Von Anekdoten und Regenbogen

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Das Heitere-Publikum liess sich vom Hagelsturm die Stimmung nicht verderben. Bild: lej
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Sänger und Gitarrist Simon Ward wusste witzige Anekdoten zu erzählen. Bild: lej

 Ohne ein Wort zu verlieren starten The Strumbellas mit «We Don’t Know» ihren Gig und hängten gleich noch «Young & Wild» an. Die sechsköpfige Folkpopband aus Kanada unterhielt von der ersten Sekunde an. Das Publikum tanzte mit, sang lauthals bei den Zeilen «I’m young and wild» mit. The Strumbellas hatten zunächst nur wenige Worte für ihre Zuhörer übrig, schnell fühlten sie sich allerdings wohler und Frontman und Sänger Simon Ward hatte einige Anekdoten auf Lager. Zum Beispiel, wie der Song «David» zustande kam. Keyboarder David Ritter wäre nach einem Auftritt nicht gut drauf gewesen und hätte Simon Ward aufgesucht darüber zu reden. Dieser jedoch war gerade vertieft in den Film «Star Wars». Er hätte versucht David zuzuhören und gleichzeitig herauszufinden, was mit Darth Vader passiere, erzählte der Sänger. Der Song sei das Resultat davon.

Hits wie «Salvation» und «I’ll wait» luden zum Tanzen ein. «Ihr seid eines der spassigsten Publikums, für das wir je gespielt haben», rief Simon Ward begeistert. Schade nur fiel das ganze abschliessend ins Wasser. Als die ersten Töne ihres wohl bekanntesten Songs «Spirits» erklangen, goss es wie aus Kübeln. Das durchnässte Publikum sang aber mutig mit bis zum Schluss.

Die Fantastischen Vier
Ein beachtlicher Teil des Heitere-Publikums war wohl noch gar nicht geboren, als Thomas, Smudo, Andy und Michi die Fantastischen Vier gründeten. Schon seit 30 Jahren begeistern die Deutschen mit ihren mitreissenden Rap-Texten. Pünktlich zum geplanten Konzertbeginn um 19 Uhr entlud sich ein Hagelsturm über dem Heitern. Doch schon 15 Minuten später rockten «Fanta 4» vor durchnässtem Publikum den Platz. Ihre älteren Hits wie «Sie ist weg», «Die da!?!», und «MfG» funktionieren auch nach 30 Jahren noch mindestens so gut wie die neueren «Troy» und «Zusammen». Altersschwäche ist den Herren nun wirklich keine anzusehen. Das Schöne ist, dass man den Fantas ihre Freude am Musik machen auch nach 30 Jahren vorbehaltlos abkauft. Und man glaubt ihnen auch, dass sie gerne hier sind und auf dem Heitern Party machen. Die Band, welche schon zum dritten Mal am Heitere spielte, besitzt die Fähigkeit, die Stimmung im Publikum auch bei jenen Songs hoch zu halten, die es nicht mitsingen kann. Sie können es einfach. Nach 20 Minuten zeigt sich die Sonne wieder und es erscheint ein Regenbogen am Himmel. «Geiler kanns ja nicht mehr werden!», schrie Smudo. Danach blieb es trocken. Erst als der letzte Ton erklungen war, fielen wieder dicke Tropfen. Nochmals Glück gehabt. So war das ein mehr als würdiger Abschluss des Heitere Open Airs 2019.

(rsw/twa)

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