1000 Botschafter: Die SVP schickt Tausend Wahlhelfer zu den Leuten raus

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«Ich spreche die Person zu einem späteren Zeitpunkt unter vier Augen an»: SVP-Merkblatt an ihre 1000 Wahlbotschafter. © CH Media
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SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger, Betreuerin der Wahlbotschafter. © Keystone

Die Vorgaben der SVP sind detailliert. Wen die Wahlbotschafter ansprechen sollen? «SVP-Sympathisanten, die von der Politik frustriert sind», heisst es etwa im Merkblatt «Tipps für SVP-Wahlbotschafter». Die Botschafter sollen auch Bekannte angehen, «die Mühe mit dem Ausfüllen der Wahlunterlagen bekunden». Und sie sollen ihnen «bekannte Rentnerinnen und Rentner oder Tanten und Onkel» kontaktieren, «die allenfalls unsicher sind beim Ausfüllen der Wahlunterlagen».

Das Ziel der SVP mit ihren 1000 Wahlbotschaftern: Sie sollen je 20 bis 30 Personen generieren, die 2015 nicht wählten. Und damit für die SVP bis zu 30'000 Wähler gewinnen.

Ein heikler Graubereich? «Bestimmt nicht»

Das Merkblatt, das der Redaktion CH Media vorliegt, zeigt: Die SVP will im Schlussspurt auch stark Wahlhilfe leisten. Zwar betont die Partei im Merkblatt mit Ausrufezeichen, Wahlbotschafter sollten «niemals Wahlunterlagen fälschen!». Doch: Bewegt sie sich mit ihrem Vorgehen nicht in einem heiklen Graubereich? «Ganz bestimmt nicht», sagt Nationalrätin Sandra Sollberger, welche die Wahlbotschafter betreut. «Jeder Wahlbeobachter motiviert vorab zu wählen. Er will keinesfalls etwas tun, das rechtliche Probleme verursacht.»

Dass Wahlhilfen für Ältere heikel sein können, ist SVP-Präsident Albert Rösti klar. «Wir sind uns der Gefahr bewusst und führen deshalb auch Wahlbotschafter-Schulungen durch», sagt er. «Wir stellen aber fest, dass viele Leute viele Fragen haben zu den Wahlen. Wie viele Listen darf ich einwerfen? Darf ich nur für das Berner Oberland wählen oder den ganzen Kanton Bern?» Hier brauche es Hilfe.

Um die 1000 Wahlbotschafter aus den 1000 Ortssektionen der SVP sind es, die auf jene Menschen zugehen sollen, die 2015 nicht wählten: SVP-Sympathisanten, die frustriert sind von der Politik; Bekannte, Rentner, Tanten und Onkel; Söhne und Töchter von Bekannten, die vor vier Jahren noch nicht wählen durften; Hausfrauen, die eine sichere Zukunft wollen für ihre Kinder; Landwirte, Gewerbler, Handwerker und Autofahrer; Bekannte von SVP-Familien, die nicht SVP-Mitglied sind.

Die Aufzählung verdeutlicht: Wer sich im erweiterten Umfeld von SVP-Vertretern befindet, muss damit rechnen, gezielt angesprochen zu werden. Das SVP-Merkblatt gibt den Botschaftern auch Tipps, wie sie dabei vorgehen sollen.

«Ich spreche die Person unter vier Augen an»

«Ich höre bei Gesprächen aufmerksam zu und spreche die Person, bei der ich die politische Richtung spüre, zu einem späteren Zeitpunkt unter vier Augen an oder bei einem Kurzbesuch», heisst es im Merkblatt. «Diese Möglichkeit gibt es an Konzerten, am Seniorentisch, an Familienfesten, an Quartiertreffen, am Stammtisch, am Arbeitsplatz, an Sportveranstaltungen.»

Und wie soll jemand angesprochen werden? «Du hast dich doch neulich am Stammtisch so über das Thema XY genervt, gäll, du weisst schon, dass sich gerade die SVP für dieses Thema einsetzt», heisst es da. «Jetzt besteht die Gelegenheit, SVP zu wählen, Liste XY in die Urne zu werfen.»

Die Wahlhotline für Fragen zu den Wahlen

Das Konzept der Wahlbotschafter stammt von Präsident Rösti selbst. Botschafter-Betreuerin Sollberger ist voll des Lobes. «Wir freuen uns, dass das Konzept so gut läuft. Es kommen sehr viele Idee zusammen und jede Region geht anders vor. Die einen setzen auf Telefonanrufe, andere auf Haustür-Besuche, dritte auf Stammtisch-Besuche», sagt sie. «Dank den Wahlbotschaftern entsteht ein ganz spezieller Spirit.»

Das dürfte sich auch in Safenwil zeigen. Dort treffen sich am Freitag bei der Emil Frey AG von SVP-Doyen Walter Frey 200 Wahlbotschafter. Für einen, sagt Rösti, «Goodwill- und Motivationsanlass der SVP Schweiz». Am Abend des Tages, an dem die SVP bereits ihre Gratis-Wahlhotline in Betrieb genommen hat. Die Hotline beantwortet Fragen zur Wahl. Vor allem eine: Wie wählt man richtig?

Wie CVP, SP und FDP für den Schlussspurt mobilisieren

Die CVP setzt bei der Schlussmobilisierung auf ihre 700 Kandidierenden und 300 Botschafter und Botschafterinnen. Dazu kommen Videos von CVP-Vertretern im digitalen Raum. Am 21. September findet zudem ein nationaler Sammeltag für die Kostenbremse-Initiative statt. «Danach werden wir wohl ankündigen können, dass wir die 100000 Unterschriften bald zusammen haben», sagt Generalsekretärin Gianna Luzio. Die SP startet Ende September ihren Schlussspurt mit persönlichen Gesprächen, primär am Telefon. «Unser Ziel ist es, die 100'000 Telefonanrufe der 5000 SP-Mitglieder von 2015 zu übertreffen», sagt Generalsekretär Michael Sorg. Die FDP wird ihren Door-to-Door-Wahlkampf in den letzten zwei Wochen intensivieren. Es sei sehr wichtig, die Leute auf persönlicher Ebene anzusprechen, sagt Matthias Leitner, Chef des Wahlkampfs. Zudem entscheidet die Basis über das letzte Plakat.

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