Ein Filmstar als Überraschungsgast am Hirzenberg Festival

750_0008_14680660_hirzenberg.jpg
Katja Riemann, Marianna Shirinyan und Franziska Hölscher sowie Festivalleiter Dieter Ammann (v.l.). Bild: zvg

So kann es gehen, wenn man einer jungen aufstrebenden Geigerin wie Franziska Hölscher eine «Carte blanche» zugesteht: Sie kann mitbringen, was oder wen sie will. In diesem Fall wurde daraus eine kleine Sensation: Die populäre deutsche Schauspielerin Katja Riemann begleitete sie als Gast an das kleine, aber feine Hirzenberg Festival in Zofingen.

Katja Riemann ist eine eigenwillige Künstlerin. Die mit dem blonden Lockenschopf. Bekannt durch Filme wie «Blood and Chocolate», «High Society», «Rosenstrasse», «Fack ju Göthe» oder «Türkisch für Anfänger», lässt sie sich von der filmischen Glamourwelt nicht vereinnahmen. Sie tritt auch als Jazzsängerin auf und lancierte mit den Jazz Baltica Allstars eine verjazzte Version von Saint-Saëns’ «Karneval der Tiere». Die Texte hatte Roger Willemsen geschrieben, dessen Humor und Sprachwitz Riemann sehr schätzt.

Willemsen war Deutschlands beliebtester Intellektueller. Leider verstarb er 2016. Zuvor hatte er mit der Geigerin Franziska Hölscher und deren Pianistin Marianna Shirinyan das Projekt «Landschaften» konzipiert, das nun in Zofingen im ausverkauften Stadtsaal präsentiert wurde. Es handelt sich um ein Widerspiel von Musik und Text, ein poetisch-satirisches Sinnieren über die Berglandschaft Bayerns, die «Rumänische Land Art» oder die Berliner U-Bahn und die Menschen, die sich dort aufhalten.

Katja Riemann las diese Schilderungen schlicht und ergreifend. Da wurde nicht dramatisiert, sondern sprechend beobachtet, den Kopf geschüttelt, subtile Pointen gesetzt – man folgte ihr mühelos und verstand die anspruchsvollen Texte gut. Dazwischen spielten Hölscher und Shirinyan einzelne Sätze aus Sonaten und Zyklen von Bach, Bartók, Strauss, Ravel und Webern: so etwa aus Bartóks «Rumänischen Tänzen», einen Blues von Ravel (Moderato aus Sonate G-Dur) oder «Rasch» aus Anton Weberns 4 Stücke op. 7.

Musikalische Herausforderung

Für Musiker ist es nicht einfach, so viele kurze Stücke zu spielen, immer wieder abzubrechen und der Rezitation zuzuhören. Die Musikerinnen wirkten aber fokussiert und aufeinander eingespielt. Ob es um die herben Rhythmen Bartóks, den groovigen Blues von Ravel oder das ruhige Largo aus Bachs c-moll-Sonate BWV 1017 ging, sie trafen den richtigen Ton und gestalteten mit hoher Musikalität. Auffallend war, wie Marianna Shirinyan vom Klavier aus prägte: mit raffinierter Anschlagskultur und rhythmischer Verve.

Kennen gelernt haben sich Franziska Hölscher und Katja Riemann über den gemeinsamen Freund Roger Willemsen. Seither sind sie befreundet. Katja Riemann trat diesen Sommer auch an den Kammermusiktagen Mettlach auf, deren künstlerische Leitung Hölscher eben erst übernommen hat. Hölscher ist eine interessante junge Künstlerin, die ihr Tun reflektiert. Sie sucht neue Vermittlungsformen für junge Leute, tritt an bedeutenden Festivals und in Konzerthäusern auf und spielte im April 2018 die Uraufführung des «Concertinos für Violine und Streichorchester» (komponiert 1968) von Wolfgang Rihm.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
David Wiederkehr AG
freie Lehrstelle als Fahrzeugschlosser,4800 Zofingen, Mitarbeiter,
Mitarbeiterin im Pflegedienst, ,
Verein Aargauer Wanderwege
Verantwortliche/er Veireinswesen, Mitarbeiter,
Gemeinde Rothrist
Leiter/in Betriebe n.Liegenschaften,4852 Rothrist, Mitarbeiter, Rothrist
Verstärkung Hotellerie +Pflege,5116 Schinznach, Mitarbeiter,
Restaurant Roschtig Nagu
Serviceaushilfe,3253 Schnottwil, Mitarbeiter, Schnottwil
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Regio4Fun
Respect! Tribute to the Greatest Soul Divas
Partner