Kranke Füchse gefährden Hunde: Die Viruserkrankung Staupe ist auf dem Vormarsch

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Wie diesem Exemplar in Berlin erging es einigen Füchsen in der Region: Sie erkrankten an der Virusinfektion Staupe. © Keystone

Einen solchen Fuchs hatte Niklaus Brunner noch nie gesehen. «Der Kopf war angeschwollen und die Augen tränten», erinnert sich der Jagdaufseher. Das Tier kannte keine Scheu vor den Menschen mehr und schlich apathisch einer Hauswand entlang.

Der Wildhüter, der in den Nunninger Weiler Engi gerufen worden war, hatte nur eine Wahl: Er musste den Fuchs von seinem Leiden erlösen. Das Raubtier war an der weltweit vorkommenden Virusinfektion Staupe erkrankt. Aktuell lässt sich eine klare Zunahme der Fälle in der Region Basel feststellen. In Zullwil, dem Nachbardorf von Nunningen, wurden drei angesteckte Füchse entdeckt. Auch in den Baselbieter Bezirken Laufen und Sissach erkrankten zwei Füchse an Staupe.

Impfung sollte alle drei Jahre wiederholt werden

Zu den Tieren, die sich mit Staupe anstecken können, gehören Hunde. Die wichtigste Prophylaxe, um nicht am Virus zu erkranken, sind Impfungen. Eine Impfpflicht für Hunde existiert in der Schweiz nicht. Trotzdem werden die meisten Hunde, die hier leben, in jungem Alter geimpft. Empfohlen werden die sogenannten Core-Impfungen gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose.

Nach den ersten Impfungen in kurzen Abständen sollen sie alle drei Jahre wiederholt werden. Vor allem bei importierten Tieren sei es wichtig, sie rasch zu impfen, empfehlen zahlreiche Tierarztpraxen. Die Übertragung des Virus erfolgt über die Luft oder durch Kontakt mit Speichel, Nasenfluss und weiteren Ausscheidungen, die das Virus enthalten. Von an Staupe erkrankten Hunden in der Region Basel ist bisher nichts bekannt. Damit das so bleibt, empfehlen die Kantone Basel-Landschaft und Solothurn den Hundehaltern, ihre Tiere zu impfen und anschliessend die Impf-Intervalle einzuhalten.

Virus erreichte die Region Basel von Osten her

Die beiden erkrankten Füchse aus dem Baselbiet sind die ersten seit langer Zeit. «In den vergangenen zehn Jahren sind uns keine Fälle von Staupe bekannt», sagt Rolf Wirz, Sprecher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion. Über die Gründe, weshalb sich die Staupe in der Region verbreitet hat, könne man nur spekulieren. Vermutlich sei die Krankheit aus einem Gebiet eingeschleppt worden, in dem sie endemisch ist. «Eine Einschleppung könnte passieren, wenn ein Tier aus einer solchen Region in die Schweiz importiert wird, ohne die in einem solchen Fall vorgeschriebene Impfung zu erhalten.»

Beim Solothurner Amt für Wald, Jagd und Fischerei heisst es, die Staupe-Epidemie habe den Raum Basel von Osten her erreicht. «Bis 2008 waren in unserem Land nur Steinmarder von der Erkrankung betroffen. Seit dem Frühling 2009 traten in der Ostschweiz vermehrt Staupe-Erkrankungen bei Fuchs und Dachs auf», sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Mark Struch. Es sei denkbar, dass zwischen den Fällen im Schwarzbubenland und jenem im Laufental ein Zusammenhang bestehe, da die Gebiete nahe beieinander liegen. Beo-bachte man ein Tier, das an Staupe erkrankt sein könnte, solle man über die Einsatzleitzentrale den zuständigen Jagdaufseher informieren.

Hohe Ansteckungsgefahr während der Paarungszeit

So wie Niklaus Brunner vor einigen Tagen in Nunningen. Der Jagdaufseher mahnt: «Im Dezember und Januar ist Paarungszeit bei den Füchsen.» Dann sei die Ansteckungsgefahr riesig. Gleichzeitig geht er aber auch davon aus, dass die erkrankten Tiere im Winter sterben werden. «Im Frühling ist das wahrscheinlich alles vorbei», sagt Brunner. Und schiebt hinterher: «Hoffentlich.»

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