«Aeschwuhr-Streit»: Wie viel Restwasser braucht es?

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Über einen Schieber am Mühletych fliesst derzeit beim Aeschwuhr-Wehr das wenige Restwasser zurück in die Wigger. (Bild: Joël Widmer)

Die Steine im Bett der Wigger unterhalb des Aeschwuhr-Wehrs sind trocken. Über das eigentliche Wehr fliesst kein Tropfen Wasser. Einzig der kleine Schieber am Mühletych-Kanal ist ein wenig offen – und lässt sogenanntes Restwasser in die Wigger zurück.

Dieses Restwasser rückt nun auch ins Zentrum eines Streites um das Aeschwuhr, der schon Jahre andauert. Eigentlich will der Kanton Aargau schon lange den Hochwasserschutz an der Wigger verbessern. Ein vom Grossen Rat 2017 beschlossenes Schutzprojekt ist aber blockiert. Denn dazu müsste auch das Aeschwuhr-Wehr saniert werden. Dieses gehört der Aeschwuhrgenossenschaft, in welcher die Kraftwerkbetreiber und Wässermattenbesitzer am Tych sitzen. Aber diese weigern sich, das baufällige Wehr selbst – oder auch gemäss einem Mediationsvorschlag zusammen mit dem Kanton – zu sanieren.

Ein Problem im Streit mit dem Kanton ist, dass die Grundlagen der Aeschwuhr-Rechte auf Spruch-Briefe und Verträge aus der Zeit vor der Kantonsgründung zurückgehen.

Verschiedene Akteure haben zudem gegen das öffentlich aufgelegte Hochwasserschutzprojekt Einsprachen eingereicht. Diese verfolgen laut einer Medienmitteilung des Kantons zum Teil diametral entgegengesetzte Stossrichtungen. «So werden die Einstellung der Wasserkraftnutzung und die Gewährleistung der Fischwanderung gefordert, ebenso wie die Garantie für eine ausreichende Wassermenge für die Nutzung der Wasserkraft», schreibt der Kanton.

Um einen Schritt weiter zu kommen, hat der Kanton nun einen Restwasserbericht in Auftrag gegeben. «Ein solcher Bericht könnte in einem absehbaren Gerichtsverfahren zum Aeschwuhr von Bedeutung sein», erklärt Maurus Büsser, Generalsekretär des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, auf Anfrage. Der Kanton habe sich entschieden, diesen schon jetzt erstellen zu lassen, um die Verfahren möglichst zu beschleunigen. «Der Restwasserbericht soll eine wissenbasierte Basis sein, um klare Grundlagen für eine allfällige Einigung mit Einsprechern zu haben.» Das könne aber noch dauern, so Büsser.

Der konsolidierte Bericht soll im Herbst vorliegen und als Grundlage des künftigen Wasserteilers zwischen Wigger rund Tych dienen.

Kanton erliess Verfügung zur Aeschwuhr-Sanierung

Auch im Streit mit der Aeschwuhrgenossenschaft ist der Kanton einen Schritt weiter. Im März hat er eine Sanierungsverfügung zur Wiederherstellung der Hochwassersicherheit des Wehrs zuhanden der Aeschwuhrgenossenschaft ausgestellt, welche die Einreichung eines bewilligungsfähigen Sanierungsprojektes verlangt. «Die Genossenschaft hat sechs Monate Zeit, einen Vorschlag auszuarbeiten», sagt Büsser. «Wenn kein Sanierungsprojekt vorliegt, hat der Kanton aus Gründen der Hochwassersicherheit keine andere Wahl, als den Abbruch des Wehrs zu verfügen.» Gegen all diese Schritte könne die Genossenschaft aber den Rechtsweg beschreiten. Der Präsident der Aeschwuhrgenossenschaft war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bis der Kanton, die Genossenschaft und die Kraftwerksbetreiber eine Einigung finden, wird nicht nur viel Wasser die Wigger hinabfliessen, sondern werden auch noch einige Juristen viel Geld verdienen.

HOCHWASSERSCHUTZ

Das übergeordnete Ziel des Hochwasserschutzes in Zofingen und Strengelbach ist, das Siedlungsgebiet gegen ein 100-jährliches Hochwasser zu schützen. Die im Projekt vorgesehenen Massnahmen bestehen aus einer Kombination von Ufererhöhungen, lokalen Gerinneaufweitungen und Sohlenabsenkungen. Durch die Verbreiterung des Gewässerraums erhält der Fluss wieder die Möglichkeit, seinen Lauf und die Ufer selbst zu gestalten.

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Industriegeschichte

A.St.
schrieb am 01.09.2019 17:18
Bin in der Gegend vom Aeschwuhr aufgewachsen. Muss ein Zeuge der Industriegeschichte weichen, nur weil man die Meinung vertritt es gibt keine Überschwemmungen mehr. Das Wuhr ist über 90 Jahre alt und war bis in den letzten Jahren nicht an den Überschwemmungen schult, vielleicht sollte man die Ursache der Überschwemmungen bei uns suchen.
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