Dilettantismus pur: Der FC Aarau bezwingt sich in Vaduz selbst

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Licht und Schatten – die Aarauer hatten in vielen Momenten das Nachsehen. (Bild: freshfocus)

So absurd es nach einem 2:5 tönt: Der FC Aarau war in Vaduz die spielerisch, technisch und läuferisch bessere Mannschaft. Doch damit genug des Lobes, einbilden sollten sich die Spieler darauf nichts. Stattdessen macht die Erkenntnis, gegen einen so bescheidenen Gegner so deutlich verloren zu haben, das Ganze noch peinlicher, als es eh schon ist.

Der Vorwurf, wie bei den vier Niederlagen zuvor im «Ländle» mit der falschen Berufseinstellung ans Werk gegangen zu sein, ist dieses Mal fehl am Platz. Sonst hätten sie nicht aus einem 0:2-Rückstand dank zwei Rossini-Toren zwischenzeitlich ein 2:2 gemacht. Statt Nachlässigkeit führt Dilettantismus ins Verderben. Die Aarauer leisten sich an diesem Nachmittag Aussetzer, die kann man nicht erfinden:

Der Freistoss, der zum 0:1 führt? Entsteht nicht aus einem Zweikampf, sondern weil Raoul Giger aus- und in den Gegner rutscht.

Der Konter zum 0:2? Entsteht, weil Petar Misic seiner unterirdischen Leistung mit einem haarsträubenden Ballverlust das i-Tüpfelchen aufsetzt.

Der Eckball zum 2:3? Entsteht, weil Jérôme Thiessons Rückpass auf Goalie Nicholas Ammeter derart misslingt, dass dieser den Ball in den Corner lenken muss, um ein Eigentor zu vermeiden.

Das 2:4? Entsteht, weil der Ball im dümmsten Moment aufspringt, als Ammeter ihn wegschlagen will. Coulibaly übernimmt und schiebt zur Entscheidung ins leere Tor ein. Der Höhepunkt der Aarauer Slapstick-Parade.

Das 2:5? Entsteht, weil Marco Thaler nur zuschaut, statt Coulibaly aktiv am Torschuss zu hindern und auch Ammeter schlecht aussieht, weil der Ball in der nahen Ecke einschlägt.

Fünf Gegentore gegen einen Gegner, der zuvor letztmals Ende Juli ein Spiel gewonnen hat. Und keines davon fällt nur im Ansatz nach dem Motto «muss man akzeptieren, weil der Gegner es gut herausgespielt hat».

Elsad Zverotic versucht gar nicht erst, das Resultat schönzureden, der Captain spricht Klartext: «Ja klar waren wir besser als Vaduz, aber ich kann das nicht mehr hören. Ausser bei der Niederlage in Lausanne (1:5; die Red.) waren wir jedes Mal die bessere Mannschaft und haben nichts daraus gemacht. Wenn wir diese katastrophalen Fehler nicht abstellen, haben wir in der Tabelle oben nichts verloren.»

Auswärtsschwäche und inkonstante Routiniers

Nach dem ersten Saisonviertel gibt es keine zwei Meinungen darüber, in welchem Punkt der FCA sich schleunigst verbessern muss: 20 Gegentore in neun Spielen sind der Höchstwert der Liga, neun davon hat Aarau gegen die Kellerkinder Chiasso und Vaduz erhalten. Die Defensivprobleme waren schon vor dem Spiel in Vaduz offensichtlich. Vor diesem Hintergrund muss sich Trainer Patrick Rahmen die Frage gefallen lassen, warum er auf den einigermassen stabilsten seiner drei Innenverteidiger, auf Giuseppe Leo verzichtete und für diesen Marco Thaler in die Startelf rotierte. «Das war kein Entscheid gegen Leo, sondern für Thaler. Ich wollte frischen Wind im Team.» Dumm nur, dass ausgerechnet Thaler in Vaduz komplett von der Rolle war.

Neben der Gegentorflut stechen zwei weitere Erkenntnisse ins Auge: Auswärts hat der FCA in vier Partien nur einen Punkt geholt (1:1 in Winterthur). Und die bislang einzige Konstante ist die Inkonstanz – obwohl Aarau (Durchschnittsalter 27 Jahre) mit Abstand die routinierteste Mannschaft der Liga stellt.

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