Aarauer Feuerwehrkommandant über Grosseinsatz in der Altstadt: «Ich bin zufrieden»

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Drohnenbilder: Michael Küng
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Drohnenbilder: Michael Küng

Die AZ erreicht David Bürge am Morgen nach dem Brand, kurz nach 9 Uhr. Der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Aarau war am Vorabend als Stabschef im Einsatz. Er hat letzte Nacht nur eine Stunde geschlafen (im Feuerwehrmagazin liegt dafür eine Matratze) und ist jetzt schon wieder am Ort des Geschehens.

Herr Bürge, was läuft gerade auf dem Brandplatz?

David Bürge: Wir sind an letzten Löscharbeiten. Sie sind wegen der komplexen Dachkonstruktion noch nicht abgeschlossen, es finden sich immer mal wieder Glutnester. Die Feuerwehr Erlinsbach unterstützt uns. Gegen Mittag werden wir das Gebäude freigeben können, dann wird das weitere Vorgehen mit Eigentümern und Handwerkern besprochen. Ausserdem laufen seit heute früh die Arbeiten der Brandermittler. Noch in der Nacht war zudem ein Ingenieur vor Ort, der die Statik beurteilt hat.

Auf Drohnenaufnahmen sieht man, dass die Feuerwehr unter anderem von einer Dachterrasse an der Kirchgasse aus löscht. Wissen Sie bei jedem Altstadtobjekt genau, wo man hineinkommt und wie man dort am besten löscht?

Nein, oft weiss man das im Voraus nicht so genau, deshalb braucht die Einsatzplanung eine gewisse Zeit. Altstadtbrände sind in mehrfacher Hinsicht speziell herausfordernd: Die Platzverhältnisse sind eng und die Gebäude verwinkelt, es gibt viele gefangene Räume, die Etagen liegen gegeneinander verschoben, und oft fehlen Brandschutzmauern. Wir führen deshalb auch regelmässig Einsatzübungen in der Altstadt durch. Beim gestrigen Brand hat uns der Zufall geholfen: Erst vor zwei Monaten haben wir die Bauherrschaft in Bezug auf Brandschutz beraten. Das ist ja, im Sinne der Prävention, eine der Aufgaben der Feuerwehr, und der Bauherr ist aufgrund der laufenden Sanierungsmassnahmen auf uns zugekommen. Das hat uns nun geholfen.

Sie hatten ausserdem Unterstützung von den Nachbarn.

Ja. Der Einsatzleiter, Pikettoffizier Dani Näf, hat sofort Nachbarfeuerwehren aufgeboten, mit denen wir seit Jahren eine bewährte Zusammenarbeit haben. Erlinsbach und Küttigen, aber auch die Stützpunkt Feuerwehr Zofingen, damit wir eine zweite Autodrehleiter haben. So konnten wir mit Wasserwerfern arbeiten - das haben wir mit Bravour gemeistert, muss man sagen. Damit konnte ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden. Insgesamt standen rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Neben zwei Autodrehleitern und mehreren Tanklöschfahrzeugen haben wir auch einen Atemschutzcontainer genutzt. Und einen mobilen Grosslüfter: In den Gässli haben sich Rauch und Dämpfe gesammelt; wir haben sie damit Richtung Kirche geblasen, damit unsere Leute besser arbeiten können.

Der Einsatz begann kurz nach 17 Uhr und dauerte für Einige die ganze Nacht. Gabs da zwischendurch mal was zu essen?

Es war tatsächlich gar nicht so einfach, 150 Sandwiches aufzutreiben, aber es hat geklappt. Später gabs dann noch eine warme Mahlzeit: Bratwürste und Wienerli.

Das war Ihr erster spektakulärer Grossbrand in Ihrem Amt als Aarauer Feuerwehrkommandant. Wie beurteilen Sie die Leistung?

Ich bin zufrieden. Am Anfang gab es eine relativ lange Chaos-Phase, das ist aber normal bei einem Einsatz dieser Grössenordnung. Man nennt sie auch Organisationsphase. Dann haben wir Abschnitte gebildet - zum Beispiel: Die Feuerwehr Küttigen hatte ihren Abschnitt auf dem Kirchplatz. Dort konnte sie die ihr zugeteilten Mittel selbstständig einsetzen. Man ist aber im ständigen Austausch und führt gemeinsame Rapporte durch. Erwähnenswert ist auch der Abschnitt Zofingen mit der Autodrehleiter, das war taktisch wichtig. Ganz zentral ist auch: Es gab keine Verletzten, weder aus der Bevölkerung noch bei den Einsatzkräften.

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