Aarburger Schulpflege falsch beraten

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Schulhaus Hofmatt in Aarburg (Archivbild Joel Widmer)

Zu den Problemen um die Aarburger Schule hat nun endlich die grosse Aussprache zwischen Schulpflege und Gemeinderat stattgefunden. Der Gemeinderat resümiert in einer Mitteilung: «Die Schule Aarburg hat stürmische Zeiten hinter sich. Doch: Es sind Ruhe und Stabilität eingekehrt.»

Hintergrund der Aussprache war, dass die Schulpflege zweimal eine Verurteilung wegen widerrechtlichen Kündigungen einstecken musste und so mit Gerichtskosten und externen Beratungen mehrere Hunderttausend Franken an zusätzlichem Aufwand verursacht hatte. Die Schulpflege zeigte zudem Mühe, öffentlich Fehler einzugestehen. Der Gemeinderat hatte dann im Mai in einer Mitteilung die Schulpflege auch öffentlich gerüffelt und die Frage aufgeworfen, warum diese unerfreuliche Situation habe entstehen können.

In nächstem Konflikt andere Beratung beiziehen

Laut Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär war die Stimmung am runden Tisch, der Mitte September stattgefunden hat, «sehr konstruktiv und wurde von beiden Seiten als wertvoll wahrgenommen». Dem Gemeinderat sei aufgezeigt worden, dass die Schulpflege vor Gericht teilweise auch Recht bekam. «Aber man muss auch festhalten: Die Urteile entstanden, weil Fehler gemacht wurden», sagt Schär. Zudem sei die Schulpflege teilweise juristisch auch schlecht beraten worden. Die Lehre daraus ist laut Schär: «Bei einer nächsten Auseinandersetzung wird man auf eine andere juristische Unterstützung setzen.»

In Sachen Kommunikation hat die Schulpflege laut Schär teilweise zu zögerlich agiert. «Man hätte aktiver kommunizieren und die Argumente der Schulpflege besser aufzeigen sollen.» Die Behörde habe sich hier aus Sicht des Gemeinderats zu vorsichtig verhalten, sagt Schär.

Wie viele Zusatzkosten sich mittlerweile aufsummiert haben, kann Schär nicht sagen. «Die gesamten Kosten müsste man noch eruieren.» Das wurde noch nicht gemacht.

Am runden Tisch hat die Schulpflege dem Gemeinderat zudem dargelegt, dass die Situation rund um die Schule Aarburg stabil sei: Der operative Schulbetrieb laufe, derzeit lägen keine Kündigungen vor und auch der Ende 2018 erschienene Bericht der Nachevaluation attestiere der aktuellen Schulsituation grüne Ampeln.

Die kürzlich erfolgte Abweisung einer Aufsichtsanzeige gegen die Schulpflege bestätigt dies laut dem Gemeinderat: Auch das Departement Bildung, Kultur und Sport gelangte zum Schluss, «dass es die Schulpflege Aarburg beziehungsweise ihre Mitglieder unter sehr schwierigen Umständen mit grossem zeitlichen Aufwand, viel Beharrlichkeit und Ausdauer geschafft haben, die vielschichtige Krisensituation an der Schule Aarburg aufzuarbeiten, das Vertrauen eines Grossteils der Lehrpersonen in die Schulführung wiederherzustellen und die Schule als Ganzes in ruhige Fahrwasser zu lenken».

Die Schulsituation will der Gemeinderat allerdings weiter im Auge behalten. Vor allem im Kommunikationsmanagement der Schulpflege sieht er noch Verbesserungsbedarf. Um Missverständnisse, Interpretationen und schlechte Gefühle zu verhindern, sei es unerlässlich, gegenüber Behörden, Bevölkerung und Presse eine klare, transparente und zeitnahe Kommunikation zu pflegen. «Die Kommunikation wird die Schulpflege im Sinne eines Informationsaustausches enger mit dem Gemeinderat abstimmen», ergänzt Schär, wobei die Schulpflege als eigenständige und vom Gemeinderat unabhängige Behörde verantwortlich bleibt.

«Generell werden wir versuchen, die kommenden Jahre – bis klar ist, ob die Schulpflegen abgeschafft werden – im Sinne der Gemeinde konstruktiv zusammenzuarbeiten», sagt der Gemeindeammann.

Man habe einige Themen, die anstehen. So etwa die Überführung der Bez nach Oftringen, den Lehrplan 21, die ICT-Umstellung und die neue Ressourcenplanung. «Wir müssen nun die Seite umblättern und uns auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren», so Schär.

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