Erster Schultag, erster Schulsack und ganz viele Erinnerungen - GALERIE

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Lilly-Anne Brugger, stv. Chefredaktorin, am ersten Schultag 1988.
Lukas Aecherli kam 2002 in die erste Klasse
Lilly-Anne Brugger am ersten Schultag 1988
Katrin Petkovic am ersten Schultag 1998
Oliver Schweizer kam 1979 in die erste Klasse
Marco Nützi kam 2002 in die Schule
Ronnie Zumbühl am ersten Schultag 1994
Remo Wyss und sein Schulsack, den er im Jahr 2000 das erste Mal trug
Emiliana Salvisberg besuchte 1976 die erste Klasse

Das komische Gefühl, ohne Schulthek nach Hause zu gehen
«Die Erinnerungen an meinen blau-grünen Schulthek sind blass. Auch jene an das Etui und das Znüni, welches mir meine Mutter am ersten Schultag eingepackt hat, sind nur noch vage vorhanden. Viel klarer hingegen sind die Erinnerungen an das erleichterte Gefühl, wenn ich sämtliche Aufgaben bereits im Schulzimmer erledigt hatte und ohne Schulthek nach Hause gehen konnte. Dieses befreiende Gefühl, gepaart mit der unterschwelligen Angst, doch etwas vergessen zu haben und am nächsten Morgen ein ‹Strichli› zu bekommen, werde ich nie vergessen.» Lukas Aecherli, Praktikant

 

Nicht ganz rosa – dafür mit hellblauen Streifen
«Als ich 1988 in die erste Klasse kam, begann das Schuljahr das letzte Mal im Frühling. Darum erhielt ich meinen Schulsack von meinem Götti zu Ostern geschenkt. Ich durfte mit seiner Frau einen Schulsack auswählen. Im Geschäft gab es eine ganze Wand nur mit Schulsäcken. Ich wusste schnell, was ich wollte: einen rosaroten. Mit einem Aufdruck. Doch da hatte ich die Rechnung ohne meine Tante gemacht. Rosa sei mir nach zwei Jahren sowieso verleidet. Und ein Aufdruck auch. Der Kompromiss war dann ein rosaroter Schulsack mit hellblauen Streifen. Am ersten Schultag zeigte sich: Meine beste Freundin hatte einen ganz rosaroten Schulsack bekommen. Und ein anderes Mädchen hatte den gleichen wie ich. So speziell war mein Schulsack also doch nicht. Trotzdem hatte ich ihn bis Ende fünfte Klasse. Er fiel dann langsam auseinander. Im letzten halben Jahr waren die Lederträger so kaputt, dass ich sie abmontierte. Obwohl ich damals nicht mehr wirklich auf Rosa stand – meine Tante hatte also recht behalten –, gab es erst einen neuen Schulsack, also eine Mappe, zum Bez-Eintritt.» Lilly-Anne Brugger, Redaktorin Region

Die Erinnerung an den ersten Schulthek ist verblasst
«An das genaue Aussehen meines ersten Schultheks erinnere ich mich nicht mehr. Auch meine Mutter oder meine älteren Schwestern haben keinerlei Erinnerungen mehr daran. Was aber damals klar war: Den Thek würde ich im Emmen Center finden, das damals noch ‹Shopping Center Emmen› hiess. Wo sonst fand eine kroatische Familie im Jahr 1998 alles, was sie brauchte? Ich behielt den ersten Schulranzen die ganze Primar. Für die Oberstufe erhielt ich dann einen richtig ‹coolen› Schulsack: einen Dakine-Rucksack in Tarnfarben, den ich praktisch an den Kniekehlen tragen konnte.» Katrin Petkovic, Redaktorin Region

Mein kratzborstiger Kuhfell-Tornister
«Meinen ersten Schulsack durfte ich vor etwas mehr als 40 Jahren bei Portmann Lederwaren in der Zofinger Altstadt aussuchen. Vor dem ersten Schultag war ich noch sehr zufrieden mit meinem Schulthek. Der Deckel war mit hellbraunem Kuhfell mit weissen Flecken bestückt. Das Fell war sehr kurz, sehr glatt und verdammt hart. Gegen den Strich konnte man nur schwer darüberstreichen. Als der erste Schultag angebrochen war, war ich bald nicht mehr so zufrieden. Mein Banknachbar und zukünftiger Schulfreund Hanspeter hatte nämlich ebenfalls einen Felltornister, allerdings mit schwarzweissem Fell, das lang und richtig kuschelig weich war. Ein richtig schönes Fell, das man am liebsten unentwegt kraulen wollte. Trotzdem blieb mein kratzborstiger Tornister die fünf Jahre Primarschule im Einsatz. Ich vermute ihn irgendwo im Estrich meines Elternhauses, aber finden konnte ich ihn leider nicht mehr. Wichtiger als der Schulthek war mir sowieso das Etui, in dem eine wunderbare Palette an Farbstiften steckte und ein echter Kern-Zirkel!» Oliver Schweizer, Online-Redaktor

Der gleiche Schulsack wie der Cousin – und in der gleichen Klasse
«Der Stichtag bei meiner Einschulung im Jahr 2002 war noch der 30. April. Da ich genau am Stichtag Geburtstag habe, hatte ich das Glück, mit meinem älteren Cousin, der schon 1995 geboren wurde, zur Schule gehen zu dürfen. Mit ihm verbrachte ich fast mehr Zeit als mit meinen Geschwistern. Wir waren beide Fan vom Hasen Felix. Deshalb fiel die Wahl von uns beiden auf den rot karierten Felix-Schulsack mit dem passenden Etui. Ein Bild davon habe ich leider nicht, da die Festplatte meines Vaters kaputt ging. Auf meinem persönlichen Speicher im Kopf sind die Erinnerungen zum Glück aber noch erhalten.» Marco Nützi, Produzent

Der Einzige mit Privileg – und dann das …
«Mir scheint, ich gab nicht viel auf die Ästhetik einer Schultasche. Denn gemäss meiner Mutter soll ich diese verunglückte Laptoptasche, in Zeiten, in denen es noch gar keine Laptops gab (1994), selbst ausgewählt haben. Während meine Schwestern alte Schultaschen ‹nacheträge› mussten, hatte ich das Privileg, eine neue auswählen zu dürfen. Ganz nach dem Aphorismus: ‹Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, drück sie in deinen Augen aus.› Aber die Kuhfell-Taschen und die gemusterten ‹Scout›-Kisten der anderen Kinder stellten ja auch nicht wirklich eine Alternative dar.» Ronnie Zumbühl, Redaktor Luzern

Den perfekten Schulsack in einem Schaufenster entdeckt
«Blau, hinten zwei Leuchtschnallen und viele Flugzeuge drauf – das war mein erster Schulsack, der heute auf dem Estrich meiner Eltern liegt. Erhalten habe ich ihn vor 19 Jahren. Bei einem Spaziergang mit meinen Eltern durch Willisau entdeckte ich ihn in einem Schaufenster und er musste direkt mit nach Hause. Mein Rucksack begleitete mich in den nächsten fünf Jahren durch die ganze Primarschulzeit. Trotz des Rucksacks sass ich das erste Mal erst einige Tage nach meinem letzten obligatorischen Schultag in einem Flugzeug, auf dem Weg ins Bez-Abschlusslager.» Remo Wyss, Redaktor Region

Folgenschwere Wassertaufe meines feuerroten Leder-Schulranzens
«Nach Vanille, Zimt und Leder duftete er und liess lange mein Herz schneller schlagen: mein feuerroter Schulranzen mit sonnengelben Einsätzen. Ich war unbändig stolz auf meinen Lederthek, den mir meine Gotte aus der Slowakei geschenkt hatte. Auswählen durfte ich ihn, als meine Mutter und ich bei ihr zu Besuch waren. Das war ein halbes Jahr vor dem Schuleintritt. Mit meiner Gotte fuhren wir in die nächstgrössere Stadt. Kaum im Laden, hatte ich ihn erblickt und mir war klar – der und kein anderer musste es sein. Auf der Heimreise durfte ich ihn das erste Mal schultern. Danach blieb er für mich unerreichbar. Den ganzen Herbst und Winter lag er bis zum Frühling auf dem obersten Tablar im Schrank. Gefüllt war er mit Vanilleschoten und Zimtstangen, die meine Mutter immer vorrätig hatte. Kurz vor dem ersten Schultag überreichten mir meine Eltern endlich meinen Schulranzen. Das mit ihnen ausgesuchte Etui fand ebenso seinen Platz darin wie «Jimmy», mein kleines Äffchen aus Plüsch, das mir mein Bruder zum «grossen Tag» geschenkt hatte. «Jimmy» habe ich noch immer – meinen Schulranzen jedoch nicht mehr. Er begleitete mich aber bis zum Ende der Primarschule – und dies, obwohl er nicht ganz so wasserdicht war, wie ich es behauptet und ein Schulkollege überprüft hatte. Er schnappte sich meinen Thek und warf ihn in den Brunnen. Selbstverständlich bestand mein Leder-Schulranzen die Wassertaufe nicht. Alle Hefte waren pitschnass und unbrauchbar. Das hiess für mich nochmals alles ins Reine schreiben. Mein Schulkollege musste das auch machen – als Strafaufgabe, die letztlich für beide eine war.» Emiliana Salvisberg, Redaktorin Region

Mein Schulranzen musste wetterfest und schwindelfrei sein
«Ich bin ja der ‹Dinosaurier› im Newsroom der ZT Medien AG. Als mich die ZT-Redaktorin Lilly-Anne Brugger bat, einen Beitrag für die heutige ‹Schulranzen-Doppelseite› zu verfassen, da musste ich das Rad der Zeit bis ins Jahr 1962 zurückdrehen. – Aufgewachsen bin ich am Juraweg in Rothrist in der sogenannten ‹Frankesiedlung› mit Reiheneinfamilienhäuschen, nahe an der Aare. Mein Schulweg führte via Grüthgässli, an sechs Bauernbetrieben vorbei – heute gibt es gerade noch einen –, über einen bewachten Bahnübergang mit ‹Bahnwärterhüsli›, zum Pavillon gegenüber dem markanten Schulhaus Dörfli. Dieser Pavillon, damals als Provisorium gebaut, wird auch heute noch, 57 Jahre nach meinem ersten Schultag, als Schulraum benutzt. Unglaublich eigentlich …

Nach einem Jahr Kindergarten erhielt ich natürlich wie alle Siebenjährigen zum Schulbeginn einen Schulsack. Einige meiner Erinnerungen von damals sind noch immer abrufbar. Nebst einem Etui mit Farbstiften, Bleistift, Gummi und Spitzer fand ich im Rindsledertornister auch ein ‹Fäädereläädli› – so nannte man damals das hölzerne Kästchen, in dem die Schreibfeder und die kleinen, spitzen Schäufelchen aufbewahrt wurden. Die Federn tropften immer grässliche Flecken aufs Schreibpapier. ‹Tintefläcke› – sagte man denen. Was war ich froh darüber, als die Schreibfeder vom Pelikan-Füller abgelöst wurde. Mit einer ledernen Fellkiste am Rücken absolvierten wir fortan vier Wege pro Tag. Das war locker machbar, da die ‹Denkfabrik› für uns ‹Nordristher› Kinder nur rund einen Kilometer vom Daheim entfernt war.

Meine erste Lehrerin hatte schönes schwarzes Haar und hiess Frau Nöthiger. Sie war sehr nett, sympathisch, aber auch ziemlich streng. Wir durften nicht laut sein und mussten viel lesen und schreiben.

Das gemeinsame Marschieren kosteten wir natürlich aus. Oft mussten wir am Bahnübergang vor der Barriere warten. Dann hängten einige von uns den Tornister an eine der Barrieren. Fangis war damals der Hit. Stand der Mais mannshoch, konnte man sich hervorragend verstecken. Oft hatten wir Pech, denn sobald der Zug vorbeigerauscht war, stieg die Barriere mit unseren angehängten Schulranzen einige Meter in die Höhe. Das hiess geduldig warten, bis der nächste Zug das Niederlassen der Barriere wieder erforderte. Gut war, dass mein Rindsleder-Schulranzen mit zwei kleinen Reflektoren wetterfest und schwindelfrei war ...»

Bruno Muntwyler, Chefredaktor Wiggertaler

 

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