Überraschungsfund im Rössli: Bei Bauarbeiten kommt Gewölbekeller ans Licht

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Rund 150 Jahre alt soll er sein: Niemand wusste vom rund drei Meter hohen Gewölbekeller unter dem Rössli. (Bruno Kissling)
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Beim Gasthof Rössli in Oensingen kam ein Gewölbekeller zum Vorschein. Es war aufgefallen, dass sich der Garagenboden leicht senkte. (Bruno KisslinG9

Als Stefan Baumgartner noch ein kleiner Bub war, kochte seine Grossmutter jeweils neben dem Gasthof die Wäsche und wrang diese in grossen Trögen aus. Doch eines Tages fing die Waschküche Feuer und brannte nieder. An gleicher Stelle erbauten die Baumgartners eine Doppelgarage. Niemand wusste, dass sich unter ihnen ein Gewölbekeller befand.

«Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass ich 57 Jahre lang über einem Gewölbekeller ging», sagt der ehemalige Rössli-Wirt Stefan Baumgartner. Ihnen sei bloss aufgefallen, dass der Garage-Boden geringfügig absank. Die Nachricht des neuen Besitzerpaars Sandro und Nathalie Ravasio bewegte den langjährigen Wirt. «Auch meine Urgrossväter wussten nichts von diesem Gewölbekeller», sagt Baumgartner. Mindestens vier Generationen zurück blieb der Keller unentdeckt, versichert der einstige Wirt.

Sandro Ravasio führt hastig über die Baustelle in Oensingen. Mit seiner Firma R & F Immobilien kaufte er den Gasthof, nachdem Stefan Baumgartner Ende April den Familienbetrieb schloss. «Ich wäre froh gewesen, es hätte den Gewölbekeller nie gegeben», sagt Ravasio. Denn dieser verlangt zusätzlichen Aufwand. Bevor die neuen Besitzer den Keller überhaupt verwenden können, müssen sie ihn grundlegend sanieren. Die festgesessene Feuchtigkeit hat der alten Bausubstanz zugesetzt. Wozu sie den unerwarteten Freiraum zu gebrauchen denken? «Vielleicht als Weinkeller..?», sagt Ravasio.

Kein erhoffter Fund für das Besitzerpaar

Beim Bau einer Abwasserleitung entdeckten die Arbeiter unterhalb der Garagen ein Fenster. Die Suche nach dem unbekannten Keller begann. Dabei konnten die Bauarbeiter zur Hauptstrasse hin eine Tür ausmachen, die komplett unter dem Boden begraben war. Ein steil abgetragener Aushub ermöglicht nun den Zugang zum Gewölbekeller. Über diese steile Rampe verschwindet Sandro Ravasio eleganten Schrittes. Fast zwei Drittel des Gewölbekellers waren mit Gestein und Erde zugeschüttet.

Eine dunkle Linie entlang der Wände zeugt noch davon. «Nachdem der Denkmalschutz den Keller angeschaut hat, haben wir das Material aussaugen lassen», erzählt Ravasio. Drei Tage lang benötigten die Arbeiter, um den Keller zu leeren. Zurück bleibt ein kleiner Gewölbekeller, dessen künftige Bestimmung noch ungewiss ist. Gemessen an den Erinnerungen der Familie Baumgartner dürfte der Keller mindestens 150-jährig sein. Der Denkmalschutz will versuchen, mithilfe alter Pläne die Ursprünge des Gewölbekellers abzuklären.

Die Wirtewohnung weicht einer Anrichte-Küche

In den grosszügigen Rössli-Räumen nebenan sind die Arbeiten trotz des ungebetenen Fundes weit fortgeschritten. Über eine neu angebrachte Terrasse ist der Rössli-Saal erschlossen. Jahrzehntelang war der grosse Saal mit seiner Bühne ein wichtiger Treffpunkt für viele Grossvereine aus dem Kanton. Zu diesem soll er nun wieder werden. Zunächst wollte das neue Besitzerpaar einen Pächter für den gesamten Rössli-Gasthof mit Wirtschaft, Kegelbahn und den beiden Sälen finden. «Wir haben realisiert, dass es fast unmöglich ist, sämtliche Anforderungen auf eine Person zu vereinen», sagt Sandro Ravasio.

Auch die Logistik reiche nicht aus: So ist die Gasthof-Küche zu klein, um zeitgleich ein Restaurant betreiben zu können und in den Sälen Anlässe durchzuführen. Deshalb kam das Besitzerpaar von der ursprünglichen Idee ab. Die Ravasios wollen den grossen Saal mit einer Kapazität für bis zu 450 Personen und den kleinen Saal mit seinen 60 Plätzen künftig unabhängig vom Restaurants vermarkten und auf dem Platz Oensingen ein neues Kongress- und Eventzentrum etablieren. Für das Management dieses Projekts engagierten sie eine Person im 50-Prozent-Pensum.

Auch die Wirtewohnung über dem Restaurant ist nicht mehr, wie früher: Wo vor wenigen Monaten noch Stefan Baumgartner wohnte, entstehen eine neue Anrichte-Küche und Lagerräume für die Saal-Infrastruktur. Während der grosse Saal im Innenausbau fertiggestellt ist und bereits erste Anlässe beherbergte, ist der Umbau im alten Restaurant Rössli noch voll im Gang. «Wir haben noch nicht den Pächter finden können, der unsere Vorstellungen vollständig erfüllt», sagt Sandro Ravasio. Bis dies gelingt, wird der Gasthof im Erdgeschoss nicht fertiggestellt. In ihrem traditionellen Zustand erhalten bleibt die Kegelbahn. Mit dem kleinen Gewölbekeller könnte das Rössli eine Attraktion hinzugewinnen.

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