Ausbildungschef René Kägis Hobby ist auch sein Beruf

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René Kägi vor einem Einsatzfahrzeug von Schutz & Rettung Zürich. (Bild: ZVG)
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René Kägi (r.) zusammen mit dem ehemaligen Feuerwehrkommandanten Christoph Odermatt und seinem Nachfolger, Marco Witschi. (Archivbild: Edgar Widmer)

Berufsfeuerwehroffizier bei Schutz & Rettung Zürich in der Wache Flughafen in Zürich Nord ist ein wahrer Traumjob für viele: grosse Einsatzfahrzeuge, Flugzeuge, Action und Abenteuer verbinden sie mit diesem Job. Einer, der sich diesen Traum erfüllt hat, ist René Kägi aus Murgenthal. Der gelernte Lastwagenmechaniker trat im Jahr 2000 der Milizfeuerwehr Murgenthal bei. «Dort hat es mir den Ärmel so richtig reingenommen», sagt er. Seit zehn Jahren ist Kägi Ausbildungschef und Vize-Kommandant der Murgenthaler Feuerwehr. Für die Ausbildung ist er als Ausbildungsoffizier auch in der Dienstgruppe 4 der Berufsfeuerwehr von Schutz & Rettung Zürich zuständig. Er ist am Flughafen stationiert.

Herausforderung, spannende Übungslektionen zu gestalten

Zweimal dieselbe Aufgabe? Mitnichten, ist für den Feuerwehrmann klar. «Obwohl es viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Herausforderungen gibt, wie etwa, dass wiederkehrende Übungslektionen immer etwas anders gestaltet werden müssen, um spannend zu bleiben, gibt es viele Unterschiede.» Der grösste Unterschied liegt auf der Hand: Bei einer Berufsfeuerwehr sind die Mitglieder angestellt, eine Milizfeuerwehr besteht aus Freiwilligen. So ist für den Ausbildungschef klar, dass er seine Murgenthaler Kollegen bei einer Ausbildung nicht so streng rannehmen kann, wie seine Berufskollegen. «Es gibt immer einige, die mehr wollen. Hier noch eine zusätzliche Ausbildung, mit diesem Gerät noch üben – auch wenn wir es selbst gar nicht haben und nie einsetzen werden.» Es sei wichtiger, dass eine Milizfeuerwehr das Grundhandwerk beherrsche und die kantonalen Vorgaben erfülle. Alles was darüber gehe, erledige beispielsweise die Stützpunktfeuerwehr Zofingen. «Mit ihr klappt die Zusammenarbeit hervorragend», sagt Kägi.

24-Stunden-Schichten fordern die Planer heraus

Während bei einer Milizübung alle Betroffenen an einem Abend aufgeboten werden, dauert es am Flughafen Zürich im idealfall sieben Dienste, bis alle eine spezifische Lektion absolviert haben. Geschuldet ist das den 24-Stunden-Schichten und einem maximalen Schichtbestand von 29 Feuerwehrleuten. «Wir sind 24 Stunden anwesend – jeweils von 7.15 bis 7.15 Uhr am nächsten Tag – und sind danach 48 Stunden zu Hause», erklärt René Kägi die Anwesenheitsregelung. Um 18 Uhr gibt es Abendessen, danach ist Präsenzzeit. «Die bei der Flugzeugbrandbekämpfung Eingeteilten dürfen allerdings erst schlafen, wenn der Flugbetrieb am Abend eingestellt wird», fügt er an. Denn bei einem Flugzeugereignis muss es schnell gehen. «Innert 20 Sekunden nach Alarmauslösung müssen wir beim Fahrzeug sein», so der Ausbildungsoffizier. Sobald der Alarmstartknopf am Fahrzeug gedrückt wird, gehen Motor, Licht und Blaulicht an. Mit eingelegtem Automatikgang geht es dann mit Vollgas raus aus der Wache. So wird die Garage genannt. Innert drei Minuten müssen drei Fahrzeuge samt Besatzung mit insgesamt mindestens 32 300 Litern Löschwasser jeden Winkel des Flughafens erreichen können. Vorgeschrieben wird dies vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation.

Grossartiger Zusammenhalt in der Berufsfeuerwehr

Ganz so schnell geht es bei einer Milizfeuerwehr nicht. «Die Leute arbeiten – oft nicht im eigenen Dorf – und müssen erst herkommen. Einige können nicht kommen oder treffen später ein. So können wir erst vor Ort die Aufgaben verteilen, wenn wir wissen, wer wirklich da ist», sagt René Kägi. Bei der Berufsfeuerwehr von Schutz & Rettung Zürich erhalten alle zum Dienst Eingeteilten eine Dienstnummer, welche wiederum an eine Aufgabe gebunden ist. Mit dem Dienstplan wird auch sichergestellt, dass die Aufgaben eines Einzelnen immer etwas variieren.

Gemeinsamkeiten – aber auch viele Unterschiede

Auch wenn die Mitglieder einer Milizfeuerwehr aus demselben Dorf kommen, zusammen zur Schule gegangen sind oder gemeinsam in anderen Vereinen sind, denkt René Kägi, dass der Zusammenhalt in einer Berufsfeuerwehr grösser ist. «Weihnachten und Silvester werden von den Diensthabenden zusammen gefeiert. Wir kennen die Stärken und Schwächen unserer Kollegen und merken, wenn es jemandem nicht so gut geht. Das ist bei einer Übung oder einem Einsatz von grossem Vorteil.»

Kämpfen Milizfeuerwehren oft mit der Neurekrutierung oder der Nachfolgeregelung für Kader, ist es bei den Berufsfeuerwehren das Gegenteil. Offene Kaderstellen werden ausgeschrieben und ein ordentlicher Bewerbungsprozess findet statt. «Trotz der vielen Unterschiede, Feuerwehr bedeutet Teamwork. Ohne geht es nicht», sagt Kägi abschliessend.

Serie

Das Zofinger Tagblatt berichtet im Rahmen des 150-Jahre-Jubiläums des Schweizerischen Feuerwehrverbands in einer Serie über diverse Aspekte rund um die Feuerwehr.

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