Die Sankt Petersburger Begabtenparade in Zofingen

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Sieben Studierende und Korrepetitorin Tatiana Brizhaneva (am Flügel) der Spezialmusikschule des Rimsky-Korsakov-Konservatoriums in St. Petersburg errangen mit ihrem Konzert die Sympathie des Zofinger Publikums. Bild: kbb

Erstmals auf die Schweizer Stiftung St. Petersburg aufmerksam wurde das Zofinger Publikum in einem Konzert am 30. Oktober 2010. Der Bericht des Zofinger Tagblatts stellte fest: «Staunen ergriff das Publikum. Gleich zu Beginn geschah Unglaubliches. Die zehnjährige Alisa Pastukhova spielte Sarasates ‹Introduktion und Tarantella› für Violine und Klavier und folgte damit dem Beispiel des Komponisten, der seine Laufbahn als Violinvirtuose im gleichen Alter begann. Keine Miene verziehend, bewältigte sie höchste Ansprüche des Violinspiels.» Die Ausbildung dazu erfolgte an der Spezialmusikschule des Rimsky-Korsakov-Konservatoriums.

Deren Besuch gehörte 1998 zum Programm einer Kulturreise, an der Susi Wallimann aus Zofingen teilnahm. Die hohe Qualität dieser Institution veranlasste die an der Reise Teilnehmenden zur Gründung der Stiftung St. Petersburg mit Sitz in der Schweiz. Seither unterstützt die Stiftung den Kauf guter Instrumente, die Teilnahme an Meisterkursen und Wettbewerben sowie Tourneen, um den Studierenden Konzerterfahrung zu vermitteln. Dieses Jahr finden in der Schweiz acht Konzerte statt, darunter eines im Kulturhaus West Zofingen.

Talente auf Bewährungsprobe

Den Anfang machten Anastasija Gorodnina (2006, Violine), Nikolaj Vasilev (2004, Cello) und Tatiana Brizhaneva (Klavier) mit dem «Presto» aus dem Kindertrio Nr. 2 von Julius Klengel. Es entstand ein rasanter Einstieg mit dominierendem Klavier und umrankenden Partien von Violine und Cello. In der gleichen Besetzung, jedoch ohne Cello, regte die «Meditation» von Alexander Glazunov zur Besinnung an, wobei die Violine in waghalsig hohe Lagen hinauf kletterte. Poetischer Natur war das nachfolgende Prélude in G-Dur von Sergej Rachmaninov, einträchtig und emotional interpretiert von Vasilev (Cello) und Vladimir Rybakov (2003, Klavier).

Von den Solisten wurde verlangt, dass sie ohne Noten spielen. Solche waren für Dmitri Nosdratchev (2009, Akkordeon) in «Präludium und Fuge D-Dur» von Dmitri Schostakovich sowieso nicht nötig. Versunken in sein Instrument, holte er alles heraus, was ursprünglich für das Klavier gedacht war und dies so intensiv wie nur möglich. Dann wandte er sich der turbulenten «Partita Nr. 2 Mactub» von Artem Nyshnyk zu. Das war nun wirklich eine solistische Sonderklasse, dieses hektische, stossweise Musizieren, man wähnte sich in einer Rushhour des Verkehrs; tosender Applaus war ihm sicher. Die nachfolgenden zwei Poèmes für Klavier von Alexander Skrjabin, gespielt von Rybakov, entspannten wieder.

Nach der Pause spielten Alexandra Karsova (2002, Violine), Vasilev (Cello) und Rybakov (Klavier) das «Andante espressivo» aus dem Klaviertrio G-Dur von Claude Debussy, übereinstimmend den Vorgaben des Komponisten folgend. Auch expressiv, aber diesmal auf temperamentvolle und virtuose Weise, legte Karsova, auf dem Klavier begleitet von Brizhaneva, den «Danse espagnole» von Manuel de Falla aus.

Und wieder gab es eine Wende, diesmal in die Romantik mit dem «Allegro moderato» aus Schuberts «Arpeggione Sonate», mit Substanz gespielt von Matvej Sacharov (2001, Viola) und Rybakov (Klavier). Ganz anderer Natur, nämlich mit slawischem Temperament versehen, erklang das «Allegro» aus dem Klavierquartett Es-Dur von Antonin Dvořák, gespielt von Karsova (Violine), Sacharov (Viola), Dmitri Lebedev (2002, Cello) und Rybakov (Klavier). Lebedev hatte danach Gelegenheit, in «Encore» von Jérôme Ducros rasante Virtuosität mit schmelzender Melodik zu mischen. Das «Oblivion» für Akkordeon, zwei Violinen, Viola und zwei Celli von Astor Piazzolla sollte eigentlich zu einem gemütvollen Abschluss werden, aber der Applaus erzwang eine Zugabe. Sie erfolgte gemeinsam durch alle acht Mitwirkenden mit «Basar» von Schostakovich. Es entstand ein musikalischer Vulkanausbruch.

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