Muhen: Sie schützen ihre Erdbeeren vor einem Sonnenbrand

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Erdbeer-Bauer Christian Lüscher auf seinem Feld in Muhen. Bild: Melina Gerhard/lid

Mit Setzhölzern bewaffnet, steht ein knappes Dutzend Personen auf dem Feld in Muhen. Die Erde ist zu Dämmen angehäuft. Eine schwarze Folie, in regelmässigen Abständen mit Schlitzen versehen, bedeckt die Erde. Mit den Setzhölzern bohren die Mitarbeiter Löcher durch die Einschnitte in die Erde und setzen die kleinen Erdbeerpflanzen ein.

Luzia Lüscher steht neben dem folienbedeckten Damm. Gemeinsam mit ihrem Mann Christian hat sie die Truppe an diesem Samstagnachmittag aufs Feld bestellt. Erdbeeren müssen jedes Jahr oder jedes zweite Jahr ersetzt werden. Grund dafür ist, dass die Pflanzen bei längerer Nutzung so kleine Früchte produzieren, dass sie für den Abnehmer nicht mehr interessant und daher wirtschaftlich für den Produzenten nicht mehr rentabel sind. Lüscher ersetzt seine Früchte jedes Jahr. Nach einer Saison braucht das Feld eine Erdbeer-Pause von 3 Jahren. Weil Christian Lüscher zusätzlich Kartoffeln anbaut, die sich in der Fruchtfolge nicht mit den Erdbeeren vertragen, braucht er viel Land. So spannt er mit dem Nachbarn zusammen und nutzt dessen Land für die Erdbeersaison.

Nach der Ernte ist vor der Ernte

Mitte Mai bis Mitte Juni konnten Lüschers ihre Erdbeeren ernten. Die Parzelle wird seither wieder vom Nachbarn bewirtschaftet. Derweil hat Christian Lüscher ein anderes Feld vorbereitet und auf einer Hektare Dämme aufgeschüttet, auf denen nächstes Jahr die Erdbeeren wachsen werden. Damit sie genügend Wasser haben, hat er einen Schlauch zur Tröpfchenbewässerung direkt auf die Dämme gelegt, die er anschliessend mit einer schwarzen Folie bedeckte.

Achtung vor Sonnenbrand

Dann ist das Feld bereit für die Setzlinge. «Dieses Jahr sind wir etwas spät dran». Lüscher bestellt jeweils frühe und späte Sorten, sodass über eine möglichst lange Periode reife Früchte geerntet werden können. Allerdings hat es dieses Jahr terminlich nicht gut geklappt. Beim Pflanzen achtet er vor allem darauf, dass die Dämme in Nord-Süd-Richtung verlaufen. «So werden die Erdbeeren gleichmässiger von der Sonne beschienen. Ansonsten leiden sie schnell unter einem Sonnenbrand», sagt Lüscher.

Dann werden die Setzlinge auf die Löcher verteilt, selbst Senior Ueli Lüscher hilft dabei mit. «Das ist schon meine 53. Erdbeersaison», erklärt er und fügt stolz an, «ich hätte nie gedacht, dass mein Sohn so viele Jahre Erdbeeren anbauen wird.»

Winterpause gibt es für die Erdbeerproduzenten nicht. Die Dämme müssen von Unkraut befreit und Blüten entfernt werden, die die Pflanze bei warmem Wetter bereits im Herbst entwickelt. Nur so können die Erdbeeren den Winter gut überstehen und im Frühling schnell wachsen.

Während der Blütezeit muss der Erdbeerproduzent dann täglich den Wetterbericht im Auge behalten und die Anlage über Nacht mit einem Vlies abdecken. «Etwa 15 Mal habe ich die Dämme heuer mit Vlies abgedeckt, weil eine kalte Nacht prognostiziert wurde. Schlussendlich hätte ich es in 10 Fällen sein lassen können», so Christian Lüscher. «Das ist viel Aufwand, aber wenn ich es einmal nicht mache und eine kalte Nacht den Erdbeeren schadet, habe ich das Nachsehen.»

Schnee wiederum sei nicht schlecht: «Wenn es besonders kalt wird, schützt ein Schäumchen Schnee die Erdbeerknospen vor dem Erfrieren. So kann ich mir das Abdecken mit Vlies ersparen.» (mg/lid)

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