Ein Anti-Littering-Team : «Wir werfen unseren Abfall in den Kübel»

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IGSU-Botschafter Cédric Québatte (rechts) mit Besuchern der Autobahnraststätte in Kölliken, die an der Anti-Littering-Aktion mitgemacht haben. Bild: zvg

Während der Autofahrt schnell die Fensterscheibe öffnen und weg mit dem gebrauchten Kaffeebecher, der Take-away-Verpackung oder dem Zigarettenstummel. Viele Automobilisten entsorgen ihren Müll unterwegs. Anstatt in einem Abfalleimer oder zu Hause im eigenen Kehrichtsack, landet gemäss dem Bundesamt für Strassen (Astra) jährlich rund eine Tonne Güsel pro Fahrkilometer auf Schweizer Nationalstrassen. Die damit verbundenen Reinigungskosten werden auf rund zwei Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Auf den rund 50 Autobahnkilometern zwischen Kölliken und Kriegstetten kommt so täglich 220 Kilogramm achtlos weggeworfener Abfall zusammen.

Fünfte Bekenner-Aktion gegen Littering auf Raststätten

Um Gegensteuer zu geben, führt die IG saubere Umwelt (IGSU) mit Nationalstrassen Nordwestschweiz (NSNW AG) zum fünften Mal an verschiedenen Raststätten Anti-Littering-Aktionen durch. Zwei Tage lang sensibilisierte ein IGSU-Boschafter-Team Automobilisten auf beiden Autobahnraststätten in Kölliken. «Es ist wichtig, regelmässig auf das Thema Littering aufmerksam zu machen», sagt IGSU-Geschäftsleiterin Nora Steimer und fährt fort: «Die aufgehäuften Abfallberge beeindrucken, weil sie die Menge verdeutlichen, die jeden Tag auf einem Autobahnabschnitt anfällt. Vor allem sind sie auch ein guter Einstieg für Gespräche, die sehr wichtig sind.»

Damit die Aktion nachhaltig wirkt, können sich Autofahrer mit ihrer Unterschrift auf einem Plakat gegen Littering stark machen und sich damit symbolisch zur korrekten Entsorgung der Abfälle verpflichten. «Damit der Müll nicht auf der Strecke bleibt. Wir werfen unseren Abfall in den Kübel», steht in grossen Lettern auf den Plakaten. Auf der weissen Fläche darunter sind Kommentare zu lesen wie «Die Erde braucht uns nicht, aber wir sie» oder «Haltet die Umwelt sauber, wir haben nur diese». Bis heute Abend lohnt sich ein Stopp auf einer der beiden Kölliker Raststätten, danach sind die Plakate abgebaut. Damit die Aktion darüber hinaus wirkt, haben die jungen Botschafter auch Prospekte und eine handliche «Abfallsäckli-Box» verteilt.

Dass Viele ihren Abfall einfach auf der Strasse entsorgen, führt Steimer auf die Anonymität und vor allem auf die Bequemlichkeit zurück. «Vielen ist nicht bewusst, wie mühsam, gefährlich und auch kostenintensiv das Einsammeln ihres Mülls ist.» Mit den Bekenner-Aktionen gegen Littering gehe auch vielen ein Licht auf, dass sich der Grossteil des Abfalls, wenn überhaupt, sehr langsam zersetze.

Abfallsünder mit Humor ansprechen

Gedankenlos lassen auch Fussgänger ihren Müll liegen. Wenn Nora Steimer dies bemerkt, spricht sie die Personen direkt an. Dabei versucht sie aber immer, die Situation einzuschätzen und dem Abfallsünder mit einer Prise Humor zu begegnen. «Viele Leute reagieren überrascht, wenn ich den Abfall, den sie fallen gelassen haben, aufnehme und ihnen mit dem Kommentar ‹Ich glaube, Sie haben hier etwas verloren› überreiche.»

Littering-Bussen schätzt Steimer als ein sinnvolles Mittel ein. Doch der Mix aus diversen Massnahmen der Prävention, Repression und Intervention müsse stimmen. «Bussen können eine präventive Wirkung entfalten, weil sie direkt den Verursacher treffen und zeigen, dass Littering gesellschaftlich nicht akzeptiert ist. Bussen alleine können das Littering-Problem aber nicht lösen.» In der Realität sei die Umsetzbarkeit von Bussen beschränkt. «Die kontinuierliche Sensibilisierung der Bevölkerung ist deshalb von zentraler Bedeutung, um das Bewusstsein für die Littering-Problematik zu fördern und positive Verhaltensänderungen zu bewirken», ist Nora Steimer überzeugt.

Wirkung zeige auch der nationale IGSU Clean-Up-Day (siehe Box), der über die Autobahnränder hinausgeht. Im letzten Jahr fanden über 530 Aufräumaktionen statt – rund 80 Aktionen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017. «In zwei Wochen wollen wir am schweizweiten Aufräumtag ein starkes Zeichen für eine saubere Umwelt und gegen Littering setzen», sagt Nora Steimer.

CLEAN-UP-DAY 2019

Wer gegen Littering etwas unternehmen möchte, hat am Clean-Up-Day die Möglichkeit. Interessierte können am Freitag, 13. September und Samstag, 14. September mit Nachbarn, Arbeits- oder Vereinskollegen in ihrer Gemeinde eine lokale Aufräum-Aktion organisieren oder sich einer Aktion anschliessen. Auf www.igsu.ch können Interessierte sich informieren und ihre Aktion anmelden.

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