Kann sich die Stadt Aarau das Stadion überhaupt leisten?

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Die Fans sollen ihren FCA künftig in einem neuen Stadion feiern. © KEYSTONE

Spätestens seit die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) zur «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd» und zum 17-Millionen-Kredit ein doppeltes Nein empfiehlt, wird wieder heiss über das Stadion diskutiert. Für die Mehrheit der FGPK ist das Projekt «in der jetzigen Form städtebaulich zu wenig überzeugend». In ihrer vorgestern publizierten Erklärung spielen finanzielle Überlegungen keine Rolle. Dabei geht es um grosse Beträge: Sowohl in der Investitions- als auch in der Betriebsphase. Wobei der Stadtrat guter Hoffnung ist, dass der Stadion-Betrieb selbsttragend sein wird. Sicher, wenn der FC Aarau in der Super League spielt, wahrscheinlich auch, wenn er in der Challenge League ist. Fest steht: Es gibt einen Vorvertrag, der festlegt, dass der FCA jährlich maximal 600'000 Franken Benützungsgebühr zahlen muss. Diese Deckelung hatte «meinstadion.ch» unter der Leitung von Michael Hunziker angeregt.

Die 17 Millionen Franken sind schon seit Jahren im städtischen Finanzplan

Ursprünglich, in der Abstimmung im Februar 2008, wurden die Investitionskosten des Stadions auf 36 Millionen Franken beziffert. Daran hätte die Investorin HRS Real Estate AG einen Beitrag von 5 Millionen Franken geliefert. Das wäre die (deklarierte) Querfinanzierung durch das Einkaufszentrum gewesen.

Jetzt kostet das Stadion laut HRS 60 Millionen Franken. Dieser Betrag wird vom Stadtrat (und einer Expertise) als realistisch anerkannt. Die massive Steigerung sei auf neue Vorgaben der Swiss Football League und Erfahrung aus dem Stadionbau in Thun zurückzuführen. In den 60 Millionen Franken ist das Land inbegriffen.

Der Anteil der öffentlichen Hand und des FCA respektive «meinstadion.ch» hat sich seit 2008 nicht verändert. Er beträgt weiterhin 31 Millionen Franken. Die HRS bringt 29 Millionen Franken – allerdings indirekt finanziert durch die Stadt. Denn sie ermöglicht mit der BNO-Teilrevision den Bau von vier Hochhäusern, schafft also einen Mehrwert, der in Form der Quersubventionierung des Stadions (29 Millionen Franken) abgeschöpft wird. Die späteren Mieter werden nichts an das Stadion zahlen müssen.

Die Betriebs AG wird jährliches Budget von 2,5 Millionen Franken haben

Die 17 Millionen Franken der Einwohnergemeinde sind seit vielen Jahren im Finanzplan enthalten. Also gesichert – kein Problem. Ebenso die 6 Millionen der Ortsbürger. Diese erhalten für ihren Beitrag nach dem Stadion-Bau das Land, auf dem die «Schüssel» steht, und geben es der Stadion AG im Baurecht ab. Der Kanton liefert 6 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds (keine Steuergelder) – den höchsten je im Aargau aus dem Fonds ausbezahlten Investitionsbeitrag. Die 2 Millionen Franken des FCA hat «meinstadion.ch» gesammelt.

Das Stadion wird der Stadion AG (Präsident Rudolf Zinniker) gehören. Diese ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt (diese hat bisher auch das Tagesgeschäft der Stadion AG finanziert). Ist einmal gebaut, hat die HRS mit dem Fussball-Teil nichts mehr zu tun. Die Stadion AG erwartet und braucht von der Betriebsgesellschaft einen jährlichen Pachtzins in der Grössenordnung von 650'000 Franken. Damit sichert sie den baulichen Erhalt des Stadions.

Wem die Betriebs AG gehören wird, ist noch offen. Sicher wird die Stadt dabei sein, wohl auch grosse Sponsoren. Gemäss den Modellrechnungen wird sie in der Super League ein jährliches Budget von etwa 2,5 Millionen Franken haben (Challenge League etwas weniger). Sie muss also neben den Einnahmen des FCA (maximal 600'000 Fr – je nach Liga) noch etwa 1,9 Millionen Franken generieren. Durch Catering-Einnahmen, Vermietung von Räumen (etwa für Seminare), Rasen-Events (zwei Konzerte), Einnahmen vom Labeling (wie einst AFG-Arena). Der Stadtrat ist optimistisch, dass dieses Budget zu erreichen ist. Am FCA wird es nicht liegen: Er ist aktuell gesund, hat bei einem Umsatz von zuletzt 5,6 Millionen Franken zum sechsten Mal in Folge einen Reingewinn geschrieben.

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