Martina Winiger: Die neue Wikoner Gemeindeschreiberin im Portrait

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Martina Winiger in Sempach. Bis vor kurzem wohnte die zukünftige Gemeindeschreiberin Wikons im Weiler Kirchbühl. (Bild: Marc Benedetti)

Martina Winiger-Muff ist kein Kind von Traurigkeit, das merkt man sofort. Der Autor hat mit ihr vor einem bekannten Restaurant im «Städtli» von Sempach abgemacht – getroffen hat man sich zuvor noch nie. «Das ist wie bei einem Blind Date», lacht sie. Doch mit ein wenig Spontanität findet man sich rasch. Die Atmosphäre ist sofort entspannt.

Martina Winiger kennt Wikon und die Gegend noch nicht. Ihr erster Eindruck ist positiv. Wikon sei eine «normale Luzerner Landgemeinde, mit einer gewissen Idylle, und der Marienburg auf dem Hügel». Das Dorf habe eine überschaubare Grösse, die Bewohner kennen sich – ähnlich wie in Eschenbach im Seetal, wo sie aufgewachsen ist. Eschenbach ist bekannt durch seine markante Pfarrkirche und das Kloster.

Die Situation in Wikon hat sich inzwischen beruhigt

Winiger hat bereits den gesamten Gemeinderat Wikons kennen gelernt und einen positiven Eindruck vom Personal, dem Gemeinderat und der Gemeindepräsidentin gewonnen, sagt sie. Im vergangenen Herbst habe sie die Situation in Wikon aus der Ferne verfolgt. «Das kaputte Dach des Gemeindehauses war ein Sinnbild für mich», sagt Martina Winiger. «Ich habe den Eindruck bekommen, dass sich die Situation in der Zwischenzeit beruhigt hat.» Das Dach wird notabene zurzeit repariert. Es herrsche Aufbruchstimmung. In Wikon sind eine neue Gemeindepräsidentin und eine neue Sozialvorsteherin im Amt, die Gemeinde hat eine Organisationsanalyse vorgenommen. Wichtige Stellen in der Verwaltung konnten besetzt werden. Die künftige Gemeindeschreiberin ist froh darüber. «Ich habe das Gefühl, das sind gute Grundlagen, um neue Strukturen zu schaffen.» Sie möchte etwas bewegen. «Am Job reizt mich die Chance, eine Gemeindeverwaltung komplett neu zu gestalten», sagt Winiger. Das fachliche Rüstzeug dafür bringt sie mit: Martina Winiger ist seit knapp zehn Jahren Abteilungsleiterin Zentrale Dienste und stellvertretende Gemeindeschreiberin der Gemeinde Buttisholz, die doppelt so gross ist wie Wikon. Sie führt in Buttisholz ein Team von acht Personen. Winiger hat das Luzerner Gemeindeschreiberpatent und eine Weiterbildung in Public Management absolviert. Nebenberuflich engagiert sie sich als Prüfungsexpertin beim Verein Verwaltungsweiterbildung Zentralschweiz und im Vorstand des Gemeindeschreiber- und Geschäftsführerverbands Luzern (GGV), sie ist bestens vernetzt.

Der Gemeindeschreiber respektive die -schreiberin habe eine Drehscheibenfunktion. «Man hat viel Kontakt mit der Bevölkerung, darauf freue ich mich», sagt sie. Sie ist sich bewusst, dass grosse Aufgaben auf sie warten. Die Gemeindepräsidentin habe transparent und offen informiert, dass es viel zu tun gebe. Die Aufgabenteilung zwischen Verwaltung und politischen Behörden müsse definiert, die Aufgaben verteilt werden. «Das muss natürlich politisch vom Gemeinderat abgestützt werden», fügt sie hinzu, «das kann ich als Verwaltungsangestellte nicht bestimmen.»

Zwei Führungs-Modelle stehen zur Diskussion

Spannend wird auch die Frage sein, nach welchem Modell die Gemeindeverwaltung Wikon geführt werden soll. Winiger will den Gemeinderat in diesem Prozess unterstützen. Ein Vorteil ist, dass sie Erfahrungen aus einer Gemeinde mitbringt, die nach dem sogenannten CEO-Modell organisiert ist. Beim CEO-Modell ist die Verwaltung für die Führung des operativen Geschäfts zuständig, mit dem Gemeindeschreiber oder einer anderen Person als CEO. Beim herkömmlichen Modell führt der Gemeindepräsident (in Wikon die Gemeindepräsidentin) die Verwaltung und das Personal. «Ich bin für beide Regelungen offen», sagt Winiger. Der Gemeinderat Wikon befinde sich mitten im Entscheidungsprozess, und auch die Bevölkerung werde noch nach ihrer Meinung gefragt.

Die neue Gemeindeschreiberin ist verheiratet und wohnt neu in Luzern. Ihren Arbeitsweg will sie ab Anfang Dezember so oft wie möglich mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen: Mit dem Zug nach Zofingen und von dort mit dem Velo nach Wikon radeln. Denn Velofahren liebt sie; in den Ferien hat sie mit ihrem Mann eine Velotour nach Paris unternommen. Bei so viel Fitness ist die Strecke Zofingen–Wikon eher eine Kleinigkeit.

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