Das Kantonsspital Luzern geht komplett digitalen Weg

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So muss man sich die Zukunft vorstellen: Eine Ärztin am Luzerner Kantonsspital erfasst die Daten einer Patientin. Symbolbild zvg

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) digitalisiert den Klinikalltag komplett. Ab Samstag, 21. September, um 3 Uhr werden rund 5500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der einheitlichen digitalen Plattform «LUKiS» arbeiten. Das Kantonsspital bittet vorsorglich die Bevölkerung um Verständnis, wenn es in der Einführungszeit zu Wartezeiten für die Patienten kommen sollte.

Es sei die bisher erste Einführung eines solchen integrierten Systems in einem deutschsprachigen Land, teilte das LUKS am Donnerstag mit. Und Luzern ist ein Pionier in der Schweiz. 27 Monate dauerte die Vorbereitung, über 90 Personen waren beteiligt. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Medizin, Pflege und Administration, welche direkt mit Patienten zu tun haben, arbeiten künftig mit dem Klinikinformationssystem.

LUKiS basiert auf dem System von Epic, einem US-amerikanischen Unternehmen, das seit über 40 Jahren ausschliesslich Klinikinformationssysteme entwickelt. Über 1000 Kliniken weltweit arbeiteten mit dem Epic-System; in Europa sind es Spitäler in England, Norwegen, Finnland, Dänemark, Belgien und den Niederlanden.

Am Anfang Wartezeiten für die Patienten möglich

Laut einer LUKS-Sprecherin kostet das neue System 65,8 Millionen Franken. Darin seien Investitions- und Betriebskosten für die kommenden acht Jahre enthalten. «Der Start von LUKiS ist eine grosse Herausforderung, wie sie für ein Spital nur alle 15 bis 20 Jahre vorkommt», sagt LUKS-Direktor und CEO Benno Fuchs.

Trotz intensiver Vorbereitung könne es während der Einführungsphase zu Wartezeiten für die Patienten kommen. Ziel sei, die Patientensicherheit und Qualität weiter zu erhöhen. Mit der neuen digitalen Lösung könnten künftig auch die behandelnden Haus- und die Spezialärzte über ein Portal Zugriff auf die Daten ihrer Patienten erhalten (sofern die Patienten dies möchten). In einem zweiten Schritt würden die Patienten auf Wunsch selber Zugriff auf ihre Daten haben, heisst es weiter.

FAQ-Broschüre für Patienten

LUKS hat für die Umstellungsphase einen Flyer für Patienten mit den häufigsten Fragen zum neuen System verfasst. Zur Frage, was das LUKiS bringt, wird betont, dass der administrative Aufwand spitalintern und im Kontakt mit den externen Ärzten abnehme. «Nichts muss intern verschickt, nichts zweimal gemacht oder doppelt gefragt werden.» Doch auch für den Patienten soll die Digitalisierung Vorteile bringen: «Termine werden rasch koordiniert», verspricht das Spital. Zur Frage des Datenschutzes heisst es in der Broschüre, sämtliche erhobenen Daten blieben in der Schweiz. Sie würden «nach modernsten Standards mehrfach gesichert». Das Datenmanagement unterliege der hiesigen Gesetzgebung. Wenn das System abstürzten sollte, gebe es nur noch einen Lesezugriff für die LUKS-Mitarbeiter.

Das Luzerner Kantonsspital beschäftigt über 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es umfasst die Standorte Luzern, Sursee, Wolhusen sowie die Höhenklinik Montana. (sda/ben)

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