Nun wollen die Grünen in den Gemeinden zulegen

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Die Grünen Kanton Luzern fokussieren nun die Kommunalwahlen: Präsident Maurus Frey und Ständeratskandidatin Monique Frey. Bild: zvg

Seit Donnerstag ist klar: Andrea Gmür (CVP) erhält den zweiten Luzerner Ständeratssitz. Wegbereiter für Gmür waren in erster Linie die Grünen. Als Vorstand und Kandidatin Monique Frey ankündigten, im zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten, gaben kurz darauf auch SP und SVP Forfait.

Maurus Frey, Präsident der Grünen Luzern, sagte diesbezüglich in einer Mitteilung: «Wir sollten unsere personellen und finanziellen Ressourcen besser dort einsetzen, wo die Chancen für Mandatsgewinne deutlich besser sind: bei den kommunalen Wahlen 2020.»

Die Grünen wollen den Schwung der Klimawahl mitnehmen. Schliesslich erreichten sie bei den nationalen Wahlen letzte Woche in Sursee, um ein extremes Beispiel zu nennen, einen Wähleranteil von 17,8 Prozent. 2015 waren es noch 9,3 Prozent. Aber auch in Reiden konnten sie ihren Wähleranteil von 3,2 Prozent im Jahr 2015 mehr als verdoppeln.

Stand diesen Sommer politisierten in den 83 Luzerner Gemeinden jedoch nur zwei grüne Politiker in Gemeindeexekutiven: Adrian Borgula in der Stadt Luzern und Cyrill Wiget in Kriens. Zum Vergleich: Für die SP politisierten zwölf Personen in Gemeinderäten, 111 für die FDP, 192 für die CVP, 26 für die SVP, zwei für die GLP und 45 ohne Partei im Hintergrund.

Hat die Grüne Partei Kanton Luzern eine Strategie, wie sie Mandatsgewinne in Kommunen erzielen kann? «Wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, um mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu eruieren», sagt Gian Waldvogel, Parteisekretär der Grünen. Konkretes Ziel seien neben der Stadt Luzern, Kriens, Horw, Emmen und Sursee mindestens drei weitere Kandidaturen am 29. März 2020 – in welchen Gemeinden sei noch unklar. «Die Arbeitsgruppe sucht gezielt nach Gemeinden ausserhalb der Zentren, wo wir viele Mitglieder und Sympathisanten haben», sagt Waldvogel. Nebst personellen Ressourcen könnten – vor allem in kleinen Gemeinden – traditionelle Politstrukturen Hindernisse darstellen. Die Gründung neuer Ortsgruppen ist ein nachgelagertes Ziel.

Rekrutierung auf dem Land ist schwierig

Auch Roland Fischer, frisch gewählter Nationalrat und Präsident der GLP Kanton Luzern, will den Schwung der Klimawahl ins nächste Jahr mitnehmen. «Wir wollen in weiteren Gemeindeexekutiven vertreten sein», sagt Fischer. Zurzeit ist das nur in Meggen und der Stadt Luzern der Fall. Im Ballungsraum ist die GLP aktiv: Vor wenigen Wochen hat sie in Horw eine neue Ortspartei gegründet, unter anderem mit dem Ziel, Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen zu portieren. Auf dem Land hingegen sei es schwieriger, Personen zu finden, die sich für die Partei engagieren. Zwar ist der GLP-Wähleranteil bei den Wahlen vor einer Woche in Gemeinden wie beispielsweise Wikon (plus 5,7 Prozentpunkte) stark angestiegen. Für die Aktivität einer Partei aber sei das nur bedingt aussagekräftig, sagt Fischer. «Wir bräuchten vor allem eine hohe Mitgliederzahl und Personen, die sich für uns politisch engagieren wollen.» Daran scheiterte die Partei bei den Kantonsratswahlen im Frühling. In den Wahlkreisen Willisau und Entlebuch konnte sie keine Personen für eine Kandidatur mobilisieren.

Hinzu komme ein allgemeines Kapazitätsproblem: Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen sowie Ortsparteien zu gründen, sei mit viel Aufwand der Kantonalpartei verbunden, sagt Fischer. Das sei in erster Linie kein finanzielles, sondern ein personelles Problem, da Parteiarbeit mehrheitlich ehrenamtlich ausgeführt werde.

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