Theaterstück in Wikons Marienburg: Die «Anstalt» nahm 119 Patienten neu auf

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Das Theaterensemble «Tödliches Dinner» bezog das Publikum ins Geschehen ein. In der Mitte Constanze, die durchgedrehte Tochter der Anstaltsleiterin, rechts der Arzt Dr. Otto Plankensteiner mit Gästen bei einem Spiel. (Bilder: Marc Benedetti)
Mit einem Apéro auf der Terrasse des früheren Töchterinstituts des Klosters begann der Abend.
Die (verkleidete) Nonne und der Arzt nahmen einen offiziell auf.
Die Gäste hatten sich teilweise passend zu den Fifties angezogen.
Die Nonne, der Arzt und die Anstaltsleiterin "Philomena von Brühl" (rechts).
119 Personen nahmen am unterhaltsamen Abend teil.
Es gab verschiedene Spiele.
Eine Art Böckligumpen sorgte für Amüsement.
Brachte Glamour in den Abend: Cabarettänzerin «Rose Rainbow» aus München
Das Essen ist bereit.
Die Hobbyköche Strengelbach in der Klosterküche.
Die Organisatoren des Sommerlagers Reiden servierten und waren gleichzeitig als Pflegerinnen und Pfleger verkleidet.
Das Theaterensemble Tödliches Dinner aus Feldkirch mit den Organisatoren Hermann und Rosemarie Wilhelmstätter (vorne).
Die Hobbyköche Strengelbach mit ihren Gattinnen und Helferinnen sorgten fürs leibliche Wohl.

Schon bei der Anfahrt zum Veranstaltungsort irritiert den Berichterstatter eine junge Frau, die sich quer auf die Fahrbahn legt und später Schabernack mit Klebeband am Auto treibt. Ein kleiner Vorgeschmack auf das Stück, das in einer Nervenheilanstalt der 1950er-Jahre spielt. Wie sich später herausstellt, ist das Constanze, die durchgeknallte Tochter der Anstaltsleiterin Philomena von Brühl. Sie schreit oft hysterisch, entwendet Gegenstände, einmal hängt sie sich scheinbar im Schlossturm von Wikon an einem Seil auf. Nichts für schwache Nerven, von denen es ja nur so wimmelt in einer Nervenheilanstalt.

Das Theaterensemble «Tödliches Dinner» aus dem österreichischen Feldkirch sorgte am Samstagabend für Tumult und gute Laune im leerstehenden Kloster Marienburg. In die Schweiz geholt hatte die Truppe der Oftringer Hermann Wilhelmstätter (wir berichteten im August).

Jeder Gast ist zugleich ein Patient und hat seine Diagnose

Der Anlass begann mit einem Apéro auf der Terrasse des Klosters, wo ebenfalls allerhand «Verrücktes» passierte. Die exakt 119 Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung, viele davon aus Oftringen, Strengelbach, Reiden, Wikon und der ganzen Schweiz, hatten sich fürs Theater mit Viergang-Dinner teilweise passend zu den «Fifties» angezogen. Anstaltsdirektorin Philomena von Brühl (Heike Montiperle) begrüsste jeden Patienten – Nein: «Gast» – persönlich. Schwester Berta (Melanie Brunner) und der unheimliche Arzt Dr. Otto Plankensteiner (Manfred Kräutler) folgten mit einer Namensliste, nahmen einen offiziell in die Anstalt auf und vermassen Körperteile. Man erhielt die Diagnose – eigentlich eine Handlungsanleitung, mit welchem Tick man den Abend verbringen sollte. Denn der Gast kann, muss aber nicht mitmachen im Stück «Die Anstalt». Eine junge Krankenschwester umarmte derweil ausgiebig die männlichen Gäste. Später dislozierte die Schar ins Innere des Gebäudes in den ehemaligen Speisesaal des Instituts.

Mit «Humor, Sex and Crime» könnte man das Stück zusammenfassen. Die Schauspielerinnen und Schauspieler zogen ihre exzentrischen Rollen während des fast fünf Stunden dauernden Spektakels durch. Lex Lusser, der angebliche Journalist vom Zofinger Tagblatt (Martin Strassgschwandtner) spielte im Stück einen ziemlich fiesen Berufskollegen. Er wird ermordet im Stück. Es stellte sich heraus, dass der Mörder – wie immer – der Gärtner war. Er hatte auch andere Personen auf dem Gewissen.

Regisseurin freute sich über das spontane hiesige Publikum

Es wurde aber nicht nur Theater gespielt, sondern mit dem begeisterten Publikum gesungen, geschunkelt, gespielt (Bingo und Böckligumpen) oder Polonaise getanzt. Für erotisch-knisternde Spannung sorgte die professionelle Cabarettänzerin «Rose Rainbow» aus München mit viel Körpereinsatz und Federboas. Die Gäste hatten sichtlich Spass. «Wir waren erstaunt und erfreut, wie das hiesige Publikum mitmachte», sagte Regisseurin Heike Montiperle am Schluss des Abends unserer Zeitung.

Strengelbacher wirkten in der Klosterküche

Fürs leibliche Wohl sorgten die Hobbyköche Strengelbach mit einem exquisiten Viergänger. Im Service arbeiteten deren Gattinnen sowie junge Leute vom Sommerlager Reiden, alle angeleitet von Gastronom Hermann Wilhelmstätter, der den Anlass mit seiner Frau Rosmarie bis ins Detail perfekt geplant und organisiert hatte.

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