Der Garten als schöpferische Inspiration und Quelle

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Marianne Baumann stellt im Ortsmuseum Oftringen ihre vom Naturgeschehen inspirierten Bilder vor, und Assad Feller führte in ihren Werdegang ein. Bild: kbb

Das Ehepaar Marianne und Werner Baumann-Humm wohnt in einem Strengelbacher Industriequartier, umgeben von Fabrikgebäuden. Darin befindet sich eine Oase: Ein wunderschöner, gepflegter Garten. Hier und in anderen Naturerscheinungen findet Marianne Baumann-Humm die Anregungen und Ideen zum Malen. Man könnte sagen eine naturgetreue Umsetzung von Blumen, Blättern und Landschaften. Aber da ist eben noch das gewisse Etwas, das die Abbilder zur Kunst klassiert: Das Hervorheben, Betonen und Darstellen des Einzigartigen in diesen Momentaufnahmen. Es findet in den Gemälden eine Abstraktion statt, die das Wesentliche, Besondere und die innere Botschaft des Motivs kommuniziert: Dass die Natur unvergleichlich Schönes hervorbringt, eingefangen in hauchzarten Aquarellfarben einerseits wie in den ornamentalen Blattmustern von «Heuchera Purpurglöckchen», «Efeu mit Raureif» und «Aronstab».

Im Innersten gefangen werden

Man muss sie gesehen haben, die Wasserperlen auf dem Frauenmantel, die Farbsinfonien in Gelb, Grün und Rot in den Blumen, um zu ahnen, wie sensibel und ausdrucksvoll die Künstlerin mit Natureindrücken umgeht. Bei den Landschaftsbildern geschieht Ähnliches. Sie sind in sanfte Übergänge gehüllt, Harmonie steht vor Kontrasten.

Für Marianne Baumann (1949) bedeutet Kunst, wenn beim Betrachten eines Bildes ein spezielles Gefühl ausgelöst wird, das nicht mit Worten beschrieben werden kann, oder einfach ausgedrückt: wenn es gefällt. Kaum jemand wird beim Besuch dieser Ausstellung davon nicht berührt sein, so eindeutig und aussagekräftig sind die 51 ausgestellten Gemälde. Die meisten sind vor kurzem entstanden.

Die Malerin ist in Strengelbach aufgewachsen, übte ihren Beruf als Lehrerin während vier Jahren an der pädagogischen Sonderschule in Rothrist aus und wohnte danach während 40 Jahren im Kanton Bern, wo sie als Korrektorin in grossen Verlagshäusern arbeitete. Schon in der Kindheit fühlte sie sich zum Lesen und Zeichnen sowie zu Pflanzen und Blumen hingezogen. Später besuchte sie viele Jahre Kurse bei verschiedenen Künstlern und spezialisierte sich auf die Aquarellmalerei. Dabei entwickelte sie eine individuelle Arbeitsweise: Sie verzichtet auf das Vorzeichnen und bringt beim Malen ihre inneren Empfindungen ein. Das ist auch der Grund, weshalb ihre Bilder so ansprechen: Sie lösen Empfindungen aus.

Fasziniert von der Naturvielfalt

Darin sah Assad Feller in seiner Einführung zur Ausstellung die Beziehung von Marianne Baumann zu ihren Motiven im Malen. In ihrem kleinen Gartenparadies finde sie Inspiration und Quelle. Das Wechselspiel zwischen Gartenarbeit und Malen komme in ihren Bildern zum Ausdruck. Ein einzelnes Blatt sei nicht von grosser Bedeutung, aber in der Vielfalt entstehe dann die Schönheit als ausdrucksstarke Komposition. Beim Betrachten müsse man sich sagen: «Dieses Bild ist schön, was uns doch die Natur alles bietet und wie vielfältig sie ist.»

Wenn die Malerin unterwegs sei und eine Landschaft etwas in ihr auslöse, so zücke sie den Fotoapparat und knipse ein Bild, um es zu Hause in ein Sinnbild umzusetzen. Jeder Zeichnungslehrer habe ihr die beste Note gegeben, aber keinen Impuls, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Aus eigenem Antrieb habe sie während vieler Jahre mehrere Malkurse besucht und nach Entfaltungsmöglichkeiten gestrebt. Das sei ihr auch gelungen, und damit könne sie viele Menschen im Innersten erfreuen. Erfreut hat das Vernissagepublikum auch Walter Ziörjen mit seinem Klavierspiel. Man meinte Kompositionen von Bach, Mozart, Schubert oder Schumann zu hören. In Wirklichkeit waren es eigene Schöpfungen in deren unverkennbarem Stil, womit sich ausser in der Malerei auch eine musikalische Naturbegabung offenbarte.

Öffnungszeiten:

Jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr am 1./15. September, 6./20. Oktober sowie 3./17. November. Am 22. September 10 bis 16 Uhr.

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