CVP-Kandidatin Andrea Gmür so gut wie gewählt

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Die Wahlempfehlung der FDP-Delegierten gilt CVP-Nationalrätin Andrea Gmür (Bild vom Wahlsonntag). (Bild: Marc Benedetti)

Die Delegierten der kantonalen FDP.Die Liberalen trafen sich am Dienstagabend im Lindenfeldsaal in Eschenbach. An ihrer letzten DV im August, die in Pfaffnau stattfand, beschlossen die Delegierten die Listenverbindung der FDP mit der CVP bei den National- und Ständeratswahlen. Die Empfehlung von Andrea Gmür war deshalb folgerichtig und galt als sicher. "Es würde mich sehr erstaunen, wenn die Delegierten nicht Andrea Gmür empfehlen würden", sagte der kantonale FDP-Geschäftsführer Benjamin Häfliger am Nachmittag am Telefon.

Dennoch blieb ein Zweifel, wieviele FDP-Delegierte eventuell den SVP-Kandidaten unterstützen würden. Die Stadtluzernerin Andrea Gmür schnitt am Sonntag als Zweitbeste mit 54 861 Stimmen hinter dem wieder gewählten FDP-Ständerat Damian Müller ab. Doch Franz Grüter von der SVP blieb bis gestern Abend im Rennen und blieb Gmür auf den Fersen. Der Unternehmer aus Eich holte 38'358 Stimmen und eroberte Platz 3. Er ist ausserdem mit dem besten Resultat aller Luzerner Nationalratskandidaten gewählt worden, was ihn populär macht. Wahltaktisch betonte er ausserdem stets, aus wirtschaftnahen Kreisen viel Unterstützung zu erhalten.

Laut Benjamin Häfliger steckte dem einen oder anderen FDPler noch die Vergleichskampagne der CVP in den Knochen. "Diese hat ein gewisse  Irriation ausgelöst", sagte er. Denoch sei klar: Andrea Gmür sei eine gute Persönlichkeit und habe über 16'000 Stimmen mehr geholt als Grüter. Die gegenseitige Unterstützung von FDP und CVP habe bisher gut gespielt. Damian Müller ist glanzvoll wieder gewählt worden. Laut dem Geschäftsführer hätten die FDP-Delegierten der Listenverbindung mit der CVP an der DV im August mit 144 Ja- zu 28 Nein-Stimmen sehr klar zugestimmt.

Am Dienstagabend teilte die FDP mit, dass die Delegierten mit offenem Handmehr die Wahlempfehlung für Andrea Gmür beschlossen hätten. Das genaue Resultat der Abstimmung kommunizierte die Partei nicht.

Weitere Wahlempfehlungen erwartet

Gestern Abend finden weitere Delegiertenversammlungen statt: Die kantonale CVP tagte in Ermensee. Die gegen 250 Delegierten sprechen sich unmissverständlich für Andrea Gmür als Kandidatin für den zweiten Wahlgang bei den Ständeratswahlen aus, teilte die CVP mit. "Als wählerstärkste Partei erhebt die CVP Kanton Luzern Anspruch auf einen Ständeratssitz." Der Kanton Luzern benötige eine bürgerliche Mitte, die "unseren Kanton mit konstruktiven, lösungsorientierten und sachlichen Lösungen vorwärts bringe und damit unseren Wohlstand sichert." Andrea Gmür selbst sagte, sie würde sicher ausserordentlich freuen, wenn sie in einer stillen Wahl Ständerätin würde. Komme es aber doch zu einem Wahlgang, werde sie topmotiviert antreten.

Der zweite Wahlgang wird wohl gar nicht mehr nötig sein. Die SP-Delegierten beschlossen, David Roth nicht mehr ins Rennen zu schicken. Man wolle so das klare Resultat Gmürs bestätigen und damit ermöglichen, dass eine Frau Luzern künftig im Stöckli vertrete.

Monique Frey und der Vorstand der Grünen teilten am Dienstag mit, ihre Kandidatur zurückziehen zu wollen, auch wenn ihr dieser Entscheid nicht leichtgefallen sei. Frey hatte 30'322 Stimmen geholt und lag vor SP-Kandidat David Roth. Die Grünen treffen sich heute abend, um darüber zu beschliessen.

Die SVP-Delegiertenversammlung und ihr Kandidat Franz Grüter haben gestern abend beschlossen, dass sich der Kandidat zurückzieht. "Aufgrund der Ausgangslage wäre eine erneute Kandidatur wenig aussichtsreich", schreibt die Partei. Die SVP Kanton Luzern wolle ihre Kräfte für den anstehenden Wahlkampf in den Gemeinden bündeln. Franz Grüter behält sich offen, doch anzutreten, wenn die Grünen plötzlich jemand anderen aus dem Hut zaubern, sagte er unserer Zeitung am Telefon.

Michèle Graber von der GLP hat bereits am Wahltag bekanntgegeben, nicht mehr antreten zu wollen. Der Klimaaktivist hat seinen Rückzug auf Anfrage der "LZ" ebenfalls bestätigt. Damit ist nur noch Andrea Gmür übrig.

Bis Donnerstagmittag Wahlvorschläge einreichen

Bis Donnerstag, 24. Oktober, müssen die Kandidaturen für den Ständerat eingereicht werden. Am 17. November würde der allfällige zweite Wahlgang stattfinden. Eine stille Wahl Andrea Gmürs ist seit Dienstagabend greifbar geworden.

Der Kanton Luzern bekommt damit nach der legendären Josi Meier (1926-2006) die zweite CVP-Ständerätin und Gmür ist erst die zweite Frau in diesem Amt in der Geschichte. 

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