Ein Samstagsmarkt an der Kirchgasse kommt nicht infrage

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Es bleibt in Olten bei zwei Marktflecken: donnerstags auf der Kirchgasse (im Bild), samstags jeweils im Bifang. © Bruno Kissling

Kann ein Vorstoss noch deutlicher scheitern? Gerade mal eine Stimme vereinigte die Motion Philipp Ruf im Oltner Gemeindeparlament auf sich; nämlich diejenige des Motionärs selbst. Dass bei der Abstimmung immerhin noch drei Enthaltungen darunter waren: vielleicht ein Trost. Dabei hatte der SVP-Mann nur eines gewollt: einen zusätzlichen Markt auf der Kirchgasse am Samstagmorgen. Aber damit hatte er eine regelrechte Front aufgebaut. Sogar innerhalb der eigenen Partei, wie der Motionär eingangs der Debatte zu verstehen gab.

Konsequent das Verderben gesucht

Ruf war auch nicht bereit, seinen Vorstoss in ein Postulat umzuwandeln. Dies nämlich hätte auf Vorschlag des Stadtrates die Möglichkeit eröffnet, in der kalten Jahreszeit versuchsweise einen Samstagsmarkt einzuführen, dafür den Donnerstagsmarkt auf der Kirchgasse und den Samstagsmarkt im Bifang zu streichen. Am ehesten konnte sich noch die FDP mit der Anregung anfreunden. Fraktionssprecher Reto Grolimund nannte die Sache eine «gute Idee».
Jedoch: Das Parlament war nicht in Experimentierlaune. Das brachten mehrere Votanten, auch unter Berücksichtigung der allgemeinen Befindlichkeit rechts der Aare zum Ausdruck. Der Bifangmarkt sei ein gut funktionierender sozialer Treffpunkt (Christine von Arx, SP), man wolle Kontinuität wahren (Raphael Schär, Grüne) oder ein Experiment schade nur (Daniel Kissling, Olten jetzt!). Michael Neuenschwander (Grüne) sah das Gerangel um die Marktflecken noch in einem andern Licht. In jenem um den künftigen Standort des Bifangmarktes nämlich. Dieser wird im Zeichen der Umwälzungen hinsichtlich Sälipark 2020 wahrscheinlich umplatziert. Damit wäre das Problem bequem vom Tisch gewesen, meinte Neuenschwander leicht ironisierend.

«Ich sehe, die Zeit ist noch nicht reif»

Wer sich im Sinne der Motion Ruf zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, dem blies aus den eigenen Reihen ein giftiger Wind entgegen. Davon zeugte die Wortmeldung von Eugen Kiener (SP). «Fast schlimmer, als wenn ich für die Abschaffung der AHV gewesen wäre», wie er sich amüsiert ausdrückte. Jetzt sehe er: Die Zeit sei für eine Frage wie die nach dem Standort des Marktes noch nicht reif.

Kiener war einer von drei Parlamentariern, die sich der Stimme enthielten. 32 andere schickten die Motion Ruf grandios bachab. An Marktflecken rühren – das ist in Olten ein Tabu.

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