Weltklasse-Pianistin machte Halt in der Provinz

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Die chinesische Pianistin Fei-Fei überzeugte das Publikum mit ihrem Einfühlungsvermögen in die abendländische Klassik und deren ausdrucksstarken Interpretation. Bild: kbb

Es darf als Glücksfall bezeichnet werden, dass eine hochbegabte und weltweit unbestritten als hervorragend anerkannte Pianistin ein Konzert ausserhalb der grossen europäischen und asiatischen Konzertsäle gibt. Zu verdanken ist dies einem amerikanischen Freund von Siegfried P. Stich, Organisator der Konzerte in der Johanneskirche. «Er kennt und schätzt den ‹Kulturplatz Strengelbach› und konnte Fei-Fei für diesen Abstecher in das ihr unbekannte Strengelbach gewinnen», erklärte Stich.

Breite Auswahl im Programm

Das darf als Geschenk des Himmels bezeichnet werden. Denn die Chinesin Fei-Fei vermochte sich so tiefgründig in die abendländische Musikkultur einzufühlen, dass selbst erfahrene Kenner nicht aus dem Staunen herauskamen. Sie spielte das ganze Konzert ohne Noten, ganz nach ihrer inneren Eingebung. Und diese stimmt mit jener des Publikums überein und wohl auch mit der Aussage, die der Komponist mit seiner Musik vermitteln und weitergeben wollte.

Die in Shenzhen (China) geborene Fei-Fei begann mit fünf Jahren Klavier zu spielen. Ihre unvergleichlich verständnisvolle Auslegung der vorgetragenen Musik dürfte einmalig sein.

Fei-Fei eröffnete ihr Konzert mit der Klaviersonate Nr. 18 in Es-Dur von Ludwig van Beethoven, «Die Jagd» genannt. Diese enthält so ziemlich alles, was an Virtuosität möglich ist. Die Pianistin machte jedoch keine Jagd auf rasante Läufe und markante Akzente, diese liefen ihr mühelos von den Händen. Viel wichtiger war ihr das Herausholen und Hervorheben der Eigenheiten in den vier Sätzen mit ihren Kontrasten zwischen fröhlicher Heiterkeit und ernsten Partien. Manchmal hob sie den Kopf, wie wenn sie Kontakt mit Beethoven suchen würde.

Hin und her pendeln in rasch wechselnden Stimmungsbildern konnte sie sodann in den 13 «Kinderszenen» von Robert Schumann. Jede hat ihren eigenen Namen und Charakter. Eindringlich und markant ist dieser in Nr. 6, «Wichtige Begebenheit», lieblich und melodiös bei Nr. 7, als «Träumerei» bezeichnet. Und wieder kam der Eindruck auf, die Pianistin sei völlig in die zärtliche Schönheit dieser Melodie versunken. Im Gegensatz dazu wirkte Nr. 8 «Am Kamin» bewegt und der nachfolgende «Ritter vom Steckenpferd» erhielt ein übermütiges Aussehen. So ging es weiter. «Fast zu ernst» bekam einen trübsinnigen Charakter, «Fürchtemachen» einen zwiespältigen und «Kind im Einschlummern» ertönte entsprechend leise und beruhigend. Zum Abschluss erhielt «Der Dichter spricht» eine mitfühlende, ernste Auslegung. Fei-Fei malte diese «Kinderszenen» in seltener Farbigkeit aus.

Wechsel in andere Klangwelten

Nach so vielen romantischen Stimmungsbildern folgte ein Wechsel zu den drei «Moments Musicaux» Opus 16 von Sergei Rachmaninov. Das erste kontrastreich, expressiv und stürmisch, das zweite gefühlvoll und melodisch und das dritte unruhig, aufbrausend, mit rollenden Läufen versehen. Fei-Fei war auch in diesem Stil zuhause.

Keine Klaviervirtuosin kommt an Frédéric Chopin vorbei. Im «Andante spianato et Grande Polonaise brillante», Opus 22, versah die Pianistin das «Andante» mit Chopins charakteristischer Romantik, beruhigend und gefühlvoll dahinfliessend. Umso leidenschaftlicher, temperamentvoller und von Fei-Fei mit feuriger Virtuosität ausgestattet, versetzte sodann die Polonaise das Publikum nochmals in Begeisterung. Es hatte schon vorher begriffen, dass es hier einer seltenen Ausnahmeerscheinung begegnet ist, die tief aus dem Inneren eindrückliche musikalische Botschaften vermittelt in bislang nie erlebter Ausdrucksfähigkeit. Der Applaus erfolgte spontan und einhellig mit stehender Ovation.

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