Last-Minute-Initiative von «Unser Stadion»: Erstmals nimmt der künftige FCA-Präsident Stellung

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Gestern Sonntag nahm erstmals der designierte FCA-Präsident Philipp Bonorand Stellung. (Archivbild) © Colin Frei
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Das Initiativkomitee «Unser Stadion» auf der Obermatte (v.l.): Ursula Funk (SP, Einwohnerrätin), Ulrich Fischer (Pro Aarau, Einwohnerrat), Peter Jann (GLP, Einwohnerrat), Lelia Hunziker (SP, Grossrätin), Thomas Widmer (parteilos), Stephan Müller (Jetzt!, ehemaliger Einwohnerrat), Barbara Schönberg von Arx (CVP, Einwohnerätin). Es fehlen: Daniel Ballmer (Grüne, Einwohnerrat) und Monika Suter (Grüne).Bild: Michael Würthenberg © Michael Würthenberg

Die Gruppe «Unser Stadion» sorgte mit ihrem Coup, der Lancierung einer Volksinitiative für ein neues Stadionprojekt, am Wochenende für das Gesprächsthema im Grossraum Aarau. Die Mitglieder des Initiativkomitees (siehe Bildlegende unten) hatten am Freitag durchwegs erklärt, sie seinen nicht grundsätzlich gegen ein Stadion.

Aber sie wollten ein besseres als das HRS-Projekt im Torfeld Süd. Diese Message scheint nicht so richtig angekommen zu sein – oder sie wird von vielen als unglaubwürdig erachtet.

«Aus Sicht der FDP Aarau stellt sich die Frage nach den tatsächlichen Absichten der Initianten», schreiben die Freisinnigen in einer Medienmitteilung. «Geht es wirklich um ein Stadionprojekt Obermatte Buchs? Das scheint angesichts der offensichtlichen Schwächen des Projektes nicht unbedingt der Fall zu sein.»

FDP-Fraktionspräsident Yannick Berner verdeutlicht: «Geht es nicht vielmehr darum, die Aarauer Stimmbevölkerung über eine Schein-Lösung so zu verunsichern, dass sie das Stadion in der kommenden Volksabstimmung im November ablehnt? Da das Projekt Obermatte kaum umsetzbar ist, wäre das Thema ‹neues Fussballstadion Aarau› dann definitiv gebodigt.»

Gestern Sonntag nahm erstmals der designierte FCA-Präsident Philipp Bonorand Stellung: «Das Projekt im Torfeld Süd ist der schnellstmögliche Weg zum dringend notwendigen neuen Stadion, darauf legen wir unsere Hoffnungen.» Bereits am Freitag hatte die Fanorganisation «Szene Aarau» vor «Unser Stadion» gewarnt: «Die Initianten sind seit jeher Stadiongegner und in unseren Augen nicht am Bau eine Super League tauglichen Stadions für den FCA interessiert.»

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker postete am Samstag den AZ-Artikel und schrieb ins Facebook: «Die Variante Obermatte bedeutet: Zubetonierung von Grünflächen statt Umnutzung eines Industrieareals, mindestens eine Verdoppelung des Beitrags der Steuerzahler an das neue Stadion, eine auf unbestimmte Zeit vertagte Realisierung dieses Stadions, und damit wohl das Aus für den Spitzenfussball in Aarau …»

Es gab aber auch Sympathiebekundungen für das Anliegen der «Unser Stadion»-Leute. Etwa vom Buchser SP-Einwohnerrat Marius Fedeli.

Zürcher sagten trotz Initiative deutlich Ja

«Unser Stadion» hat jetzt gegen ein Jahr Zeit, um die 1500 Unterschriften zu sammeln. In Zürich haben die Sozialdemokraten ein ähnliches Projekt vorzeitig abgebrochen. Ein Projekt, dass dem Vorgehen in Aarau Vorbild gestanden haben könnte. Die Volksinitiative wurde auch im August im Hinblick auf eine Abstimmung Ende November lanciert. Auch gegen den Willen der Exekutivvertreter der eigenen Parteien (SP) – und mit erheblichem klassenkämpferischem Getöse.

Die Initiative «Für ein Fussballstadion ohne Milliardenabzocke» verfehlte ihr Ziel – oder bewirkte sogar das Gegenteil. Die Stadtzürcher haben am 25. November 2018 dem neuen Fussballstadion mit 53,8 Prozent überraschend deutlich zugestimmt. Schon im Dezember zog die SP ihre Initiative zurück.

In Zürich will ebenfalls die HRS bauen: Das 500-Millionen-Projekt auf dem Hardturmareal (ex GC-Stadion) umfasst ein Stadion für 18 000 Zuschauer, zwei je 137 Meter hohe Wohntürme mit 600 Wohnungen und eine Genossenschaftssiedlung mit 174 Wohnungen.

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