Abschaffung Eigenmietwert: Einmal mehr falsche Angstmacherei

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Zum Artikel «Abschaffung Eigenmietwert; Regierung ist alarmiert» (Ausgabe vom 30.Juli 2019)

Der Kanton rechnet vor, dass die Steuerausfälle je nach Zinsniveau unterschiedlich ausfallen. Das ist richtig. Schlicht falsch – und damit eine Vortäuschung falscher Tatsachen – ist dagegen die Aussage, dass die Steuerausfälle um so höher ausfallen, je tiefer der Hypothekarzins liege. Das Gegenteil ist richtig, wie jeder Haus- oder Wohnungseigentümer weiss: Bezahlt er für seine Hypothek 1 Prozent Zins, so kann er in der Steuererklärung bei einer Schuld von 500 000 Franken einen Abzug von 5000 Franken geltend machen, bei einem Zinssatz von 4 Prozent dagegen 20 000 Franken. Sein steuerbares Einkommen ist also beim tiefen Zinssatz 15 000 Franken höher als beim höheren, und dementsprechend höher fallen – zumindest nach meiner Logik, aber auch nach den Zahlen auf der Steuererklärung – die Steuereinnahmen von Kanton und Gemeinde aus.

Warum wird einmal mehr falsche Angstmacherei betrieben? Und warum wird zum Beispiel die Tatsache mit keinem Wort erwähnt, dass Kanton und Gemeinden aufgrund der tiefen Zinssätze der letzten Jahre Dutzende von Millionen an Mehreinnahmen von den Liegenschaftsbesitzern kassiert haben? Und zusätzliche dazu, weil bekanntlich vor nicht allzu langer Zeit auch die Eigenmietwerte ordentlich nach oben korrigiert und deshalb weitere Einnahmen auf dem Buckel der Grundeigentümer generiert worden sind?

Wenn schon Steuerausfälle, dann wohl eher , weil die Bankenbranche weniger verdient als auch schon und deshalb auch weniger Steuern bezahlt. Nur ist das nicht das Problem der Liegenschaftsbesitzer, und es ist auch nicht ihre Schuld, dass es so weit gekommen ist. Also sollte man die Sache fairer weise auseinanderhalten.

Diese Art von Information und Politik ist eigentlich längst überholt, und sie gehört endlich definitiv abgeschafft. Es würde der Glaubwürdigkeit der Institutionen und deren Vertreterinnen und Vertretern gut anstehen.

Bernhard Mühlematter, Riken

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