Zwei Fehler, zwei Gegentore – null Punkte für den EHC Olten

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Endstation Tim Guggisberg: Auch Daniel Eigenmann scheitert am Winterthurer Schlussmann. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Die Spielhälfte in der Winterthurer Zielbau-Arena war längst überschritten und die Matchuhr zählte weiter erbarmungslos runter, als die doch zahlreich mitgereisten Oltner Fans sich wenigstens die eine oder andere nennenswerte Grosschance herbeisehnten. Doch da war gähnende Leere. Der EHC Olten tat sich zum Meisterschaftsauftakt äusserst schwer mit dem Aussenseiter EHC Winterthur – oder viel eher mit sich selbst. Mit dem Defensivspiel, mit dem Spielaufbau, mit dem Kreieren hochkarätiger Chancen. Und so entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem wahren Test. Einem ersten Test, der den EHC Olten letztlich von A bis Z nicht erfüllte. Und so gingen die Powermäuse mit einer unerwarteten 1:2-Niederlage vom Eis.

Söderström gefasst, aber doch verärgert

EHCO-Trainer Fredrik Söderström zeigte sich gefasst, ärgert sich aber hinterher, dass seine Spieler zu «fancy», also zu ausgefallen, zu schick, hätten das Spiel an sich reissen wollen. Und er spricht vor allem von zwei individuellen Fehlern, die nicht hätten passieren dürfen. Er will dabei keine Namen nennen, doch es war klar: Gemeint waren die beiden sonst äusserst aktiven, wirbligen Ausländer Dion Knelsen und Garry Nunn.

Sie waren nämlich für die beiden Gegentreffer verantwortlich. Erst lässt sich Dion Knelsen im eigenen Slot die Scheibe zum 0:1 abluchsen (21.). Und in den Schlussminuten vertändelt Garry Nunn die Scheibe zum kapitalen 1:2-Gegenkonter (58). Zwei Fehler, zwei Tore – null Punkte.

«Heute haben wir den Sieg verschenkt. Individuelle Fehler gehören zum Sport. Aber ich denke, wir dürfen von uns ganz allgemein mehr erwarten. Wir müssen konstanter und gradliniger spielen», sagte Söderström und entschuldigte sich fast ein wenig für seine wiederholenden Ausführungen der letzten Tage.

Dabei hätte es der EHC Olten selber in der Hand gehabt, drei Punkte nach Hause zu bringen: Drei Minuten vor Ende der Partie schenken die Schiedsrichter nach einem streng gepfiffenen Allerwelts-Zweikampf den Oltnern eine Überzahlsituation. Doch statt den Siegtreffer im Powerplay zu suchen, laufen die Powermäuse ins offene Messer. Weil Nunn die Scheibe auf ein schlechtes Zuspiel nicht wegspedierte. Und so blieb der sonst überragende EHCO-Torhüter Simon Rytz, der völlig verdient zum Oltner Spieler der Partie gewählt wurde, chancenlos. Bozon hatte auf Pass von Veteran Monnet die Chance ausgenutzt.

Doch selbst in den verbleibenden zweieinhalb Minuten hatte der EHCO noch einmal die grosse Chance auf dem Silbertablett serviert erhalten, während 44 Sekunden in doppelter Überzahlsituation den Ausgleich zu erzielen. Söderström zog das Timeout, sprach auf die verantwortlichen Spieler ein. Doch es resultierte nichts mehr daraus. Und so war der kapitale Fehlstart in die Saison 19/20 Tatsache.

Der EHC Olten wird damit heute den SC Langenthal ohne Punkte im Rücken im Kleinholz zum Derby empfangen. Söderström: «Ich sagte den Jungs: Lasst uns dieses Spiel abhaken. Wir werden gegen Langenthal eine Reaktion zeigen.»

Übrigens: Dieses Derby wird der EHC Olten mit Marco Truttmann als Topskorer bestreiten. Der EHCO-Stürmer hauchte dem EHC Olten nach Spielhälfte mit seinem Stocher-Ausgleich etwas Leben ein. Genutzt hatte es nichts.

 

 

Der Meister startet meisterlich

Wie im letztjährigen Playoff-Final gewinnt der SC Langenthal gegen La Chaux-de-Fonds zum Saisonauftakt. Beim 4:0 überzeugen die Oberaargauer mit Geschwindigkeit, einem starken Torhüter und kaltblütiger Chancenauswertung.

Es wurde befürchtet, dass der «neue» SCL zu wenig konkurrenzfähig sein könnte, während La Chaux-de-Fonds auf dem Papier ein Topteam zusammengestellt hat. Nach dem ersten Drittel schien es aber, als wären die beiden Mannschaften noch im Final-Modus der letzten Saison. Langenthal dominierte und führte mit 3:0.

Dazu kam es dank einem furiosen Start. Tom Gerber ging aus einem Pulk mit drei La-Chaux-de-Fonniers als Sieger hervor und bediente Ian Derungs in der Mitte. Dieser zögerte nicht, schoss sofort und genau – nach 106 Sekunden führte der Gastgeber 1:0. «Für mich war dieser Start speziell, das hätte ich mir gar nicht erst erträumt», sagte Torschütze Derungs später.

Die Drei-Nationen-Linie punktet souverän

In der achten Minute leitete Stefan Tschannen den zweiten Treffer ein. Der SCL-Captain, der neu in der zweiten Linie neben Vincenzo Küng und Toms Andersons eingesetzt wird, befand sich bereits in Schussposition, als er auf einen Abschluss verzichtete und die Scheibe zu Vincenzo Küng passte. Dieser nahm sich Zeit und traf souverän. Für den nächsten Treffer war die neue Drei-Nationen-Linie besorgt. Amerikaner Joey Benik passte zum Schweizer Simon Sterchi, dieser sah den Kanadier Andrew Clark vor dem Tor und schon war es geschehen. Der in dieser Situation fahrlässig alleine gelassene Matteo Ritz kassierte nach 12 Minuten Treffer Nummer drei.

Zweifellos konnte Matteo Ritz im Gästetor nicht überzeugen. Auch deshalb erinnerte die Partie immer wieder an das vor fünf Monaten ausgetragene Finale. Auf der Gegenseite stand nämlich ein Philip Wüthrich im Kasten, der seine Gegner Mal für Mal verzweifeln liess. Zwei Alleingänge – von Samuel Grezet und Brett Cameron – entschärfte er brillant, in der 50. Minute parierte er auch noch einen Schuss von Ludovic Voirol mit dem Stockhandschuh (!) und versetzte das Publikum ins Staunen.

Dieses erhob sich dann in der letzten Minute bereits ein erstes Mal für eine Standing Ovation, nachdem Andrew Clark aufs verlassene Gehäuse für das 4:0 sorgte und sich somit auch gleich das Topscorer-Trikot für das nächste Spiel sicherte.

Trainer freut sich über die Energie bei der Premiere

Erfreut war über diesen Sieg aber nicht nur die Mannschaft und die Fans, sondern auch SCL-Trainer Jeff Campbell. «Zu Beginn hatte ich ein bisschen Schmetterlinge im Bauch», gab er nach seiner Premiere zu, der Druck sei aber nicht zu hoch gewesen. Nichts desto trotz freue er sich sehr über den ersten Erfolg. «Wir haben mit viel Energie gespielt, das war neben einer tollen Torhüterleistung entscheidend.»

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