Bricht grüne Welle an CVP/SVP-Bastionen? Ein Blick in unsere sieben Luzerner Gemeinden

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Die SVP löste die CVP 2015 in vielen Gemeinden als wählerstärkste Partei ab. Wird sie sich halten können? Grafik: mnu

Die Grünen und die Grünliberalen werden am Sonntag die grossen Gewinner sein. Zu dieser Einschätzung kommt das Forschungsinstitut Sotomo in seinem jüngsten Wahlbarometer mit Blick auf die Nationalratswahlen. Alle anderen Parteien müssten tendenziell mit Verlusten rechnen, heisst es im Bericht – allen voran die SVP, wobei sie wählerstärkste Partei bleiben würde.

Eine kantonale – geschweige eine regionale – Prognose gibt es nicht. Ein Blick in die Statistik vergangener Wahlen und Gespräche mit Partei-Vertretern können aber ebenfalls Aufschluss darüber geben, wie es um die Chancen der Parteien steht. Die Grünen und die GLP kamen vor vier Jahren auf marginale Wähleranteile von 2 bis 6 Prozent in der Region. Auf lokaler Ebene sind sie nicht vertreten. Esther Müller von der Ortspartei Grüne Willisau geht aber davon aus, dass die grüne Welle auch auf Gemeinden in der Region Wiggertal überschwappen wird.

SVP-Wikon-Präsident geht von kleinem Verlust aus

Die SVP war bei den Wahlen 2015 sehr erfolgreich. Im Kanton Luzern lag der Wähleranteil zwar knapp unter Schweizer Durchschnitt, aber sie war damals in mehr als der Hälfte der 83 Luzerner Gemeinden wählerstärkste Partei. Darunter in Roggliswil, Wikon, Reiden und Dagmersellen (siehe Grafik). Das beste Ergebnis im Wahlkreis Willisau erzielte die Partei in Fischbach (46,9 Prozent), gefolgt von der Gemeinde Wikon (39 Prozent), wo eines von fünf Gemeinderatsmitgliedern in der SVP ist. Wieso ist die SVP in Wikon so stark? Anruf bei Silvan Schütz, Parteipräsident der SVP Wikon. «Wir haben die Partei 2015 gegründet, sind deshalb eine junge Partei und bringen hier noch etwas Schwung auf das politische Parkett», antwortet er. «Von Anfang an durften wir in Kommissionen und Ämtern Verantwortung übernehmen.» Schütz geht davon aus, dass die SVP auf dem Luzerner Land einen Verlust von zirka 1 Prozentpunkt einfahren wird.

Mehr als jeder zweite Altishofer wählte CVP

Die CVP ist in Luzern sehr stark. 2015 erzielte sie einen Wähleranteil von 23,9 Prozent. Schweizweit waren es 11,6 Prozent. Während auf dem statistischen Atlas 2011 noch die Mehrheit der Luzerner Gemeinden orange eingezeichnet war, hatte die CVP 2015 nur noch in rund 30 Luzerner Gemeinden den höchsten Wähleranteil. Spitzenreiter war Altishofen (52,5 Prozent), wo vier von fünf Gemeinderäten in der CVP sind. Nachfrage beim Präsidenten der CVP Altishofen, Walter Glanzmann: «Die CVP ist die Partei, die auch in der Gemeinde Themen aufgreift und Stellung bezieht.» Weiter trage sicherlich auch seine Frau, die CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann, dazu bei, dass sich die Einwohner gut vertreten fühlten. Glanzmann hofft, die 50-Prozent-Marke halten zu können.

SP-Wikon-Präsident: «Wir machen vernünftige Politik»

Die SP ist schweizweit die zweitstärkste Kraft. Im Kanton Luzern lag der Wähleranteil 2015 aber lediglich bei 13,6 Prozent, im Einzugsgebiet dieser Zeitung noch viel tiefer. In Dagmersellen beispielsweise, dem Wohnort der SP-Kantonsrätin Sara Agner, lag die Quote vor vier Jahren bei 7,7 Prozent. Die wählerstärkste Gemeinde im Wahlkreis Willisau war damals Wikon (12,9 Prozent), wo eins von fünf Gemeinderatsmitgliedern in der SP ist. Nachfrage beim Präsident der SP-Ortspartei Wikon, Roger Wymann. Die SP-Stärke in der Gemeinde führt er auf die starke Arbeiterbewegung während der Ortsparteigründung in den 40er-Jahren zurück. «Zudem machen wir eine vernünftige und pragmatische Politik.» Wymann geht von einer leichten Zunahme des SP-Wähleranteils in Wikon aus.

FDP-Hochburg Nebikon: viele KMU, wenig Bauern

Die FDP Kanton Luzern erreichte 2015 einen Wähleranteil von 18,5 Prozent und lag dabei knapp über dem Schweizer Durchschnitt. In Nebikon, wo vier von fünf Gemeinderäten FDP-Mitglieder sind, gaben der Partei 41 Prozent der Bevölkerung ihre Stimme – einen so hohen Wähleranteil erzielte die Partei sonst nirgends im Kanton. Dass die Gemeinde zur FDP-Hochburg wurde, hat ebenfalls historische Gründe: «Nebikon ist die erste Industriegemeinde im Wahlkreis Willisau. Das bedeutet viele KMU, wenig Landwirtschaft», sagt der ehemalige FDP-Kantonsrat und Gemeindeammann von Nebikon, Erich Leuenberger. Deshalb sei die FDP schon früh sehr stark in der Gemeinde verwurzelt gewesen. Er hofft, dass Nebikon vom Linksrutsch verschont bleibt und nicht unter die 40-Prozent-Marke fällt.

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