«Tschuggerbräu»: Oltner Polizisten lassen in Langenthal Bier brauen

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Sieben Polizisten aus der Region Olten lassen in Langenthal neu ihr "Tschugger Bräu" brauen. © Bruno Kissling

Ein Fürobebier nach Dienstschluss gehört manchmal dazu: «Wir diskutieren gemeinsam das Erlebte und fahren so nach einem anstrengenden Einsatz herunter», sagt Urs Hänggi, der in der Region Olten und Niederamt auf Patrouille geht. Und Patricia Bosshard von der mobilen Einsatzpolizei in Oensingen ergänzt: «Es ist oft heikel, zu Hause etwas zu erzählen. So können wir das Geschehene besser verarbeiten.» Vor Jahren sei deshalb schon mal die Idee entstanden, selbst ein Bier zu brauen. Richtig konkret wurde die Sache aber erst, als ein früherer Berufskollege die ehemalige Hasli-Brauerei in Langenthal übernahm. Plötzlich ging alles ganz schnell: Mitte Juli kamen die sechs Polizisten und die Polizistin zusammen und gründeten den Verein, probierten verschiedenen Geschmacksrichtungen aus, die Etiketten wurden kreiert und Anfang August liefen bereits die ersten 1360 Flaschen Bier vom Band. Innert drei Wochen war das Amber-Bier – vertrieben über eine Facebook-Seite – schon ausverkauft.

«Wir wurden vom Ansturm überrascht», sagt Hänggi, der Präsident des Vereins Tschuggerbräu ist. Die zweite Auslieferung mit 1500 Flaschen ist bereits da. Die Reaktionen seien bisher durchweg positiv ausgefallen. «Viele haben uns zur Idee gratuliert.» Ab und zu hätte es aber auch einen blöden Spruch gegeben. Der Marken- wie auch der Biername verweisen nämlich auf den beruflichen Hintergrund der Polizisten: «Mit dem umgangssprachlichen ‹Tschugger› für das Wort Polizist zeigen wir eine gewisse Selbstironie und dass wir uns daher nicht ganz ernst nehmen», sagt Hänggi. Man werde zwar als Polizist nicht gerne als «Tschugger» bezeichnet, doch untereinander sei «das schon okay».
Das Hobby sehen die beiden auch als Kontrapunkt zum strengen und förmlichen Beruf. Der Biername «Rainbow» sei zudem eine Erinnerung an das gleichnamige Büro auf dem Regionenposten in Olten. Die sieben Vereinsgründer haben nämlich dort alle einmal zusammengearbeitet.

Bereits von Anfang an klar war ihnen auch, dass das Bier professionell gebraut werden soll. «Der Kollege kaufte zwar mal ein Brau-Set, doch aus Zeit- und Qualitätsgründen wollten wir nicht selbst produzieren», sagt Hänggi. Zudem lässt sich mit einer Brauerei im Rücken schneller auf die Nachfrage reagieren. Neben Freunden und Bekannten haben die sieben Berufskollegen nämlich die eigene Gilde und damit verschiedene Polizeianlässe im Blick. «Unser Wunsch wäre es, schweizweit in diesem Bereich Fuss zu fassen», sagt Hänggi. Für kurze Zeit ist das Tschuggerbräu derzeit im Fachgeschäft Fläschehals in Olten erhältlich. Wird auch die zweite Produktion verkauft, hätten die sieben Initianten ihr anfänglich investiertes Geld bereits wieder reingeholt. Vorläufig will man allerdings ein Verein bleiben.

Obwohl sie in der Freizeit gerne ein Bier trinken, hätten sie kein Verständnis für Leute, die sich betrunken ans Steuer setzten, betonen die beiden unisono. «Wir trennen das strikt», sagt Bosshard. Doch wenn wir Privatpersonen sind, dürfen wir uns auch ein Bier genehmigen. «Wir sind auch nur Menschen», sagt Hänggi dazu lachend.

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