischen Region Potenza südöstlich von Neapel aufgewachsen. Er verliess seine alte Heimat, weil er keine Arbeit hatte und ihn sein Vater nicht unterstützen konnte. In Dagmersellen habe er Kollegen gehabt und die Leute seien freundlich zu ihm gewesen, sagt Tafaro. Also blieb er. Das erste Jahr habe er dann auf dem Bau gearbeitet. «Aber das war nicht so mein Ding.» Was ihm besser lag, war das Schweissen. Und später habe er in Maschinenfabriken auf der Drehbank gearbeitet. Bei der Hans Meier AG in Altishofen arbeitete er insgesamt 30 Jahre als Mechaniker. In der Zwischenzeit wohnte er in Sursee, Langnau, Brittnau und Schötz. Doch 1980 zog es ihn wieder nach Dagmersellen. «Seither bin ich hier.» 

EINDBÜRGERUNGSPRAXIS

In der Gemeinde Dagmersellen können sich ausländische Staatsangehörige einbürgern lassen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz und seit drei Jahren in Dagmersellen wohnen. Nach Eingang des Gesuches wird dieses durch die Bürgerrechtskommission geprüft. Im Gegensatz zur Gemeinde Wikon befindet nicht die Gemeindeversammlung über die Einbürgerung, sondern die neunköpfige Bürgerrechtskommission hat das letzte Wort. Das «Merkblatt zur Einbürgerung» von Dagmersellen zeigt sogar die Kosten transparent auf: Die Bearbeitung des Gesuchs einer erwachsenen Person durch die Bürgerrechtskommission beträgt beispielsweise 1500 Franken. Hinzu kommen weitere Gebühren vonseiten Bund und Kanton von insgesamt 450 Franken. (rzu) 

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