Neubau mit Platz für Handwerksbetriebe: Busdepot schafft Arbeitsplätze

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Noch weiden hier Kühe, bereits in einem Jahr sollen die Baumaschinen auffahren und das neue Busdepot bauen. Das Grundstück liegt zwischen der Wigger und dem ehemaligen Dekoplus. Links ist das ZT-Gebäude zu sehen und die Blöcke am Kanalweg in Zofingen. Bild: lbr
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Visualisierung des neuen Busdepots: Unten die Garage für Aargau Verkehr, oben die Räume für Handwerksbetriebe, hinten das Gebäude mit Räumen für Kleinbetriebe. Bild: zvg
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Das neue Busdepot (1) liegt zwischen Wigger und dem ehemaligen Dekoplus, rund 300 Meter von der alten Garage entfernt (2), in Sichtweite zum ZT-Gebäude (3). Bild: swisstopo/mnu

Seit Herbst 2006 liegt das Busdepot von Aargau Verkehr AG an der unteren Brühlstrasse in Zofingen, gegenüber der Siegfried AG. Das Gebäude gehört der Stadt – und der Mietvertrag zwischen Aargau Verkehr und der Stadt läuft Ende 2022 aus. «Die Garage entspricht schon heute nicht mehr den Anforderungen, beispielsweise bezüglich Mitarbeiterinfrastruktur», sagt Wirtschaftsförderer Andreas C. Brändle. Ausserdem benötigt Aargau Verkehr mehr Platz für ihre Busse. Und: Die Stadt würde am Platz des heutigen Busdepots gerne Hightech-Firmen ansiedeln. Dazu würde nach dem Umzug von Aargau Verkehr das alte Busdepot abgerissen und das Grundstück so für Interessenten vorbereitet.

Doch wo soll das neue Busdepot stehen? Keine einfache Frage. «In der Industriezone gibt es nicht viele Grundstücke, die geeignet sind und auch zur Verfügung stehen», sagt Brändle. Eines davon – und das sei ein Glücksfall – liegt nur wenige hundert Meter neben dem bisherigen Busdepot, an der neugebauten Erschliessungsstrasse Brühlmatten. Es gehört der Stadt Zofingen.

Platz für Hightech-Firmen im Areal Brühl

Seit rund drei Jahren arbeitet Brändle daran, für Aargau Verkehr ein neues Depot zu finden – und so das heutige und das umliegende Gelände für eine andere, wertschöpfungsintensivere Nutzung freizuschlagen. «So nah bei der Siegfried, dem wichtigsten Arbeitgeber Zofingens, macht es Sinn, Unternehmen anzusiedeln, die von der Siegfried profitieren können. Und die Siegfried von ihnen.» Brändle denkt dabei nicht nur an Pharma-Firmen. Auch andere Hightech-Unternehmen könnten infrage kommen, die im Umfeld der Siegfried aktiv sind und so mithelfen, die Kosten der Siegfried tief zu halten. «Und so letztlich auch die Standorttreue der Siegfried sichern», ist Brändle überzeugt.

Ein Busdepot hingegen muss nicht an einem so prominenten Platz sein, wie es heute ist. Es kann auch etwas versteckt liegen. Einzige Bedingung: Es darf nicht zu weit vom Ausgangspunkt der Busfahrten entfernt sein. Jeder Kilometer, der vom Depot bis zum Ausgangspunkt – in Zofingen ist das der Bahnhof – gefahren werden muss, kostet Geld. Zuerst den Bus-Unternehmer und dann den Passagier, wenn er ein Ticket kauft.

Regionaler Investor mit Erfahrung

Mit dem rund 10 000 Quadratmeter grossen Gelände zwischen der Wigger und dem ehemaligen Dekoplus, in der Nähe des Trilaparks, hat Brändle ein Grundstück gefunden, das alle Bedingungen erfüllt. Der nächste Schritt war, einen Investor zu suchen, der das Projekt verwirklicht und das Busdepot an Aargau Verkehr vermietet. «Mit Creafonds AG aus Sursee haben wir einen Investor gefunden, der nicht nur aus der Region kommt, sondern auch schon vergleichbare Erfahrungen gesammelt hat», erzählt der Wirtschaftsförderer. Gemeinsam mit S+P Architekten aus Sursee und Triengen, die nun auch das Zofinger Busdepot planen, hat Creafonds bereits für die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) ein ähnliches Projekt realisiert.

Busdepot mit Platz für Handwerksbetriebe

Der neue Standort von Aargau Verkehr soll nicht nur ein Depot werden, gleichzeitig sollen auch KMU und Handwerksbetriebe angesiedelt werden. «Das verdichtete Bauen ist nicht nur im Wohnbereich angekommen. Auch bei Industriegebäuden wird es immer wichtiger», betont Brändle. So soll neben der Garage ein Gebäude entstehen, in dem sich Gewerbeunternehmen einmieten können. Brändle denkt dabei beispielsweise an Schreiner oder Metallbauer. «Unternehmen mit rund zehn, zwanzig Mitarbeitern.» Bereits würden erste Gespräche mit Interessenten geführt.

Auf dem Dach der Busgarage wird es nicht nur Parkplätze, sondern auch einen weiteren, dreigeschossigen Bau geben. Dieser ist für kleinere Betriebe, beispielsweise Ein-Mann-Betriebe, ausgelegt. Dank modularer Bauweise können die Raumgrössen individuell gestaltet werden. So hofft Brändle, dass sich mit dem Neubau nicht nur ein Busdepot, sondern auch rund 100 neue Arbeitsplätze schaffen lassen. Damit würden die Vorgaben der Stadt erfüllt, pro Hektare rund 100 Arbeitsplätze anzusiedeln.

Baueingabe heuer, Baubeginn im nächsten Jahr

In einem Letter of Intent haben die Stadt Zofingen, Aargau Verkehr AG und der Investor die grundlegenden Bedingungen definiert. Darauf basierend soll das Projekt weiter ausgearbeitet werden. Die S+P Architekten sind dafür zuständig. Noch in diesem Jahr rechne er mit der Baueingabe, sagt Brändle. Im nächsten Jahr wird der Baustart stattfinden. Dann findet auch die Handänderung des Grundstücks statt. «So kann die Stadt Zofingen noch möglichst lange auf die Entwicklung des Projektes Einfluss nehmen», sagt Brändle. Der Investor profitiert im Gegenzug davon, dass sein Geld während der Planungsphase nicht blockiert ist. Wenn alles rund läuft, zieht Aargau Verkehr in drei Jahren ins neue Depot ein – rechtzeitig bevor der Vertrag mit der Stadt ausläuft.

Der öffentliche Bus für die Region Zofingen

Die Aargau Verkehr AG stellt den öffentlichen Regionalverkehr mit Bussen für die Region Zofingen sicher. Sie befördert auf ihrem Streckennetz, welches weit ins Umland von Zofingen reicht, täglich rund 7500 Personen. Der aktuelle Standort ihres Busdepots an der Unteren Brühlstrasse 5 in der Nähe des Bahnhofs Zofingen ist grundsätzlich optimal, doch stösst dieses an seine Kapazitätsgrenzen und der Mietvertrag mit der Stadt Zofingen läuft 2022 aus. Das neue Busdepot wird so geplant, dass die Kapazitäten bis und mit dem nächsten grossen Ausbauschritt 2030/2035 reichen. (pd/lbr)

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