Patrick Rahmens Ansage an die alte Garde des FC Aarau

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FCA-Trainer Patrick Rahmen sah in Chiasso das Unheil kommen, doch seine Spieler schienen die Warnungen nicht ernst genommen zu haben. (Bild: Freshfocus)

Auch wenn erst 4 von 36 Spieltagen absolviert sind und auch wenn der FC Aarau in den Partien zuvor gefiel: Das 2:4 vor einer Woche in Chiasso war mehr als ein Betriebsunfall, der wehrlose Untergang in der zweiten Halbzeit grenzte an Arbeitsverweigerung, das im Frühling auf Hochglanz polierte sportliche Image des FC Aarau erlitt grobe Kratzer.

Der Stachel sitzt auch eine Woche später noch tief, bei den Klubverantwortlichen und bei den Fans gleichermassen. Die Schmach wird so lange nachhallen, bis die Wiedergutmachung gelungen ist. «Die Art und Weise hat mich zugleich verärgert und enttäuscht», sagt Trainer Patrick Rahmen, «wir haben uns nach dem 2:0 zu fest in Sicherheit gewogen, statt die Gefahrensignale zu erkennen.»

Was Rahmen meint: Sein Team kam nach einer halben Stunde zum 2:0 wie die Jungfrau zum Kind, zu diesem Zeitpunkt war Chiasso bereits die bessere Mannschaft. «Schon vor dem 2:0 haben wir von der Seitenlinie aus die Spieler gewarnt, dass uns die Partie zu entgleiten droht und dass wir wieder mehr investieren müssen. Das haben wir nicht gut gemacht», kritisiert Rahmen.

Es ist vor allem eine Ansage an seine älteren Spieler, an die Ü30-Abteilung Neumayr, Zverotic, Schneuwly, Rossini und Maierhofer. Schindelholz und Thiesson, ebenfalls Teil der alten Garde, fehlten in Chiasso verletzt. «Aufgrund ihrer Erfahrung ist der Austausch mit diesen Spielern intensiver, einige von ihnen kenne ich schon lange. In Zukunft verlange ich besonders von den Routiniers, dass sie mit Situationen wie jener in Chiasso bewusster umgehen und Verantwortung gegenüber den jungen Spielern übernehmen. Wenn es nach 30 Minuten 2:0 steht, ist die Partie noch lange nicht gewonnen.»

Die Message ist angekommen
Nachdem Rahmen am Tag nach der Pleite der versammelten Mannschaft die Chiasso-Schmach in Form von Videosequenzen nochmals schonungslos vor Augen führte und das Ganze mit «deutlichen Worten» untermalte, setzte er in dieser Woche das erste Training erst am Dienstagvormittag an. «Die Spieler sollten sich hinterfragen und ein Gespür entwickeln, wie sie das nächste Mal mit einer scheinbar guten Spielsituation umgehen», sagt Rahmen und fügt an: «Mein Eindruck ist, dass die Message angekommen ist und dass eine erfolgreiche Saison weiterhin möglich ist. Es ist völlig verfrüht, nach dem ersten schwachen Spiel den Stab über der Mannschaft zu brechen. Man darf bei aller berechtigten Kritik nach dem Chiasso-Spiel nicht vergessen, dass wir in den drei Partien zuvor vieles richtig gemacht haben.»

Stimmt – die Saison ist noch jung, sehr jung, noch kann ein einzelnes Spiel die Stimmungs- und Tabellenlage auf den Kopf stellen. Am Sonntag (14 Uhr) ein souveränes Weiterkommen im Cup gegen das unterklassige Cham aus der Promotion League, am Wochenende darauf ein Punktgewinn beim Aufstiegsfavoriten Lausanne – und über dem Brügglifeld schiene schon fast wieder die Sonne.

Was es dafür braucht? Mal abgesehen von der Berufseinstellung, die in Zukunft hoffentlich nicht mehr als Grund für eine Niederlage hinhalten muss, sollte der FC Aarau irgendwie seine Defensivprobleme lösen. Patrick Rahmen hat diese Woche im Training das Abwehrverhalten üben lassen. Mal sehen, ob es nützt. Oder ob die vielen Gegentore (acht in den ersten vier Saisonspielen) einfach eine Frage der Qualität waren.

Alle Spiele der Hauptrunde des Schweizer Cups 2019/20 finden Sie hier.

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