41 Tage vor wichtigen Weichenstellungen

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«Linksrutsch im Aargau liegt in der Luft», titelte diese Zeitung in einer Wahlbeilage. Urnengang ist in 41 Tagen – am 20. Oktober. Ja, die Zeichen stehen auf Umbruch. Aber wie exakt sind repräsentative Umfragen? Sie bilden möglichst exakt die Zusammensetzung der wahlberechtigten Bevölkerung ab. Gehen nun aber Frauen und Junge tatsächlich den demoskopischen Grössenverhaltnissen entsprechend zur Wahl?

Wahlen können alle vier Jahre korrigiert werden – Entscheide der Gewählten per Referendum jederzeit. Um ein Referendum geht es am 20. Oktober in Zofingen – dasjenige gegen die vom Einwohnerrat mit 28 gegen 10 Stimmen gutgeheissene Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Wer hinter dem Referendum steht – das wissen die Götter, aber nicht die Bevölkerung. Noch immer blitzt diese Zeitung bei ihren Nachfragen ab. Aber auch auf der Seite der Befürworterinnen und Befürworter fehlt es – 41 Tage vor dem Urnengang – an einem Ja-Komitee. Was ist los?

Das Thema BNO ist für die Entwicklung der Stadt Zofingen sehr wichtig – was auch für die nicht stimmberechtigte Region rund um die Stadt gilt. Denn: Immer mehr Menschen leben auf knappem Raum. Damit auch weiterhin die Wohnqualität stimmt, setzt Zofingen in seiner Revision BNO auf «Verdichtung». Nein, nicht durch Näherrücken, sondern mit Häusern, die höher sind als die heute üblichen.

Das Ziel der BNO-Revision ist Qualitätssicherung und -steigerung. Wer sich ab der Zone W3 einer Gestaltungsplanpflicht unterzieht – und somit beweist, dass er gewillt ist, qualitativ hochwertig zu bauen –, darf heute ein zusätzliches Geschoss realisieren. Dieser Bonus für den zusätzlichen Planungs- und Bewilligungsaufwand soll künftig zwei Zusatzgeschosse betragen.

Eingebettet in die BNO-Revision ist das Projekt eines neuen Wohnviertels auf dem Areal der Swissprinters AG. Die geplanten Neubauten, in welchen rund 240 Wohnungen realisiert werden sollen, variieren in ihren Firsthöhen zwischen 17 und 38 Metern. Entstünde auf dem Areal der Swissprinters ein Manhattan im Bonsai-Stil? Nein, aber neue Wohnungen unmittelbar beim Bahnhof und nicht auf der grünen, unverbauten Wiese. Apropos 38 Meter Höhe – die wäre hier isoliert erlaubt: Der Zofinger Kirchturm ist 63 Meter hoch, die in Aarau auf dem «Torfeld» beim Bahnhof geplanten Hochhäuser werden bis zu 75 Meter in den Himmel ragen. In Baden wurde kürzlich ein 66 Meter hohes Gebäude bewilligt.

Das Problem der Abstimmung über die BNO ist, dass nach einem Nein der Stadtrat vor einem Scherbenhaufen steht. Er weiss nicht, ob die «Hochhäuser» oder Einzelinteressen der Grund für eine Ablehnung sind. Ein Beispiel aus Mühle-thal. Dort wurde intensiv unter den Bestimmungen der aktuellen BNO gebaut. So vor drei, vier Jahren eine Zeile Eigenheime. Direkt vor dieser steht nun eine weitere Bauetappe an. Der Aufschrei der «Alteingesessenen» ist gross.

Eine grosse Mehrheit der Bürger hat 2013 das neue Raumplanungsgesetz angenommen und sich für verdichtetes Bauen in Städten und Agglomerationen ausgesprochen. Die Zofinger BNO lebt dem nach. Ölheizungsverbot oder 25 Rappen Klimaabgabe pro Liter Treibstoff, wie im aktuellen Wahlkampf gefordert, erhöhen den Siedlungsdruck auf gut erschlossene öV-Standorte – «entvölkern» Kleingemeinden.

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