Schulanfang: Eine Quereinsteigerin geht mutig voran

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Passend zum Motto beginnt Carmen Hunkeler das Schuljahr mit der Geschichte «Trau dich, Koalabär». Bild: Katrin Petkovic

Heute beginnt für rund 41 000 Schülerinnen und Schüler im Kanton Luzern das neue Schuljahr. Für 4000 Kinder ist es der allererste Schultag überhaupt. Etwa 5600 Lehrpersonen unterrichten und betreuen die Kinder und Jugendlichen – eine davon ist Carmen Hunkeler. Sie ist eine der 142 Absolventinnen und Absolventen, die im Juni das Diplom der Pädagogischen Hochschule für die Primarstufe entgegennehmen durften. Als Lehrerin erlebt auch sie heute einen ersten Schultag. «Ich bin nervös, aber freue mich vor allem, dass es endlich losgeht», sagt die 23-Jährige.

Die gebürtige Dagmersellerin machte eine Lehre als Fachfrau Gesundheit und arbeitete im Anschluss zwei Jahre auf dem Beruf. Die fehlende Verantwortung war ausschlaggebend dafür, dass sie sich schliesslich umschulen liess. «Als Fachfrau Gesundheit arbeitet man gerade im Spital häufig nur auf Kommando», erzählt sie. Sie suchte eine neue Herausforderung und entschied sich gegen eine Ausbildung zur Hebamme und Physiotherapeutin. Sie wollte Lehrerin werden.

Eine vierte Klasse als idealer Einstieg

Heute, drei Jahre später, steht sie vor ihrer ersten eigenen Klasse. Normalerweise starten Lehrpersonen mit einer 1., 3. oder 5. Klasse, die sie für zwei Jahre begleiten. Carmen Hunkelers erste Klasse ist jedoch eine vierte, weil der ehemalige Lehrer nach der dritten aufhörte. Ob sie das stresst? «Das spielt keine Rolle. Ich wollte sowieso auf dieser Stufe einsteigen», erzählt sie, ganz nach dem Schuljahresmotto «Mutig voran».

Erstklässler fangen beim Lesen und Schreiben bei null an, in der 5. und 6. Klasse steht der Übertritt in die Oberstufe an, was eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten ist. «In der 3. und 4. Klasse besitzen die Mädchen und Buben bereits ein Grundwissen und man kann sie gut in den Unterricht einbinden», erklärt sie ihre Beweggründe. Ihr befristeter Vertrag läuft ein Jahr, so wie bei allen neu eingestellten Lehrpersonen. «Das Ziel der Schule ist es schon, dass ich nächstes Jahr die 3. Klasse übernehmen kann, dann auch im neuen Schulhaus», sagt Carmen Hunkeler, die zurzeit noch im provisorischen Pavillon neben der Schule unterrichtet.

Der erste Eindruck zählt – bei beiden

«Für ein Provisorium finde ich das Schulzimmer im Pavillon sehr schön», betont sie. Tatsächlich wirkt das Schulzimmer bereits Tage vor dem ersten Schultag sehr eingerichtet. Leseecke mit Sofa und Bücherregal, eine Klassenratsecke, Ämtliplan und der Tagesablauf: Alles ist bereit. Sie weiss: «Der erste Eindruck zählt –auch bei den Kindern.» Auch deshalb ging sie heute Morgen vor der offiziellen Feier in der reformierten Kirche nochmals ins Schulzimmer und prüfte, ob alles an seinem Platz stand.

Zehn Mädchen und zehn Jungs wird sie in diesem Schuljahr unterrichten. Zum ersten Mal kennen gelernt hat sie die Klasse an einem Schnuppermorgen, als sie zwei Lektionen mit der Klasse verbrachte. «Es ist eine aktive Gruppe», erzählt sie mit einem Lächeln. Sie betont, dass die Kinder nicht frech waren, sondern vor allem interessiert. Dabei sei es auch mal lauter geworden. «Das ist mir lieber, als wenn die Klasse fast einschläft.»

Am Schnuppermorgen erhielt jedes Kind einen handgeschriebenen Brief, in dem sich die neue Lehrerin vorstellte. Sie forderte diejenigen auf, die Lust hatten, ihr zurückzuschreiben. Und tatsächlich: Über die Sommerferien gingen neun Briefe und Postkarten bei ihr ein. Auch in Zukunft wird sie sicherlich viel Post erhalten – dann aber von besorgten oder aufgeregten Eltern. «Viele Kolleginnen haben ein Prepaid-Handy gekauft, das sie nur für die Schule verwenden», erzählt die junge Lehrerin. Im Gegensatz zu ihnen hat Carmen Hunkeler ihre Handynummer den Eltern mitgeteilt. «Ich werde aber am Elternabend klar kommunizieren, dass ich nur zu gewissen Zeiten arbeite, und danach auf Anrufe oder Nachrichten nicht mehr antworte.»

«Werde vielleicht auf den Boden der Realität geholt»

Sie verzichte auf WhatsApp-Gruppen als Kommunikationsmittel. Viel eher schreibe sie Briefe und E-Mails oder rufe direkt an. Es werde sicherlich eine Zeit lang dauern, bis sie ihren eigenen Stil findet. «In der Ausbildung war vieles ja theoretisch. Vielleicht werde ich bald auf den Boden der Realität geholt», meint sie mit einem ansteckenden Lachen.

Das wird auf das Schuljahr 2019/2020 neu

Einführung des Lehrplans 21 in der Sekundarschule. Dies führt teils zu neuen Fächernamen, wie zum Beispiel

«Räume, Zeiten, Gesellschaft» (früher Geschichte und Geografie), «Natur und Technik» (früher Naturlehre), «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» (früher Hauswirtschaft, nun erweitert mit gesellschaftlichen Fragen) und

«Medien und Informatik» (umfasst Themen der Informatik, Medien und deren Anwendungsfragen).

Neue Lehrmittel für verschiedene Fächer.

Erhöhte Lektionenzahl für mehrere Fächer.

Ateliers für hochbegabte Lernende der 3. bis 6. Primarklasse, die in einem oder zwei Halbtagen Themen wie Chinesisch oder Robotik bearbeiten.

Neue Angebote für Lernende mit Autismusstörungen. (pd/kpe)

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